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Erinnern und Mahnen in Dresden am 9. November

Kanzniederlegung an der Synagoge Erinnern und Mahnen in Dresden am 9. November

Der Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 war in Dresden ein Tag von Gedenken und Mahnung. Mit einer Kranzniederlegung an der Dresdner Synagoge erinnerten rund 150 Dresdner sowie Vertreter von Stadt und Landesregierung an die Zerstörung der Alten Synagoge.

Die Kranzniederlegung an der Synagoge.
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. Der Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 war in Dresden ein Tag von Gedenken und Mahnung. Mit einer Kranzniederlegung an der Dresdner Synagoge erinnerten rund 150 Dresdner sowie Vertreter von Stadt und Landesregierung an die Zerstörung der Alten Synagoge. Neben Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, und dem Dresdner Rabiner Alexander Nachama waren unter anderem Andrea Dombois (CDU), Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zu Gast.

Letzterer erinnerte in seine Rede an den 9. November als Wendepunkt in der deutschen Geschichte und stellte den Bezug zu aktuellen Ereignissen her. So seien damals wie heute „Taten mit Worten vorbereitet worden“. Auch heute würden sich Rechtsextremisten wieder einer diffamierenden und ausgrenzenden Sprache bedienen, so Hilbert, der sich auch von einem kurzen Störversuch von Rechtsaußen nicht aus der Ruhe bringen ließ. Deshalb sei es heute umso wichtiger, als „Gegengift“ starke demokratische Strukturen auf der Basis von Dialog, Partizipation und Engagement zu schaffen.

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Am 9. November wurde an der Synagoge der Reichskristallnacht gedacht.

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Nora Goldenbogen erinnerte in ihrer Ansprache nicht nur an die Zerstörung der alten Synagoge im Jahr 1938, sondern auch die Eröffnung des neuen Gotteshauses vor genau 15 Jahren. „Die Synagoge in der Stadt ist wieder Alltag. Wir fühlen uns wohl an diesem Platz“, sagte sie. Doch auch Goldenbogen verwies auf die seit zwei Jahren erstarkende Fremdenfeindlichkeit und den neuen Rechtspopulismus in Dresden.

Schon 2014 habe sie E-Mails von Pegida bekommen. Dort wurde sie vor einer „muslimisch-jüdischen Kumpanei gewarnt“, verbunden mit der Drohung, der Absender hoffe, dass die Juden „hoffentlich“ am Ende auf der richtigen Seite stünden. Die Sprache entlarve solche Bewegungen, so Goldenbogen. „Es ist an der Zeit dagegen zu halten“, sagte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde.

Jürgen Habermas habe kürzlich empfohlen, nicht um Rechte herumzutanzen, sondern ihnen klar zu zeigen, was sie sind, „Der Saatboden für neuen Faschismus“, zitierte die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde. Es sei „höchste Zeit, dass wir das gemeinsam tun“.

Neben der offiziellen Zeremonie nutzten viele engagierte Dresdner den Tag, um die über 200 Stolpersteine, die an Dresdner Opfer des Nationalsozialismus erinnern, zu putzen. An einigen Stellen, unter anderem in der Neustadt oder an der Kathedrale wurde dies mit einer Mahnwache verbunden. Einige der abgestellten Kerzen wurden jedoch noch am Abend böswillig zerstört.

Am Abend wollte Künstler Hans Martin Fleischer an ein anderes Ereignis des 9. November erinnern. Punkt 18.57 Uh wollte er ein nachgebildetes Stück der Berliner Mauer mit einem Boot über die Elbe ziehen. Um diese Uhrzeit hatte 1989 Günter Schabowski in einer Pressekonferenz den Fall der Mauer und das Ende der deutschen Teilung eingeläutet.

Der 9. November

Der 9. November gilt als Schicksalstag der Deutschen. Gleich mehrfach veränderte sich an diesem Datum das Geschehen im Land. So wurde am 9. November 1918 erstmals in Deutschland die Republik ausgerufen, und das gleich doppelt. Fünf Jahre später, 1923, versuchte Hitler an diesem Datum, mit Hilfe eines Putsches in Bayern an die Macht zu kommen.

Der 9. November 1938 gehört zu den dunkelsten Tagen des Landes. An diesem Tag erreichten die Pogrome der Nazis gegen Juden ihren Höhepunkt, Hunderte Synagogen im ganzen Land gingen in Flammen auf, auch in Dresden. Letztes bedeutendes Ereignis des 9. November: der Mauerfall 1989.

Von DNN

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