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Ereignisreiche Eröffnungs-Gala im Festspielhaus Hellerau weckt Neugier für Tanzwoche Dresden 2012

Ereignisreiche Eröffnungs-Gala im Festspielhaus Hellerau weckt Neugier für Tanzwoche Dresden 2012

Er hat dem Publikum im Festspielhaus Hellerau für die bestens besuchte Gala zum Auftakt der Tanzwoche Dresden 2012 wahrhaft nicht zu viel versprochen. Als Leiter und Moderator derselben, als steter Reisender in Sachen Tanz kennt Boris Michael Gruhl so ziemlich alles, was sich im Freistaat Sachsen künstlerisch bewegt.

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Die Chemnitzer/Dresdner Breakdance-Gruppe "Die Söhne des Kreises" waren einmal mehr absolute Publikumslieblinge.

Quelle: PR

Seine Ankündigung, die Zuschauer könnten mit Überraschungen rechnen, ist somit keinesfalls aus der Luft gegriffen. Wie auch der Hinweis auf die Vielfalt der Erscheinungsformen von Tanz - an diesem besonderen Abend im Großen Saal bekommen die Besucher davon eine konkrete, in dieser wechselvollen Dichte rare Vorstellung.

Es ist eine abenteuerliche Mischung, mit Beispielen aus Theatern, der Freien Szene, mit in Sachsen engagierten Tänzern und Choreografen aus der Region. Die Gala will neugierig machen auf das Tanzgeschehen überhaupt, und so sind die territorialen Grenzen nicht allzu eng gefasst, wird man quasi auch "angefüttert", um sich selbst auf Reisen zu begeben. Zum Beispiel nach Dortmund, um die Tänzerin Jelena-Ana Stupar erneut zu sehen, die in Hellerau in der Choreografie von Paul Julius "A cast of skin" überzeugt hat. Und da ist dieses wunderbare, von Jeff Buckley inspirierte "Hallelujah"-Duett von und mit Nora Hageneier sowie Dan Pelleg (Tanzcompany des Theaters Görlitz-Zittau). Ein duales Ausbalancieren in ungewöhnlicher Bewegungssprache, frei von Effekten und Allüren. Schließlich "steht" er auf dem Kopf und sie neben ihm auf beiden Beinen. Mit der Schlussfolgerung des ewig Menschlichen: "Und wenn sie nicht gestorben sind-"

Völlig anders, aber auch bemerkenswert das Aufeinandertreffen von Tanz (Marita Matzk) und Gesang (Cornelius Uhle/Bariton) als kurios gehandhabte Form der Anziehung ("Tür auf! Mich zieht's-") zu einem soghaften Lied des englischen Komponisten John Dowland. Eine weitere Variation des benannten Themas, hier mehr als heißes Bemühen in der Konfrontation mit männlich-steter "Standfestigkeit". Dazu passt aus den gewitzten, von Reiner Feistel choreografierten Beiträgen des Ballettensembles der Landesbühnen Sachsen auch "Die Fromme Helene" (mit Helena Gläser) ebenso wie die "Dornröschen"-Begegnung von Prinzessin (Isabel Domhardt) und Prinz "Schaut mich an!" (Norbert Kegel).

Sympathisch, dass einige Auftritte, die erstmals bei der "Linie 08" im Nancy Spero Saal des Festspielhauses zu erleben waren, nun auch im Großen Saal in einer anderen Dimension zu sehen sind. Beispielsweise Katja Erfurth (Dresden) in der Choreografie von Thomas Hartmann "Frau mit blauem Kleid" oder Juliana Bauer von der TanzLoopskompanie Leipzig in "Nahthafte Verzweigung" (Choreografie: Jana Ressel).

Mit einem Ausschnitt sowie dem Vorgeschmack auf die bevorstehende Premiere "Kiss me, Kate" (Choreografie: Christopher Tölle, Regie: Holger Hauer") ist das Ballett der Staatsoperette Dresden nach Hellerau gekommen, und hier wie überhaupt lassen sich bei der Gala Ehemalige aus vielen Absolventenjahrgängen der Palucca Hochschule für Tanz entdecken. Kein Wunder, dass die Umarmungen und Gespräche im Anschluss an die mehrstündige Aufführung bald schon ein "Schultreffen" vermuten lassen - sie kennen sich doch irgendwie (fast) alle. Und in der Choreografie von Anke Glasow sind Kinder der Orientierungsstufe Tanz und Studierende der Palucca Hochschule auch mit einem liebenswerten "Kontraste"-Beitrag dabei.

Absolute Publikumslieblinge sind einmal mehr die Söhne des Kreises (Chemnitz/Dresden) mit drei Könnern der Breakdance-Szene in effektvoller Inszenierung: "Skurril Part 3". Und Boris Michael Gruhl hat zur Gala auch noch extra Extras dabei, darunter Anna Merkulova und Jón Vallejo vom Semperoper Ballett Dresden mit ihrem exzellent getanzten Pas de deux von William Forsythe. Als Überraschungsgast setzt Bridget Breiner aus Stuttgart in der Choreografie von Marco Goecke zum Barbara-Song "Sid'amour à mort" (1987) dem Ganzen schließlich die "Dornenkrone" auf.

So viel Verletzlichkeit, ein immer wieder beginnender Kreislauf von Hinterfragen, Zögern - die berührend-fragile Symbiose von Tanz und Stimme. Das Gespinst vibrierender Seelen - hinweggefegt von den kraftvollen, vitalen Tänzern aus Chemnitz. Schluss. Punkt. So ist das Leben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.04.2012

Gabriele Gorgas

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