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Elite macht's möglich? Verschont der Exzellenz-Titel die TU Dresden vorm Stellenabbau?

Elite macht's möglich? Verschont der Exzellenz-Titel die TU Dresden vorm Stellenabbau?

Am Nachmittag fällt in Bonn die Entscheidung darüber, ob die TU Dresden im Rahmen der Exzellenzinitiative mit insgesamt rund 170 Millionen Euro gefördert werden soll.

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Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden, hofft auf die Anerkennung des Exzellenz-Status für die TUD (Archivbild).

Quelle: Dietrich Flechtner

Läuft alles nach den Wünschen der TU Dresden und wird auch ihr Zukunftskonzept„The Synergetic University“ gefördert, darf sich Dresdens Hochschule „Exzellenz-Uni“ nennen. Aber welche Folgen hat ein derartiger Titel? Und vor allem: Was nützt er den Dresdner Studenten? In deren Fokus ist in den vergangenen Monaten besonders ein Thema geraten: Der geplante Stellenabbau des Freistaates. Bis 2020 sollen zahlreiche Stellen an den 15 sächsischen Hochschulen gestrichen werden. Verschont also ein Elite-Titel die TUD vor dem geplanten Abbau für Lehrende? Und andersherum gefragt: Was ist zu befürchten, sollte der Bewilligungsausschuss Dresdens Anträge ablehnen?

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Am Verbund der exzellenz-Bewerbung sind selbst die Staatlichen Kunstsammlungen beteiligt.

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Was passiert, wenn die TU nicht gefördert wird, möchte Karltheodor Huttner zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommentieren. Was passiert, wenn die TU den Exzellenz-Titel bekommt, macht der Sprecher des Sächsischen Wissenschaftsministerium aber deutlich: „Dann wird der Stellenabbau an der TU Dresden ausgesetzt“.

Er habe keine Zweifel daran, dass Ministerpräsident Tillich (CDU) sich an diese Zusage hält, sagt der hochschulpolitische Sprecher der sächsischen CDU-Fraktion Geert Mackenroth. Denn die Aussage des Ministerpräsidenten sei bekannt. „Und kein Ministerpräsident kann es sich leisten, ein solches Versprechen nicht zu erfüllen“, so der CDU-Politiker.

Tatsächlich sei es so, dass die Staatsregierung die TU Dresden im Falle einer Förderung vor den Kürzungen verschonen wolle, meint Gerhard Besier, wissenschafts- und hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Sächsischen Landtag. Doch wolle die Regierung grundsätzlich an den Stellenkürzungen festhalten, weshalb die anderen sächsischen Hochschulen das Nachsehen hätten, so Besier.

„Es ist zu erwarten, dass die TU Dresden Exzellenzuniversität wird“, erklärt er. Das habe nicht nur wissenschaftliche, sondern auch politische Gründe. Der Linken-Politiker spielt damit auf die Tatsache an, dass die TU Dresden als einzige „Ost-Universität“ noch im Rennen um den Exzellenz-Titel ist. Als Folge einer Förderung der TU ist nach Meinung von Besier eine Konzentration der sächsischen Gelder auf die TU Dresden zu erwarten. Diese „Leuchtturm“-Politik werde den inneren Zusammenhalt zwischen den sächsischen Hochschulen und Universitäten empfindlich stören.

Geert Mackenroth glaubt hingegen nicht an einen „Ost-Bonus“ für die TU Dresden. „Die Entscheidungen in diesem Wettbewerb fallen nicht nach regionalen Proporzgründen, sondern nach klassischen Wettbewerbsstrukturen“. Und das sei auch gut so. Allein Leistung sollte in einem solchen Wettbewerb eine Rolle spielen. „Und da kann sich die TU bestens sehen lassen“, meint das sächsische Landtagsmitglied zuversichtlich.

Auch der Rektor der TU hofft auf den Exzellenz-Titel. „Der Titel wäre für die TU und ganz Sachsen ein großer Erfolg“, so Müller-Steinhagen. „Wir wissen von anderen Exzellenz-Universitäten, dass mit dem Titel die nationale und internationale Sichtbarkeit stark steigt“. Dies führe auch zu einer Stärkung des gesamten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes.

Das kann Ulrich Marsch nur bestätigen. Die Vorteile, die eine Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative mit sich bringt, hat der Sprecher der TU München (TUM) schnell aufgezählt: Mehr Lehrpersonal, aktuellere Forschungsgebiete, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die Absolventen. Im Detail spricht er von über 30 Professoren und zahlreiche Mitarbeitern, die seit Förderungsbeginn eingestellt worden seien.

Die TU München wird seit 2006 in vier Projekten gefördert, darunter in ihrem Zukunftskonzept "TUM. The Entrepreneurial University". „Die Studenten genießen die Lehre in topaktuellen Forschungsbereichen wie der Roboterforschung oder der DNS-Strukturforschung“, erklärt Marsch. Der Exzellenz-Titel gehe also mit einer deutlichen Qualitätssteigerung in der Forschung und Lehre einher. „Und daraus ergeben sich für Hochschulabsolventen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, so der TUM-Sprecher.

Die Vorteile eines Elite-Titels sind also klar. Was aber, wenn die TU entgegen vieler Erwartungen nicht gefördert wird? „Über diesen Fall denken wir nicht nach“, sagt Geert Mackenroth direkt. Die TU Dresden werde am Freitag gewinnen. „Sie ist eine exzellente Uni und wird es auch bleiben“.

Über den Fall des Falles – eine Nichtbewilligung der TU-Anträge – möchte also niemand richtig sprechen. Hans Müller-Steinhagen räumt allenfalls ein, dass man im „Nicht-Erfolgsfall“ sicherlich nicht davon ausgehen könne, von der derzeitigen Runde der Stellenkürzungen vollständig verschont zu bleiben. „Allerdings hat Ministerpräsident Tillich uns mehrfach zugesichert, dass der Freistaat die TU Dresden auch ohne Exzellenz-Siegel weiter dabei unterstützen wird, ihr Zukunftskonzept umzusetzen“, so der Rektor.

Am Nachmittag fällt die Entscheidung über den Exzellenz-Titel in Bonn. Dann wird sich zeigen, welches seiner Versprechen Ministerpräsident Tillich einhalten muss.

Leonie Born

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