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Einzelhändler Globus bietet Dresden millionenschwere Geschenke

Einzelhändler Globus bietet Dresden millionenschwere Geschenke

Globus geht in die Charme-Offensive. Das Einzelhandelsunternehmen, das am Alten Leipziger Bahnhof an der Leipziger Straße ein SB-Warenhaus errichten will, hat tief in die Geldbörse gegriffen und will mit vorweihnachtlichen Geschenken um Sympathien für das umstrittene Vorhaben werben.

Am Montag werden die Pläne im Ortsbeirat Neustadt vorgestellt.

So soll auf Globus-Kosten die marode Eisenbahnstraße saniert werden. Gleichzeitig finanziert Globus auch die Verbreiterung der Leipziger Straße in stadtauswärtige Richtung. Es sollen neue Geh- und Radwege entstehen, ebenso wird auch der verfallene Alte Leipziger Bahnhof mit seinen Nebengebäuden saniert. Globus bezahlt neue Haltestellen an der Hansastraße und der Leipziger Straße. Das verteuert das Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro, die Globus-Sprecherin Uta Lipinksi den DNN im Juni nannte, auf 60 Millionen Euro.

Der Einzelhandelskonzern garantiert auch den Ausbau der Bahnbögen an der Eisenbahnstraße. Sie sollen geöffnet und für eine gewerbliche Nutzung - geplant sind Läden oder Anbieter von Dienstleistungen - zur Verfügung gestellt werde. Diese "Geschenke" werden in einem Durchführungsvertrag mit der Stadt festgeschrieben - falls der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau des Stadtrates den entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplan billigt.

Es gibt allerdings trotz aller Geschenke Argumente, die gegen ein SB-Warenhaus in der Leipziger Vorstadt sprechen. So untersuchte ein Erfurter Büro die Auswirkungen eines Globus-Marktes auf den Einzelhandel und kommt zu dem Schluss, dass 2015 bereits eine deutliche Überversorgung im Bereich Lebensmittel von etwa 24 Prozent besteht. Dem will Globus entgegenwirken, indem die Verkaufsfläche etwas reduziert wird. So soll das Warenhaus nur noch 8800 Quadratmeter statt ursprünglich 10 000 haben. Die integrierte Shopzone soll nunmehr über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen, um die in Sachsen geltenden Bestimmungen einhalten zu können.

Problematisch sehen Gutachter die Auswirkungen von Globus auf den Verkehr. Die wichtigen Verkehrsknoten im Umfeld des Alten Leipziger Bahnhofs seien schon jetzt in Spitzenzeiten an den Kapazitätsgrenzen angelangt, der Einkaufsverkehr werde das Problem drastisch zuspitzen. Die Verkehrsplaner rechnen damit, dass die Reisegeschwindigkeit auf der Leipziger Straße stadteinwärts um etwa 4,5 Kilometer pro Stunde auf 27,5 Stundenkilometer abnehmen wird. Stadtauswärts rollen die Fahrzeuge bis zu 8,5 Kilometer pro Stunde langsamer als heute.

Richard Kaniewski, SPD-Stadtrat aus dem Ortsamt Pieschen, lehnt denn auch die neuen Globus-Pläne ab: "Wir stehen zu unserem Nein. Ein weiterer Großmarkt wäre schädlich für den Einzelhandel in Pieschen." Aus Sicht der SPD-Fraktion wäre das Areal des Alten Leipziger Bahnhofs hervorragend für Wohnen, Kultur und Freizeitnutzungen geeignet. "Wir brauchen lebendige Stadtviertel, keine überdimensionierten Großmärkte", so Kaniewski.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.12.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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