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Engagement für BRN und Neustadt: "Mein Kopf muss in Bewegung sein!"

Engagement für BRN und Neustadt: "Mein Kopf muss in Bewegung sein!"

BRN-Mitorganisatorin, Vorsitzende des BRN-Museums, Vorsitzende des Stadtteilarchivs Neustadt und Gästeführerin - wenn man betrachtet, was Anett Lentwojt alles auf die Beine gestellt hat und in wie vielen Bereichen sie tätig ist, könnte man von einem Multitalent sprechen.

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Von der Altstadt-Führerin zur Neustadt-Fachfrau: Annett Lentwojt sieht sich nicht als "Geldverdienerin", sie schätzt vielmehr ihre vielen kleinen "Baustellen" im Dresdner Szeneviertel.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von juliane just

Die 37-Jährige lebt nach dem Motto "Da musst du durch als Lurch, sonst wirst du kein Frosch". Mit dieser steten Freude am Experimentieren arbeitete sie in verschiedenen Berufen und hatte nie Angst, sich neuen Aufgaben zu stellen. Auch nicht der, aus unzähligen Kartons mit allerhand Krempel ein neues Archiv für die Neustadt aufzubauen.

Die ursprünglich aus dem Erzgebirge stammende Frau machte ihre Ausbildung zum Finanzwirt in Freiberg und bewältigte nebenbei ihr Abitur. 2000 begann sie dann an der TU Dresden das Studium zur Wirtschaftspädagogik und wurde Diplom-Handelslehrer. 2006 nahm sie einen Studentenjob als Stadtführerin in der Altstadt an, was sie sehr begeisterte. Nach Abschluss ihres Studiums verschlug es sie nach Stuttgart für ein Referendariat. "Dort durfte ich Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre bei Bankern unterrichten. Ganz ehrlich: es war langweilig und mir fehlte die Arbeit mit den Touristen," erzählt sie. Der Zufall brachte sie wieder nach Dresden, wo sie sich als Gästeführerin selbstständig machte. "Von Stadtführungen allein kann man jedoch nicht leben und so begann ich an Projekten mitzuarbeiten, die mir bis heute sehr am Herzen liegen", erzählt die 37-Jährige. Bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung arbeitete sie in verschiedenen Projekten mit Jugendlichen, die Probleme in der Schule hatten. "Ich wollte den Schülern Wind unter die Flügel pusten und zeigen, dass sie niemals ihren Weg verlieren sollen."

Parallel dazu bewarb sich Anett Lentwojt beim Stadtteilhaus Dresden Äußere Neustadt. "Das war eine Art soziokulturelles Zentrum, damit hatte ich noch nie etwas zu tun. Aber wer nichts probiert, kann auch nichts lernen", erzählt sie. Im Stadtteilhaus wurden Dokumente gesammelt, die im Laufe der Jahre in Kisten auf dem Dachboden vermoderten. Anett Lentwojt wollte all diese Schätze heben und so wuchs die Idee, ein Stadtteilarchiv für die Neustadt aufzubauen. "Der Beginn war wirklich seltsam. Ich hatte ein Zimmer, in dem nur ein Tisch, ein Stuhl und hunderte Kisten standen", erinnert sich die 37-Jährige. "Ich habe die Kisten geöffnet und konnte nicht fassen, was dort drin ist. Irgendwelcher Krempel und Dreck von den Jahren 1830 bis 2000 war in diesen Kisten versteckt." Doch es blieb die Frage: "Wie soll ich das machen?" Sie rief beim Stadtarchiv an und machte eine komplette Schulung - vom Raumklima über die Traglast der Regale bis hin zur rechtlichen Grundlage für ein Stadtarchiv. "Ich wusste, wenn ich ein Archiv aufbaue, dann soll es auch ein cooles Archiv werden. Ich wollte kein altes verstaubtes Ding." Sie kam auf die Idee, das Archiv digital zu gestalten. So beauftragte sie eine IT-Firma zur Erstellung der Datenbank und im Februar diesen Jahres ging das Archiv dann online. "Ich würde aus dem Stadtteil-archiv gern einen generationsübergreifenden Treffpunkt machen, denn junge Leute lernen mehr durch Zeitzeugen", erzählt Lentwojt.

Und es gibt sogar noch eine Baustelle: die Bunte Republik Neustadt (BRN). Im Jahr 2011 wurde der Fundus des BRN-Museums vom bisherigen Museumsdirektor Sebastian Schwerk übernommen und an das Stadtteilarchiv angegliedert. Am 12. Dezember 2012 eröffnet das Museum im Stadteilhaus. "Ich fand es schade, dass diese Schätze immer nur drei Tage zur BRN sichtbar waren." Heute hat das Museum immer am ersten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr und zur BRN durchgehend geöffnet. Außerdem ist Anett Lentwojt Chefredakteurin der beliebten BRN-Zeitung, die jedes Jahr im Vorfeld der BRN erscheint. Im Rahmen des BRN-Museums und des Stadtteilarchivs bietet sie auch Führungen wie einen Stadtteilrundgang durch die Neustadt sowie einen Kneipenrundgang an.

Anett Lentwojt liebt jede ihrer Tätigkeiten und geht mit viel Herz an jede Sache. "Ich bin kein großer Geldverdiener", sagt sie selbst von sich. "Hätte ich Geld verdienen wollen, wäre ich wohl beim Finanzamt geblieben." Sie sagt von sich selbst: "Mein Kopf muss in Bewegung sein!"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.06.2012

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