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Elterninitiative: Dresden wird Krippen-Rechtsanspruch nicht erfüllen

Elterninitiative: Dresden wird Krippen-Rechtsanspruch nicht erfüllen

Nach Ansicht der Elterninitiative "Lernorte für Dresden" wird die Stadt den ab August geltenden Rechtsanspruch auf Krippenplätze "nicht flächendeckend" erfüllen können.

Rechne man die alternative Betreuung von Kleinkindern bei Tagesmüttern ein, bei deren Akquise die Stadt hinter ihren eigenen Plänen hinterherhinke, fehlen nach Berechnungen von "Lernorte für Dresden" im August über 280 Plätze. Weitere rund 400 Kindergarten-Plätze würden zudem im Herbst 2014 für Kinder der Altersgruppe drei bis sechs Jahre fehlen. Die Eltern stützen sich dabei auf Bedarfs- und Angebotsstatistiken im aktuellen Kita-Fachplan. Die Initiative fordert daher kurzfristige Umwandlungen von Kindergarten- in Krippenplätze (und umgekehrt) - je nach aktuellem Bedarf. Die Stadt müsse zudem schneller Tagesmütter gewinnen und mehr Container-Kitas aufstellen.

"Die dem Kita-Fachplan zugrunde liegenden Berechnungen erklären sich nicht an jeder Stelle auf den ersten Blick", räumt Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) ein. Insofern hätte er sich gewünscht, dass die Elterninitiative erst den Eigenbetrieb oder ihn selbst befragt hätte, denn es handele sich um Fehlinterpretationen: Den Platzangaben im Fachplan liege die langjährige Praxiserfahrung zugrunde, dass die Kapazitäten in den Kitas nicht das ganze Jahr konstant ausgelastet werden. Vielmehr "wachsen" Krippenkinder je nach Alter im Jahresverlauf in die Kindergarten-Gruppen hinein, zudem werden vor ihrer Einschulung viele Plätze schlagartig frei. Seidel geht daher weiter davon aus, dass Dresden den Krippen-Rechtsanspruch erfüllen wird.

Tatsächlich aber wird es für den Kita-Eigenbetrieb schwerer, neue Tagesmütter zu gewinnen: Weil der Dresdner Arbeitsmarkt brummt, ist es längst nicht mehr so leicht wie vor ein paar Jahren, arbeitslose Frauen und Männer zu finden, die sich in der Kleinkind-Betreuung selbstständig machen wollen. Das Kita-Ausbauprogramm der Stadt saugt weiteres pädagogisch geschultes Personal vom Markt. Eigentlich wollte der Eigenbetrieb bis zum Sommer über 1900 Tagespflege-Plätze akquirieren. Tatsächlich aber betreuen derzeit 395 Tagesmütter und -väter nur 1703 Kinder im Krippenalter.

Unterm Strich sind dies zwar 44 Tagespflegestellen mit knapp 200 Plätzen mehr als im Vorjahr. Doch in diesem Tempo ist die Zielvorgabe für den Sommer ehrgeizig zu nennen. Der Kita-Eigenbetrieb braucht nun noch 40 bis 50 Tagesmütter und -väter - hält dies aber bis zum Herbst für "umsetzbar". "Ein Defizit gegenüber dem Planungsansatz im Bereich der Kindertagespflege wird derzeit nicht erwartet", schätzte der Geschäftsbereich Soziales ein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.04.2013

Heiko Weckbrodt

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