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Eishalle in Dresden: Interviews mit Dachdeckermeister und Sportstättenchef

Eishalle in Dresden: Interviews mit Dachdeckermeister und Sportstättenchef

Wie kann ein neugebautes Dach nach nur fünf Jahren derart großflächig aufreißen? DNN sprachen mit Kay Wagner, dem stellvertretenden Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks in Sachsen.

Frage: Herr Wagner, wie erklären Sie sich den Schaden an der Dresdner Eishalle?

Kay Wagner: Ich kann natürlich als unbeteiligter Fachmann nur mutmaßen, damit befasste Sachverständige kennen den Sachverhalt sicher schon sehr viel besser. Am realistischsten erscheinen mir Ermüdungserscheinungen des Materials während der extremen Kälte in den letzten zwei Wochen.

Darf das nach so kurzer Zeit passieren?

Bei fachgerechter Ausführung der Arbeiten ohne spätere Fremdeinwirkung eigentlich nicht. Die beim Bau verwendeten Materialien werden schließlich im Vorfeld einem intensiven Prüfverfahren unterzogen.

Wurde also gepfuscht?

Das kann ich ohne nähere Kenntnis nicht beurteilen. Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit: Der Winter vor einem Jahr war extrem schneereich. Das Dach der Dresdner Eishalle musste vom Schnee beräumt werden. Unsachgemäßer Umgang mit Räumwerkzeugen oder von Dachunkundigen könnten das Dach angegriffen haben.

Was für Reparaturkosten kommen in etwa auf die Stadt zu?

Ich schätze, dass sie einen mittleren sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen muss. Entscheidend ist nicht nur, wie groß der Schaden an der Dämmung ist, da ich ganz stark vermute, dass sie sich mit Schmelzwasser vollgesogen hat und es ohne einen Komplettaustausch nicht geht, sondern auch, welche weiteren Schäden am Dachaufbau dadurch wiederum entstanden sind.

Der Wettlauf gegen die Einsturzgefahr hat begonnen. Kann man das Dach innerhalb weniger Tage so weit flicken, dass es Regenwasser abhält?

Ja, das ist bei günstiger Witterung innerhalb kurzer Zeit möglich.

Interview:

"Wir tun alles Menschenmögliche"

Bei Sven Mania, dem Chef des Sportstätten- und Bäderbetriebes, laufen während der Sperrung der Eishalle alle Fäden zusammen. DNN sprachen gestern mit ihm.

Frage: Herr Mania, was geschah am Tag 1 nach dem Eishallenschock?

Sven Mania: Er begann mit einer schlaflosen Nacht, denn wir haben durchgearbeitet und die restlichen Wassermassen gebändigt. Bis in die frühen Morgenstunden hat es getropft. Dann kamen die Dachdecker, um weiter an der provisorischen Abdeckung zu arbeiten. Gutachter und Statiker waren ebenfalls noch einmal mit oben. Diesmal allerdings zusammen mit Vertretern der Firma, die das Material für das Weichdach hergestellt haben. Durch sie wurden Produktproben genommen.

Ist die Dämmung zu retten?

Der Statiker hat einen Teil des Dachs geöffnet, um sich ein Bild vom Zustand der Dämmung machen zu können. Dass sie bei den großen Mengen Schmelzwasser sehr durchfeuchtet ist, überrascht sicher niemanden. Mehr lässt sich zur Stunde noch nicht sagen.

Am Wochenende soll es regnen. Ist das Dach bis dahin notdürftig so weit geflickt, dass das Wasser nicht mehr ungehindert durchsickern kann?

Es ist ein Versuch und ich hoffe, dass er gelingt. Wir werden auf jeden Fall nicht untätig bleiben und alles Menschenmögliche tun, um die Eishalle vor weiterem Schaden zu bewahren. Die Arbeit der Dachdecker hat für uns größte Priorität. Wir haben veranlasst, dass sie sich die größten Risse und Spalten zuerst vornehmen, damit die Halle zunächst einigermaßen trocken übers Wochenende kommt.

Wurde der Schnee im Winter 2010/2011 vielleicht zu beherzt vom Dach der Halle geräumt, so dass sich dadurch nun die Risse bilden konnten?

Nein, das kann nicht sein. Zum Einsatz kamen damals nur Eimer, Besen und Schneeschieber. Und außerdem ist das Dach an Stellen beschädigt, wo wir damals überhaupt nicht geschoben oder gekehrt haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.02.2012

Christoph Stephan

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