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Endlosbaustelle Dresdner Elbehotel

Endlosbaustelle Dresdner Elbehotel

Zügiges Bauen sieht anders aus. Dennoch: In kaum merklichen Schrittchen scheint es voranzugehen auf der Endlosbaustelle Elbehotel neben dem Blauen Wunder.

"Im Außenbereich wird gewerkelt, mit dem Außenputz am Gebäude geht es langsam vorwärts und die neuen Fenster werden gleichfalls weiter eingesetzt", bestätigt Andreas Wünsche, Geschäftsführer des Cateringbetriebes W.O.K. Kurz vor Weihnachten habe er noch Fahrzeuge auf der Baustelle gesehen. Drinnen im Gebäude seien die Wände sandgestrahlt worden, ansonsten habe sich dort allerdings noch nicht all zu viel getan.

Wünsche betreibt mit seinem Partner Ralf Opitz bereits den Biergarten vorm Elbehotel. Die beiden wollen auch das Restaurant im "Demnitz" führen - wenn es denn einmal fertig saniert ist. Genaueres zum Baufortschritt vermag Wünsche nicht zu sagen. Welche Schritte Investor Thomas Diller wann plane, entziehe sich seiner Kenntnis. Der Stuttgarter hatte das Elbehotel 2001 erworben. Diller selber hatte zuletzt den Sommer 2013 als Wiedereröffnungstermin ins Spiel gebracht, äußert sich aber mittlerweile gar nicht mehr in der Öffentlichkeit dazu. Der Mietvertrag mit Wünsche und Opitz stammt aus dem Jahr 2005, ist also mittlerweile zehn Jahre alt. "Was die Sanierung des Elbehotels angeht, waren wir viele Jahre optimistisch", meint W.O.K.-Geschäftsführer Wünsche. Jetzt nehme er die Dinge, wie sie kommen, sagt er diplomatisch. In jedem Fall wollen die beiden Gastronomen das Restaurant im "Demnitz" übernehmen und auch den dann umgestalteten Biergarten weiter betreiben. Den führen sie im Übrigen bereits seit neun Jahren - als Provisorium.

Das Elbehotel hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: 1881 errichtet, verfügte es dereinst über einen großen Saal, Restaurationsräume und ein reichliches Dutzend Fremdenzimmer. Das "Demnitz" war beliebtes Ziel für Ausflügler und Sommergäste. Ludwig Richter traf sich hier regelmäßig zum Stammtisch und verewigte das Lokal auch auf einigen seiner Zeichnungen. Im Festsaal gab es regelmäßig Veranstaltungen, darunter die berüchtigten Loschwitzer "Wäscherinnenbälle". 1943 wurde der Hotelbetrieb eingestellt und das Gebäude bis 1945 als Lazarett genutzt. Nach dem Krieg hat man die früheren Besitzer enteignet und das Elbehotel 1949 an die HO übergeben. Im Lauf der Zeit verfiel das "Demnitz" immer mehr, 1961 mussten Teile des Gebäudes baupolizeilich gesperrt werden. 1975 wurde der Hotelbetrieb eingestellt, bevor das Haus am 1. August 1979 seine Türen vollends schloss.

2001 erwarb Diller dann das Anwesen. Vor einigen Jahren verkündete der Investor das Aus für den historischen Ballsaal. Er hatte offenbar keinen geeigneten Nutzer gefunden. Nun sollen Wohnungen, Büros und das Restaurant im Gebäude entstehen. Auf 4,5 Millionen Euro bezifferte Diller einst die Investitionssumme. Sie dürfte sich inzwischen weiter erhöht haben. Der schwäbische Investor hatte mit der gelungenen Sanierung des Alten Fährguts Loschwitz Hoffnungen geweckt. Ob er sie irgendwann auch für das legendäre "Demnitz" erfüllen kann, steht allerdings in den Sternen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.01.2015

Richter, Katrin

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