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Elbewasserstand in Dresden auf Höchstniveau

Kapitäne in Sorge Elbewasserstand in Dresden auf Höchstniveau

Wie wird das Schifffahrtsjahr 2016? Genau so übel wie 2015, als Niedrigwasser die Dampfer und Frachtschiffe wochenlang zu unfreiwilligen Fahrpausen zwang? Im Moment liegt der Elbepegel in Dresden über dem Durchschnittsmaß. Aber was kommt noch aus Tschechien?

So sah die Elbe beim Hochwasser im Januar 2011 aus.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Der Labepegel sinkt. Schon wieder! Im ostböhmischen Němčice nad Labem fällt er langsam, in Melnik ist er gerade noch konstant. Das gilt auch für Litoměřice, Ústí und Děčín. Doch die Aussichten sind schlecht. Im Riesengebirge ist der Schnee weg, jetzt braucht es Regen im Einzugsgebiet der Elbe, damit der Pegel in Dresden nicht unter das übliche Maß fällt. Das sind 1,85 Meter. Am Freitagnachmittag meldete das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) genau 2,30 Meter.

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Das vergangene Jahr zwang die Dampfer und Frachtschiffe auf der Elbe zu vielen Fahrpausen. Niedrigwasser machte Fahrten oft unmöglich. Jetzt führ die Elbe mehr Wasser als im Jahresdurchschnitt. Doch der Schnee im Riesengebirge ist weg. Die Hydrologen in der Hochwaserzentrale wagen keine langfristige Prognose. Sie raten: Abwarten!

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„Ja, die über Monate anhaltende Niedrigwassersituation ist vorerst beendet“, stellte LfULG-Sprecherin Karin Bernhardt fest. „Das hängt vor allem mit dem Tauprozess bis in die oberen Lagen des Riesengebirges zusammen.“ Die Elbe ist also dank der Schneeschmelze in Tschechien vom Rinnsal wieder zum Strom geworden. Zwischen Terrassenufer und Königsufer füllt sie zur Zeit das gesamte Flussbett aus. Auch der Kies auf rechtselbischer Seite, zwischen dem im Spätsommer und Herbst das Unkraut sprießte, ist unter dem Wasser verschwunden. Doch es droht neues Ungemach. „Der Schnee ist so gut wie weg“, so Bernhardt, „da kommt also nicht mehr viel Wasser nach.

Nach dem Niedrigwasser könnte damit vor dem Niedrigwasser sein. Doch die Hydrologen im Hochwasserzentrum des Freistaats in Klotzsche wagen keine langfristige Prognose. Sie blicken maximal bis zu drei Monate voraus. „Fällt die normale Niederschlagsmenge, gibt es kein Niedrigwasser“, legte sich Hydrologin Petra Walther für diese Zeit fest. Auch wenn in den kommenden Monaten, also bis April, pro Monat nur die Hälfte des üblichen Niederschlags fällt, sieht sie keine Probleme. Dann liegt der Elbepegel stets etwa zwischen 1,60 und 1,95 Metern. Wenn es jetzt aber kräftig und lange regnen sollte, kann leicht ein Hochwasser entstehen. Denn „wir haben keine Vegetationsperiode“. Das Wasser würde schnell abfließen und landet letztlich in der Elbe.

Das Niedrigwasser im vergangenen Jahr deutete sich bereits in der Winterperiode an. „Wir hatten im Februar 2015 so gut wie keine Niederschläge“, erinnert Petra Walther an den Beginn der Flachwasserperiode. „Der trockene Winter war die Grundlage dafür, dass der Wasserstand der Elbe immer weiter gesunken ist.“ Das sei ab Mai losgegangen. „Und im Juni hatten wir dann richtig Probleme“. Im Vergleich dazu sei die Ausgangslage jetzt gut. „Abwarten“, rät die Hydrologin Schwarzmalern, die bereits das nächste Katastrophenjahr für die Elbeschifffahrt kommen sehen.

Von Christoph Springer

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