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Eltern kritisieren Personalausstattung in Dresdner Kindereinrichtungen

Kinderbetreuung Eltern kritisieren Personalausstattung in Dresdner Kindereinrichtungen

Zum 1. September sind Erzieher in Kindereinrichtungen für weniger Mädchen und Jungen zuständig. Der sogenannte Betreuungsschlüssel ist vor allem eine Berechnungsgröße und die Verbesserung durch den Freistaat geht den Dresdner Eltern noch nicht weitgenug.

Zum 1. September sind Erzieher in Kindereinrichtungen für weniger Mädchen und Jungen zuständig.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Zum 1. September sind Erzieher in Kindereinrichtungen für weniger Mädchen und Jungen zuständig. Der sogenannte Betreuungsschlüssel ist vor allem eine Berechnungsgröße und die Verbesserung durch die CDU-SPD-Regierung im Freistaat geht den Dresdner Eltern nicht weit genug.

Ab 1. September verstärken 31 zusätzliche pädagogische Fachkräfte die Erzieherteams in städtischen Kindertageseinrichtungen, die Kindergartenkinder betreuen. Der Personalschlüssel verbessert sich rechnerisch so, dass eine pädagogische Fachkraft 12 Kinder betreut. Bisher lag das Verhältnis bei eins zu 12,5. Die für die Dresdner Kitas verantwortliche Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Die Linke) begrüßt die Verbesserung zwar. „Der neue Personalschlüssel ist ein Schritt in die richtige Richtung, wer sich von dem neuen Personalschlüssel aber eine deutliche Verbesserung der pädagogischen Möglichkeiten in den Kitas verspricht, wird enttäuscht werden“, so die Sozialbürgermeisterin. So würdige der Freistaat die Integrationsleistungen der Erzieher bislang nicht im Betreuungsschlüssel. Bereits im Vorjahr hatte das Land den Schlüssel leicht verbessert. Für die aktuell in Kraft tretende Schlüsselverbesserung rechnet die Stadt mit 1,4 Millionen Euro zusätzlichen Personalkosten pro Jahr für die benötigten 28 Vollzeitstellen. Auch in Kinderkrippen wird sich der Personalschlüssel verändern. Ab dem 1. September 2017 zunächst von eins zu 6 auf eins zu 5,5 und ein Jahr später auf eins zu 5.

Die Personalverbesserung gehört auch zu den Hintergründen für die Beitragserhöhung für Eltern, die für den 1. September dieses Jahres schon beschlossen ist und für den 1. September 2017 geplant wird. Auch deshalb überwiegen bei den Eltern kritische Töne. „Wir würden uns natürlich wünschen, das sich die Elternbeiträge nicht weiter erhöhen“, erklärte Sascha König-Apel, der Sprecher des Stadtelternrates gegenüber DNN. Man müsse jedoch auch realistisch sein und akzeptieren, dass man an einer Erhöhung aufgrund der steigenden Betriebskosten nicht vorbei komme, solange sich im Freistaat die Haltung gegenüber der Bedeutung der Frühkindlichen Bildung nicht grundlegend ändert. Vom Eigenbetrieb fordert er vollständige Transparenz zur Kostensteigerung. „Leider glaube ich nicht, dass es zu spürbaren Verbesserungen in der Qualität kommen wird, dafür ist der Fortschritt beim Betreuungsschlüssel zu gering“, sagte der Elternsprecher. Ausfälle durch Urlaub, Krankheit oder Weiterbildung würden nicht realistisch in den Personalschlüssel einbezogen.

Die Landesregierung müsse die Frühkindliche Bildung finanziell besser ausstatten und die Zuschüsse zeitgemäß anpassen. „Vom Land wird nur die Betreuungszeit von 9 Stunden bezahlt, was mittlerweile aber vollkommen an der Realität vorbeigeht, da oft Betreuungszeiten von 10 Stunden und mehr die Regel sind.“ Das dünne zum einen die Personaldecke aus und müsse zum anderen von den Kommunen selbst bezahlt werden. „Käme da eine finanzielle Entlastung für die Kommunen, könnten Beitragserhöhungen vorerst sicher vermieden werden“, so König-Apel.

Von Ingolf Pleil

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