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Erdbeben im Vogtland auch in Dresden spürbar – weitere Erschütterungen sind möglich

Erdbeben im Vogtland auch in Dresden spürbar – weitere Erschütterungen sind möglich

Das gab es seit fast 30 Jahren nicht: In Sachsen und Thüringen bebt die Erde so gewaltig, dass die Gläser im Schrank klirren und Lampen in der guten Stube wie durch Geisterhand schwingen.

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Handout: Geophysikalisches Observatorium Collm der Universität Leipzig /dpa

Quelle: dpa

Die Ursache lag am Sonnabend gut sieben Kilometer unterhalb des tschechischen Novy Kostel (bei Cheb) – ein Beben der Stärke 4,2 auf der Richter-Skala.

Die heftigsten Erschütterungen wurden zwar gegen Mittag registriert, in den Stunden darauf folgten allerdings immer wieder kleinere Beben. Binnen Minuten gingen bei der Polizei in Sachsen und Thüringen gleich Dutzende Anfragen besorgter Menschen ein. Und auch in den sozialen Netzwerken gab es ein riesiges Echo: Aus Leipzig wie auch aus Dresden, Altenburg, Schmölln, Delitzsch, Döbeln, Oschatz oder Wurzen hieß es: „Wir haben es auch gemerkt.“ So schrieb Susann aus Bad Lausick: „Das ganze Haus hat gewackelt.“ Vibrierende Böden und Schränke, klappernde Türen jagten vielen einen Schreck ein. Dem einem fiel die Tasse mit heißen Kaffee aus der Hand, eine andere schilderte ein Zittern von vier bis fünf Sekunden. „Es war ein komisches Gefühl“, schreibt Annett aus Leipzig.

Die Erschütterungen strahlten immerhin vom Epi-Zentrum fast 150 Kilometer weit bis zum Osterzgebirge aus. Neben dem Hauptbeben registrierten Seismologen mehrere Nachbeben mit einer Magnitude bis 3,3. Ein Beben der Stärke 4,6 hat es zuletzt während eines Schwarmbebens zwischen Juli 1985 und Januar 1986 gegeben gegeben. Seinerzeit waren rund 200 Erschütterungen registriert worden. „Die deutlich erhöhte Aktivität kann auch diesmal über Monate anhalten – oder nach zwei Wochen vorbei sein“, erklärt Siegfried Wendt von der Erdbebenwarte auf dem Collm (Kreis Nordsachsen), dem Geophysikalischen Observatorium der Universität Leipzig.

Niemand könne das ganz genau vorhersagen. „Das Gebiet ist aber für Schwarmbeben bekannt“, macht der Seismologe klar. Das heißt: Die Erschütterungen vom Sonnabend sind wohl nicht die Letzten gewesen – ob diese dann aber wieder so weit zu spüren sein werden, ist zu bezweifeln. Die Region Vogtland/Nordwest-Böhmen gehört zusammen mit dem Oberrheingraben, der Niederrheinischen Bucht und der Schwäbischen Alb zu den vier seismisch aktivsten Regionen Deutschlands. Bereits vergangene Woche war bei Novy Kostel ein Beben der Stärke 3,5 gemessen worden.

Der Grund ist: Vom Magma erhitztes Grundwasser in 30 bis 60 Kilometern Tiefe entfacht die Beben. Das heiße Wasser steigt auf, zwängt sich in Gesteinsritzen, bis der Fels nachgibt – es bebt. Schwarmbeben sind im Vogtland eine typische Erscheinung, sie lassen die Grenzregion oft wochenlang erzittern. Zuletzt im Sommer 2011, davor 2008. Ab der Stärke 5 würde es gefährlich: Schornsteine und Mauern könnten zusammenbrechen, Strommasten knicken.

Evelyn Ter Vehn und Andreas Debski

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