Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Entente Florale: Gold für Dresdens "Chefgärtner"

Entente Florale: Gold für Dresdens "Chefgärtner"

Sein "Markenzeichen" ist die grüne Krawatte. Sein Herz schlägt fürs Grün. Detlef Thiel, seit 20 Jahren in Dresden Leiter erst des Grünflächenamtes und dann des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, wurde gestern für sein herausragendes, unermüdliches berufliches und ehrenamtliches Engagement für das öffentliche Grün in Dresden ausgezeichnet.

Voriger Artikel
Mitglieder der AG 13. Februar bedauern Rückzug von Moderator Frank Richter
Nächster Artikel
Rot-Rot-Grün in Sachsen? SPD-Vize Stange blinkt links

Detlef Thiel griff gestern wieder selbst zum Spaten und pflanzte auf dem Spielplatz an der Wallstraße einen Gingko.

Quelle: Christian Juppe

"Er ist ehrlich, verstellt sich nicht... Und Bürgerbeteiligung ist für ihn keine leere Worthülse, sondern ein wichtiges Anliegen", bescheinigte Thiel der Laudator und Weimarer Amtskollege Thomas Bleicher.

Karl Zwermann, der Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822 e.V., überreichte Detlef Thiel für sein unermüdliches Wirken, das weit über seine beruflichen Aufgaben hinaus gehe, das Goldene Gingkoblatt. Der Sieg der Stadt Dresden beim europäischen Wettbewerb Entente Florale bestätige, "dass wir den Richtigen ausgewählt haben".

Mehr Grün in Pflege, aber nicht mehr Geld und Personal

"Dresden ist eine der grünsten Städte Europas", freute sich Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz noch einmal über die Goldmedaille, die die Stadt bei der Entente Florale erst auf Bundes- und dann auf europäischer Ebene errang und versteht das Ergebnis als "ein gemeinsames Werk von uns allen". Ihren Amtsleiter lobte sie mit den Worten: "Das weitere Wachsen des Grüns in unserer Stadt weiß ich bei Ihnen in guten Händen".

Detlef Thiel selbst sieht seine Auszeichnung auch als Würdigung der Arbeit seiner Mitarbeiter im Amt, "die über das normale Maß hinaus versuchen, die wachsenden Aufgaben zu bewältigen". Und er findet noch deutlichere Worte: Es sei "ein Personal- und Finanzmanagement" erforderlich, "das nicht nur von Kürzungen ausgeht und auf Würdigung und Motivation aufgebaut ist". Es ist eben doch nicht alles Gold, was glänzt.

Die Fakten: Die Grünfläche in Dresden, um die sich die Stadt kümmert, hat sich in den vergangenen Jahren enorm vergrößert. Betreute die Stadt zum 31.12.2002 noch 1424 verschiedene grüne Objekte mit einer Gesamtfläche von 681,3 Hektar, so waren es in diesem Jahr bereits 1937 Objekte mit einer Gesamtfläche von 800,69 Hektar. Allein im vergangenen Jahr kamen weitere 77 neue zu pflegende Grünflächen hinzu. In diesem Jahr bis September 41. Auch die Zahl der Straßenbäume ist von 43 993 im Jahr 2002 auf 51 267 im Jahr 2012 gewachsen.

Alles ja eigentlich ein Grund zum Jubeln. Aber: "Das Vergabebudget" zur Pflege der Grünflächen "hat sich in den letzten Jahren nur unwesentlich verändert. Die Flächenzugänge wurden bisher durch geringere Pflegeintensität kompensiert", heißt es auf Anfrage der DNN aus dem Rathaus. Und: Vor zehn Jahren wurden durch einen städtischen Gärtner zwischen 1,8 und 2,5 Hektar Grünfläche betreut, heute sind es 3,5 bis 3,8 Hektar.

"Selbst gesteckte Ziele erreichen wir nicht"

Die Stadtrats-Fraktion der Grünen kritisiert: "Weder die Goldmedaille bei der Entente Florale noch der Goldene Gingko für Herrn Thiel sollten bei aller berechtigten Freude darüber hinwegtäuschen, dass wir die selbst gesteckten Ziele hinsichtlich der Mehrung unseres Straßengrüns oder auch eines ökologischen Grünverbundes nicht erreichen. Pflanzkübel, intensiv gepflegte Rasenflächen und isoliert stehende Bäume schaffen keine Grünzüge. Auch musste viel zu viel wichtiges Großgrün in den letzten Jahren - leider zum Teil aus rein ästhetischen Gründen - weichen", so Elke Zimmermann.

Priorität liegt auf Kitas und Schulen

"Nichts gedeiht ohne Pflege, und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unsachgemäße Behandlung ihren Wert", zitierte Helma Orosz gestern selbst den Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné. Doch mehr Geld für die Pflege des öffentlichen Grüns ist deshalb offenbar eher nicht in Sicht. "Das hängt mit der politischen Prioritätensetzung zusammen", erklärt die Oberbürgermeisterin. Und die Prioritäten liegen eben bei Schulen und Kitas.

Zudem sieht sich Orosz "in einer Situation, wo wir wissen, dass wir in wenigen Jahren auf verschiedene Mittel - vom Bund zum Beispiel -, die jetzt noch zur Verfügung stehen, nicht mehr zugreifen können. Meine Verantwortung ist, eben nicht nur bis zum Ende der Legislaturperiode zu schauen, sondern die Stadt auf diese Zeit vorzubereiten."

Immerhin sind laut Detlef Thiel nach der Diskussion über den Doppelhaushalt 2013/2014 statt der ursprünglich vorgesehenen 100 000 Euro für Straßenbäume jeweils 400 000 Euro für 2013 und noch einmal für 2014 eingestellt worden. In den nächsten Monaten wird also im großen Stil gepflanzt. Das ist auch nötig. Denn sonst bleibt das 2009 beschlossene Straßenbaumkonzept, dem zufolge der Straßenbaumbestand bis 2035 auf 77 400 Bäume wachsen soll, tatsächlich Makulatur.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2013

Catrin Steinbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.