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Er war der Begründer des "Rufes aus Dresden" - Pfarrer Karl-Ludwig Hoch ist tot

Er war der Begründer des "Rufes aus Dresden" - Pfarrer Karl-Ludwig Hoch ist tot

Karl-Ludwig Hoch stünde die Frauenkirche heute wohl nicht. Der Dresdner Kunsthistoriker, promovierte Theologe und Pfarrer gehörte nicht nur zu den Unterzeichnern des "Rufs aus Dresden", er schrieb Ende 1989 die Urfassung dafür.

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Diese Aufnahme entstand im vergangenen Jahr. Sie zeigt Pfarrer Karl-Ludwig Hoch in seinem Wohnzimmer in Loschwitz.

Quelle: Dr. Dietlind Kremer

Am Donnerstag ist Karl-Ludwig Hoch im in Dresden gestorben. Er wurde 86 Jahre alt.

Es war am 13. Februar 1990, als der Ruf aus Dresden erging mit dem Ziel, den Wiederaufbau der zerstörten Frauenkirche zu befördern. In der Wendezeit, als alles machbar schien in Deutschland, beschlossen ein paar Architekten, Ärzte, Denkmalschützer und Künstler gemeinsam mit Hoch etwas Gewaltiges zu versuchen: viele Millionen Mark für die Wiedererrichtung der Frauenkirche zu sammeln. Zu den 22 Unterzeichnern des Aufrufs zählte damals neben Pfarrer Hoch auch Trompeter Prof. Ludwig Güttler. Er habe Karl-Ludwig Hoch als einen sehr kunstsinnigen Menschen schätzen gelernt, sagte Güttler gestern. "Dr. Hoch gehörte zu jenen, die die Frauenkirche über alle Zeiten hinweg in ihrem Herzen bewahrt haben." Als das Gotteshaus schließlich 2005 und damit 60 Jahre nach seiner Zerstörung feierlich wieder geweiht wurde, meinte der damals 75-jährige Hoch: "Ein Wunder erlebt nicht jede Generation."

Dass der Pfarrer sich so für den Wiederaufbau der Frauenkirche einsetzte, mag auch mit einer Kindheitserinnerung zusammenhängen: Am frühen Morgen des 15. Februar 1945 habe er von der elterlichen Villa in Loschwitz aus die majestätische Kuppel der Frauenkirche gesehen und mit seiner Kamera aufgenommen, erzählte er einmal. Schon eine halbe Stunde später sei das architektonische Meisterwerk in sich zusammengesackt. Hoch hat damals das vermutlich letzte Bild des evangelischen Gotteshauses vor der Zerstörung aufgenommen.

Pfarrer Karl-Ludwig Hoch hat sich nicht nur um die Frauenkirche verdient gemacht. Auf seine Initiative geht die Einrichtung des Museums zur Dresdner Frühromantik im Kügelgenhaus zurück. Er hat sich darüber hinaus auch für den Erhalt historischer Bausubstanz wie der Ruine der Sophienkirche eingesetzt. Bereits unmittelbar nach 1945 habe er Benefizkonzerte für den Wiederaufbau der George-Bähr-Kirche in Loschwitz organisiert, erinnerte sich Hans-Christian Hoch, sein ältester Sohn. Pfarrer Karl-Ludwig Hoch wurde mit dem Sächsischen Verdienstorden und der Ehrenmedaille der Deutsch-Britischen Gesellschaft ausgezeichnet.

In der Kunstgeschichte spezialisierte sich Hoch auf den Maler Caspar David Friedrich, über den er mehrere Monografien vorlegte. Sein Vater sei auch immer "ein Mensch des Auges" gewesen, sagte Hans-Christian Hoch rückblickend. Eine besondere Bedeutung habe für ihn die landschaftliche Schönheit der Sächsischen Schweiz gehabt, die er mit den Augen Caspar David Friedrichs zu betrachten suchte. Fast 30 Jahre lang war Karl-Ludwig Hoch Gemeindepfarrer in Dresden-Plauen. Auch im Ruhestand pflegte er rege Kontakte zu Gemeindegliedern.

Die Beisetzung findet am kommenden Freitag, 4. September, 14 Uhr, auf dem Loschwitzer Friedhof statt. 15.30 Uhr beginnt ein Gottesdienst zur Beisetzung in der George-Bähr-Kirche in Loschwitz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.08.2015

Katrin Richter

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