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Elbpegel sinkt, doch das Grundwasser in Dresden steigt

Elbpegel sinkt, doch das Grundwasser in Dresden steigt

Der Elbpegel sinkt, doch das Wasser macht nicht nur in Flussnähe weiter zu schaffen. Landesweit steigen die Grundwasserstände stark an, teilt das Sächsische Umweltministerium mit.

"Der Anstieg wird sich in den nächsten Wochen weiter fortsetzen. Das betrifft auch Gebiete, die nicht in Flussnähe liegen und deshalb nicht unmittelbar vom Hochwasser betroffen sind", so Umweltminister Frank Kupfer.

Doch wie ist die Grundwassersituation im Stadtgebiet von Dresden? "Sehr unterschiedlich. Am größten sind die Anstiege natürlich im Nahbereich der Elbe. Besonders betroffen ist vor allem der Osten Dresdens mit Laubegast, Zschieren, Zschachwitz, Leuben, weil in diesem Gebiet das Wasser von beiden Seiten drückt: von der Elbe und vom Alt-Elbarm", erklärt Kirsten Ullrich vom Umweltamt der Stadt Dresden. Ebenso spielt die Topographie eine wichtige Rolle.

Die gute Nachricht: "Durch den sinkenden Elbpegel scheint sich nahe der Überflutungsfläche ein Grundwasserscheitel auszubilden", so Ullrich weiter. Die schlechte Nachricht: "Im Hinterland wie Striesen, Gruna und Blasewitz werden die Grundwasserstände weiter steigen - aber langsam." Besonders betroffen vom Grundwasseranstieg sei auch die Friedrichstadt.

Wie groß die Gefahr für das eigene Zuhause wirklich ist, kann jeder annähernd anhand der Werte bestimmen, die die rund 50 Messpunkte in Dresden liefern. Die Stadt veröffentlicht sie auf ihrer Homepage und aktualisiert sie mehrmals am Tag. Mehrheitlich zeigen derzeit orange bzw. rote Pfeile nach oben. Doch das allein heißt nicht, Gefahr ist im Verzug. "Wenn der Grundwasserpegel sechs Meter unter der Erdoberfläche liegt und innerhalb von 24 Stunden um zehn Zentimeter steigt, ist das nicht so dramatisch, als wenn das Grundwasser bereits zwei Meter unter der Erdoberfläche steht", erläutert Kirsten Ullrich.

Wo die Reise hingeht, darüber geben Karten Aufschluss, die die Verwaltung auf ihrer Seite www.dresden.de ins Internet gestellt hat. Sie zeigen Modellrechnungen für zu erwartende Grundwasserhöchststände nach einem Elbpegel von 8,50 Metern bzw. 9 Meter nach Durchlauf eines Hochwassers.

In der Dresdner Innenstadt ist der Grundwasserstand derzeit offenbar nicht dramatisch. In Museen und Einrichtungen arbeiten Grundwasserabsenkungsanlagen. "Dort sieht es gut aus", sagt Kirsten Ullrich. Auch in den großen Einkaufszentren und Kaufhäusern in der Innenstadt gibt es keine Probleme. Selbst die Centrumgalerie, die vorsorglich das Parkdeck im Untergeschoss geschlossen hatte, will dieses heute wieder öffnen. Entspannt zeigt man sich des Weiteren in allen Dresdner Krankenhäusern - selbst in den beiden Städtischen Krankenhäusern in der Friedrichstadt und in der Neustadt. Im Gelände des Diakonissenkrankenhauses wurde Donnerstagnachmittag die Tiefgarage des Betreuten Wohnens der Diakonissenanstalt mit Sandsäcken beschwert. Im Krankenhaus selbst gibt es keine Probleme. "Der Krankenhausbetrieb läuft regulär. Die Anfahrt über die Holzhofgasse ist für Patienten, Angehörige und Besucher bis zum Ambulanzeingang gewährleistet", betont Sprecherin Gesa Henke. Mit der Entspannung der Hochwasserlage durch den Rückgang des Elbpegels kann jetzt auch die Feuerwehr mit dem Leerpumpen von Kellern beginnen. Aufträge nimmt die Leitstelle unter Ruf 112 entgegen. "Der Einsatzleiter entscheidet jedoch, ob ein Abpumpen derzeit überhaupt ratsam ist", so Feuerwehrsprecher Thomas Mende. Denn drückt von unten das Grundwasser, sollte man das Abpumpen tunlichst vermeiden. "Unter Umständen hebt das Grundwasser das Haus an und das führt zu schwerwiegenderen Schäden, als wenn das Wasser im Gebäude bleibt", so Dr.-Ing. Karsten Vietor, Beratender Ingenieur bei der Ingenieurkammer Sachsen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.06.2013

Catrin Steinbach

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