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Energiewende im Kleinen: Dresdner HSD rüstet Gärtner und Parkpfleger auf Elektro um

Energiewende im Kleinen: Dresdner HSD rüstet Gärtner und Parkpfleger auf Elektro um

Lärmgepeinigte und Umweltbewusste können bald etwas ruhiger schlafen: Landschaftspfleger wie die Dresdner HSD GmbH wollen öffentliche Parks, Kita-Gärten und andere Grünanlagen künftig mit elektrischen statt Verbrennungsmotor-getriebenen Laubgebläsen und Rasenmähern in Schuss halten.

Dies soll den Krachpegel in der Stadt senken und den Kraftstoffverbrauch der Gärtner senken, wie HSD-Chef Dirk Hoffmann bei einem Besuch von Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ankündigte.

HSD - mit rund 100 Mitarbeitern der größte Landschaftspflegebetrieb im Großraum Dresden - hat sich seinen Beitrag zur Energiewende im Zuge des Dresdner "Ökoprofit"-Projektes ausgeschlaut und hart durchgerechnet. "Der Kraftstoffverbrauch ist bei uns einer der größten Kostenposten", betont Hoffmann. Daher habe er auch geprüft, Teile seiner über 80 Laster, Transporter und Autos umfassenden Fahrzeugflotte auf E-Betrieb umzustellen. Das war jedoch betriebswirtschaftlich eine Fehlanzeige: "Wenn wir einen Multicar für den Winterdienst einsetzen, hat der anderthalb Tonnen Streugut geladen", erklärt Hoffmann. "Mit heutigen Akkus würde da kein Elektrofahrzeug weit kommen."

Trend zu Hightech-Rasemähern

Anders bei den täglichen Werkzeugen des modernen Gärtners. Dort geht der Trend ohnehin zu Hightech, etwa zu ferngesteuerten Roboter-Rasenmähern, die selbst von altgedienten Gärtnern mit Rückenleiden noch bedient werden können. Und weil sich Anwohner immer wieder über den Krach solcher Geräte beschweren, die auf bis zu 100 Dezibel kommen, will Hoffmann seinen Kleingeräte-Park umstellen. "Irgendwann werden solche Elektrogeräte ohnehin gesetzlich vorgeschrieben", glaubt der HSD-Chef. Zudem werde sich die Anschaffung binnen weniger Jahre durch den eingesparten "Sprit" rentieren, selbst mit zugekauftem Strom. Zudem will Hoffmann den Firmensitz im Industriegelände Nord mit Solarpaneelen pflastern. "Unser Ziel ist die Eigenversorgung mit Strom", erklärt er.

Hohe Umrüstkosten

Freilich wird wohl kaum jeder Landschaftspflegebetrieb auf Elektro-Antriebe umstellen: Die Startinvestitionen für elektrische Gartengeräte sind - je nach Händler und Modell - oft doppelt so hoch wie für herkömmliche Technik. Das können gerade kleinere Firmen kaum stemmen. Ein Großteil der Branche in Ostsachsen besteht aber gerade aus Unternehmen mit je kaum einem Dutzend Beschäftigen.

Auch Hoffmann hat mal so klein angefangen, als er 1994 mit zwei Kollegen die Firma gründete. Inzwischen beschäftigt HSD - je nach Saison - 85 bis 100 Leute und realisiert einen Jahresumsatz um die fünf Millionen Euro. Das Unternehmen betreut zahlreiche öffentliche und private Parkanlagen, baut Kita-Außenanlagen, übernimmt Winterdienste in kommunalem Auftrag und säubert Gebäude in und um Dresden. Bereits 1996 privatisierte HSD das Pirnaer Grünflächenamt und übernahm fast alle Mitarbeiter.

Von Baumschule bis Metallbau

Dass der Betrieb jetzt so gut flutscht, führt Hoffmann einerseits auf die Stärken seiner Mitarbeiter und die moderne Ausrüstung zurück, aber auch auf die vielen Leistungen aus einer Hand. So hat HSD eine eigene Baumschule, eine Kompostieranlage, einen betriebseigenen Metallbau und die Konstruktion im Hause. Dass er am Ökoprofit-Projekt teilgenommen hat, bereut er nicht: "In den Kursen hat man erst gemerkt, wie betriebsblind man mit der Zeit wird, wo man noch Kosten sparen und die Belegschaft besser einbeziehen kann."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2013

Heiko Weckbrodt

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