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EnBW und Gazprom pokern um Dresdner VNG-Anteile

EnBW und Gazprom pokern um Dresdner VNG-Anteile

Nach dem baden-württembergischen Energiemulti EnBW bemüht sich jetzt offenbar auch der russische Großkonzern Gazprom um den Kauf von Gesellschaftsanteilen der Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG).

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Bei all dem Interesse für die Anteile einzelner Kommunen ist der Sitz der Zentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig bis 2023 gesichert.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Nach DNN-Informationen hat der ehemalige Gazprom-Deutschland-Chef Hans-Joachim Gornig bei Leipzigs OB Burkhard Jung (SPD) vorgesprochen, um den 10,52-Prozent-Anteil der Gazprom an VNG weiter aufzustocken.

Bei den Gesprächen soll es zunächst um einen Einstieg in die Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VUB) gehen, in der mehrere Kommunen ihre VNG-Anteile zu einer Sperrminorität von 25,79 Prozent gebündelt haben. Dort will die Stadt Erfurt ihren 4,21-Prozent-Anteil für 60 Millionen Euro verkaufen, auch Dresden will seinen 6,47-Prozent-Anteil veräußern. Laut VUB-Satzung steht den anderen VUB-Kommunen ein Vorkaufsrecht zu - doch denen fehlt das Geld dafür.

Nach DNN-Informationen haben deshalb am vergangenen Freitag Emissäre der EnBW bei Jung vorgesprochen; am Montag waren Vertreter der Oldenburgischen EWE Aktiengesellschaft im Dienstzimmer des Leipziger Oberbürgermeisters und trafen beim Abschied die sogenannte Gazprom-Fraktion - in Gestalt von Rainer Seele, Chef der Wintershall AG, die bereits einen VNG-Beteiligung von 15,79 Prozent hält. Wintershall ist eine Tochter der Ludwigshafener BASF AG. Der Chemieriese und Wintershall hatten vor einem Jahr verkündet, dass das bisher zusammen mit dem russischen Gaskonzern Gazprom betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft, darunter das der gemeinsamen Tochter Wingas, vollständig auf Gazprom übergehen soll. Im Gegenzug erhält Wintershall Beteiligungen an russischen Erdgaslagerstätten. Zum Verhandlungsteam von Seele gehörte auch der vormalige Gazprom Deutschland Chef Hans-Joachim Gornig.

Beobachter gehen davon aus, dass EnBW und Gazprom die besten Karten im Poker um die VNG-Anteile haben. Die EnBW diene sich den Kommunen als neues VUB-Mitglied an und will deren Interessen wahren helfen - insbesondere den Erhalt des VNG-Firmensitz in Leipzig, wo das Unternehmen zu den größten Steuerzahlern gehört. "Der EnBW geht es natürlich nicht um die Interessen der Kommunen, sondern um ihre eigenen", kommentiert ein Insider die Offerte. Die Baden-Württemberger würden sich als VUB-Mitglied ein Vorkaufsrecht für alle künftig frei werdenden Anteile der VUB sichern und könnten so sukzessive ihre Beteiligung ausbauen. Dies würde die Position für Geschäfte mit EWE oder Gazprom stärken.

Gazprom könnte mit einer stärkeren VNG-Beteiligung seinen Erdgasabsatz in Deutschland sichern und stärker in das lukrative Verteilgeschäft einsteigen. Die Russen könnten dann auch dem internationalen Verfall der Erdgaspreise entgegen wirken und relativ teure Lieferpreise durchsetzen, heißt es.

Auch für die EWE würde sich der Kauf der Anteile lohnen. Die Oldenburger halten bereits 47,9 Prozent der VNG-Anteile und könnten sich mit den Erfurter Anteilen das Sagen in der VNG sichern. Die Niedersachsen würden dann in der VNG praktisch schalten und walten wie sie wollen. "Aber der Firmensitz der VNG in Leipzig wäre davon zunächst nicht betroffen", so der Insider. "Es ist vertraglich festgelegt, dass er bis zum Jahr 2023 in Leipzig bleibt."

Die Beteiligten hielten sich auch gestern bedeckt. Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte, Oberbürgermeister Jung "führt gegenwärtig viele Gespräche zur Zukunft der VNG". Ein Sprecher des Energieriesen EnBW lehnte eine Stellungnahme ab. Für Gazprom Deutschland erklärte Mirco Hillman: "Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.11.2013

U. Milde / A. Tappert

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