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Eine zweigeteilte Uni-Umfrage und die Meinung der Dresdner zur Zahl und Notwendigkeit von Einkaufszentren

Eine zweigeteilte Uni-Umfrage und die Meinung der Dresdner zur Zahl und Notwendigkeit von Einkaufszentren

Die einen freuen sich schon auf 400 Sorten Käse, 80 Sorten Fisch und frisch produzierte Back-, Fleisch- und Wurstwaren in einem Globus-SB-Warenhaus nahe des Neustädter Bahnhofes, das bequem anzusteuernde und vor allem ausreichend Parkplätze bietet.

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Quelle: DNN

Und darauf, dass wieder eine Brache verschwindet. Andere raufen sich die Haare, weil in Dresden erneut ein Einkaufsmarkt entstehen soll, und zwar in einer Dimension, die für das Umfeld - vor allem die nahe Äußere Neustadt - aus ihrer Sicht nicht mehr verträglich ist und in der Umgebung zu zusätzlicher Verkehrsbelastung führt.

Eine Umfrage des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden (IfK) zum Thema Einkaufszentren scheint den Kritikern jetzt Recht zu geben. "Mehrheit der Dresdner gegen neue Einkaufszentren" titelt die "Allianz für Dresden" - die Globus-Gegner - gestern in einer Pressemitteilung im Ergebnis ihrer Auswertung der TU-Umfrage. Diese zeige "endlich einmal ganz klar, dass die Dresdner nicht viel von weiteren großen Einkaufszentren halten", so Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen.

Tatsächlich finden 68 Prozent der (repräsentativ) per Telefon Befragten 514 Dresdner (und 67 Prozent der nicht repräsentativ online Befragten), dass es in Dresden ausreichend Einkaufszentren gibt. 26 Prozent der repräsentativ am Telefon Befragten (und 30 Prozent online) sind sogar der Ansicht, dass es zu viele Einkaufszentren gibt. Für vier Prozent (bzw. drei Prozent online) gibt es dagegen zu wenige.

Doch ist es richtig, daraus zu schlussfolgern, dass die Mehrheit der Dresdner gegen neue Einkaufzentren ist? "Nein", sagt Professor Wolfgang Donsbach, Lehrstuhlinhaber am IfK. "Es ist ein politisch motivierter Versuch, diese Aussage reinzulesen. 68 Prozent der Befragten sagen zwar, dass sie nicht unbedingt mehr Einkaufszentren brauchen. Aber das heißt nicht zwangsläufig, dass sie gegen ein neues Einkaufszentrum sind." 26 Prozent (etwa ein Viertel) der repräsentativ Befragten finden, dass es schon zu viele Einkaufszentren gibt, "aber etwa drei Viertel sehen das nicht so". Das sei überhaupt auch eine Frage der Psychologie des Konsumenten. "Er hat von sich aus nicht den dringenden Zwang, ein neues Einkaufzentrum zu haben, aber wenn es ein neues gibt, nimmt er das möglicherweise auch an", interpretiert Donsbach.

Eigenwillig ist auch die Schlussfolgerung der Globus-Gegner bezüglich der zweiten TU-Frage zum Thema. Da wollten die Kommunikationswissenschaftler wissen, ob die Stadtverwaltung das Entstehen neuer Einkaufszentren durch Genehmigungen oder Verbote entscheiden oder ob dies der Wettbewerb zwischen den Einkaufszentren von alleine regeln solle. "66 Prozent der Online-Befragten sprachen sich für ein regulierendes Eingreifen der Stadt aus (von 681 Befragten) und bei der Telefonumfrage waren dies immerhin auch noch 46 Prozent (von 488 Befragten)", heißt es in der Mitteilung der "Allianz für Dresden".

Mit dieser Deutung wird zum einen der nicht repräsentativen Online-Befragung der Vorzug gegeben. Schließlich liegt dieser Wert höher. Zudem wird durch Nennung der Zahl der Befragten der Eindruck vermittelt, dass dieses Ergebnis mehr Gewicht hat. Schaut man sich jedoch das Ergebnis der repräsentativen Umfrage an, kommt man zu einem anderen Schluss. Da ist nämlich die Mehrheit - 54 Prozent der Dresdner - der Ansicht, dass der Markt das schon regeln werde. 46 Prozent finden dagegen, dass die Stadt regulierend eingreifen sollte. Umfragen sind eben immer auch eine Frage der Interpretation.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2014

Catrin Steinbach

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