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"Eklat" um Flutopfer im Dresdner Sozialkaufhaus - Seniorin fühlt sich ungerecht behandelt

"Eklat" um Flutopfer im Dresdner Sozialkaufhaus - Seniorin fühlt sich ungerecht behandelt

In einem Brief an Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hat Dr. Herbert Flegel, nach eigenen An-gaben Vorsitzender des "Sozialen Bürgerinteressenverbandes" von der Pillnitzer Landstraße 195, massive Kritik am Gebaren im Sozialkaufhaus Dresden geübt.

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Silvia Restel im Lager der Waren für Flutopfer. Die Kaufhauschefin will künftig persönlich dabei sein, wenn Flutopfer vorsprechen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Er sei mit einer alleinstehenden, schwerbehinderten 75-jährigen Dresdnerin dort gewesen und habe eine Diskussion mit einem "diskriminierenden Anstrich" erlebt. Die ältere Dame "erregte sich ob der beleidigenden Behandlung durch die Mitarbeiter des Kaufhauses auch in dem Maße, so dass sie einen Herzanfall erlitt".

Was ist laut Dr. Flegel geschehen? Die 75-jährige Christa B. aus Loschwitz war im Juni vom Hochwasser betroffen. Im Keller machte das Wasser einen Kleiderschrank, "Wäsche, Gardinenstoff, der noch genäht werden sollte, Kleidung, Bücher, Haushaltsgeräte" und einen Hometrainer unbrauchbar. Frau B. habe sich beim Ortsamt eine Bestätigung geholt, dass sie vom Hochwasser betroffen war und sei dann mit ihm ins Sozialkaufhaus gefahren, um sich einen Kleiderschrank und andere Gegenstände zu kaufen. "Da das Warenangebot sehr beschränkt war, hatte sie sich nur einige wenige Gegenstände wie Haushaltsgeräte, Gardinen, 1 Gardinenleiste, 2 Bücher und ein Trainingsgerät ausgesucht. Die Überraschung kam an der Kasse. Es wurde ihr erklärt, dass sie ja nur einen Wasserschaden im Keller gehabt habe und da könnte sie doch keine Gardine und die anderen Waren kaufen wollen... Es wurde der Eindruck vermittelt, als wenn die Käuferin sich in unredlicher Weise die Waren beschaffen wolle." "Die Mitarbeiter argumentierten, dass im Keller ja ohnehin nur Konserven aufbewahrt würden und es dafür daher nichts gäbe", sagt Christa B. gegenüber DNN. Sie hat ihren Ärger selbst auch schriftlich festgehalten (liegt der Redaktion vor). "Auf unser Verlangen, die Leiterin des Kaufhauses zu sprechen, führte kein Weg hinein." Man habe sich geweigert, die Leiterin zu holen bzw. Christa B. zu ihr zu lassen.

Silvia Restel, die Leiterin des Sozialkaufhauses an der Könneritzstraße, konnte sich an den Fall erinnern, denn die betreffende Mitarbeiterin habe sie in dem Streitfall um Rat ersucht. Restel wehrt sich gegen den Vorwurf der Diskriminierung. "Wir versuchen nach bestem Wissen und Gewissen die Waren, die konkret für Flutopfer gespendet wurden und die wir angenommen haben, an die Bedürftigen zu verteilen. Leider gibt es diesmal - im Gegensatz zur Flut 2002 - nur sehr pauschale Bescheinigungen seitens der Stadt. Diese machen es uns sehr schwer, einzuschätzen, was durch das Hochwasser tatsächlich vernichtet wurde." In der Vergangenheit habe es immer wieder Fälle gegeben, dass "Leute sich hier Waren mitgenommen und dann auf den Trödelmarkt gestellt haben, um sie wieder zu verkaufen. Es ist manchmal für uns schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir handeln nach Treu und Glauben."

Generell seien die Waren, die für Flutopfer gespendet wurden, für selbige mit amtlichem Nachweis kostenlos. Gespendet worden seien allerdings nur Bekleidung, Hausrat und einzelne Möbel. Für die Waren, die das Sozialkaufhaus sonst anbiete, benötige man entweder den Dresden-Pass, dann könne man für ein bestimmtes Punktekontingent im Monat kostenlos einkaufen.

"Mit einem ALGII- bzw. einem Grundsicherungsbescheid oder einem Studentenausweis können Bedürftige Bekleidung, Schuhe, Möbel, Geräte, Bücher, Hausrat und anderes mehr gegen ein geringes Entgelt erwerben", so Restel. "Aus diesen Einnahmen finanzieren wir unsere Personal- und Sachkosten. Gewinn wollen und dürfen wir nicht machen." Nach den Worten der Kaufhausleiterin hätten die Beschwerdeführer einige der ausgesuchten Waren, die nicht aus dem Spendenlager für Flutopfer stammen, für ein geringes Entgelt kaufen können. Leider hätten die Betreffenden die Entscheidung nicht abgewartet, sondern das Sozialkaufhaus vorher verlassen. "Ich bedaure diesen Vorfall sehr und entschuldige mich hiermit ausdrücklich", sagt Silvia Restel. "Ich biete Frau B. an, sich persönlich an mich zu wenden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.07.2013

Catrin Steinbach

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