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Elaskon plant Ausbau in Reick - Chinesen wild auf Dresdner Autopflege

Elaskon plant Ausbau in Reick - Chinesen wild auf Dresdner Autopflege

Dresden.Elaskon-Chef Karl Schwald will in diesem Jahr rund eine Million Euro in sein Chemie-Unternehmen investieren. Vor allem wegen der großen asiatischen Nachfrage nach Dresdner Schmierstoffen und Autopflege möchte er unter anderem eine Verladestation für Hochsee-Container auf dem Firmengelände in Reick bauen und seine Lager erweitern.

In den nächsten Jahren plant er zudem einen Fabrikausbau.

"Bisher hat der chinesische Mann anders getickt als der deutsche, dem sein Auto das liebste Kind ist", erzählt Schwald, der gerade von einer Asien-Reise zurückgekehrt ist. "Dem Chinesen war früher nur wichtig, dass sein Wagen rollt. Jetzt ist ein Umdenken im Gange - und das merken wir an der Nachfrage für unsere Autopflege. Da entwickelt sich ein Riesenmarkt für uns."

Deshalb hat Schwald am 1. Januar eine Elaskon-Filiale in Schanghai eröffnet. Denn die Chinesen, so weiß der Mittelständler auf Globalisierungskurs inzwischen, haben keine Lust, wochenlang zu warten, bis ein Schiff mit der Dresdner Autopflege eintrifft - sie erwarten immer sofortige Lieferung. Ursprünglich hatte Elaskon sogar erwogen, im Reich der Mitte eine eigene Produktion aufzuziehen. Doch das hat sich der Chef abgeschminkt: Zu groß ist die Angst, dass ihm die kopierfreudigen Chinesen die Geheimrezepte abluchsen.

Produziert wird also weiter nur in Dresden, wo sich Schwald nach eigenem Bekunden auf die Loyalität seiner Mitarbeiter verlassen kann. Und da auch die Nachfrage aus Indien, Russland und anderen Staaten wächst, baut Schwald an der Lohrmannstraße aus: In diesem Jahr werden die Laderampe für Hochsee-Container errichtet, alte Baracken abgerissen,eine Lagerhalle renoviert, das frühere Verwaltungsgebäude in einen neuen Sanitärtrakt für die Mitarbeiter umgebaut und das Produktionsgelände neu eingezäunt, um weiteren Einbrüchen einen Riegel vorzuschieben.

All dies bereitet eine größere Investition vor: Weil auf dem vor einigen Jahren übernommenen Gelände westlich der Lohrmannstraße nur Lager, aber keine Fabriken geduldet werden, verhandelt Schwald nun mit der Deutschen Bahn um ein Grundstück östlich des Elaskonwerks. "Denn wenn das so weitergeht mit dem Wachstum, müssen wir auch unsere Produktion ausbauen", sagt der Chef. Seit der Reprivatisierung 1992 ist der Weltmarktführer in der Nische nämlich fast ständig gewachsen, erfreuten sich die Seilschmierstoffe, Bau-Trennmittel und Autopflege-Produkte ("K 60 neu") aus Dresden steigender Beliebtheit nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Auf Geheiß "von oben" hatten beispielsweise die russischen Kunden zeitweise auf einheimische Produkte und dafür Elaskon vor die Tür gesetzt. Jetzt haben die Russen diese Entscheidung revidiert. "Die haben gemerkt, dass unsere Stoffe besser sind", meint Schwald.

So kletterte der Umsatz im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent auf 25 Millionen Euro, die Belegschaft ist auf 80 Mitarbeiter gewachsen. In den nächsten drei Jahren, so rechnet Schwald, soll der Personalstamm auf 90 bis 95 Mitarbeiter zulegen, die dann etwa 30 Millionen Euro umsetzen sollen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.03.2014

Heiko Weckbrodt

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