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Eine Million Euro für Demokratie und Toleranz: Die Stadt ging nach dem rassistischen Mord in die Offensive

Eine Million Euro für Demokratie und Toleranz: Die Stadt ging nach dem rassistischen Mord in die Offensive

Hiba Omari hat eine besondere Beziehung zu Marwa El Sherbini: Die Jordanierin feiert am 1. Juli ihren 26. Geburtstag. Die Studentin der Elektrotechnik an der Technischen Universität Dresden ist die erste Stipendiatin des "Marwa-El-Sherbini-Stipendiums für Weltoffenheit und Toleranz", das der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden 2012 aufgelegt haben.

Mit 750 Euro pro Monat ist das Stipendium dotiert und auf vier Semester befristet.

Bei Hiba Omari soll es aber laut Doris Schmidt-Krech, Büroleiterin von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), eine Ausnahme geben: Das Kuratorium für das Stipendium hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, dass Hiba Omari noch ein weiteres Jahr als Dresdner Stipendiatin wirken soll. "Die dazu notwendige Beteiligung des Stadtrates ist in Vorbereitung", kündigte Schmidt-Krech an.

Die Bedeutung des Stipendiums sei nicht zu unterschätzen, so die OB-Büroleiterin. "Insbesondere im arabischen Raum, vor allem in Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien, wurde die Einrichtung des Stipendiums sehr gut aufgenommen." Hiba Omari wirke als akademische Botschafterin und sorge für eine noch bessere internationale Vernetzung der TU. Sie habe feste Kontakte zu Hochschulen in Riad (Saudi-Arabien) und Amman (Jordanien) aufgebaut. "Sie zeigt in ihrem Wirken, wie weltoffen Dresden ist und begeistert so Menschen für unsere Region", erklärte Schmidt-Krech. "In Dresden engagiert sie sich in studentischen Netzwerken und hilft neu zugezogenen Studenten in praktischen Fragen."

Mit dem Stipendium reagierte die Stadt gemeinsam mit dem Freistaat auf die gescheiterte Umbenennung einer Straße nach Marwa El Sherbini Anfang 2012. Es sollte eine andere Form gefunden werden, der ermordeten Ägypterin zu gedenken.

Nach dem Verbrechen am Landgericht habe die Stadt laut Schmidt-Krech zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen: So sei zum 1. Januar 2010 das Lokale Handlungsprogramm für Toleranz und Demokratie und gegen Extremismus gestartet. Jährlich stellt die Stadt 150 000 Euro zur Verfügung. "Ziel ist es, Menschenfeindlichkeit abzubauen und das Miteinander in Dresden zu fördern", erläutert Schmidt-Krech. Anfang 2011 sei die Stadt in das in diesem Jahr auslaufende Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" aufgenommen worden. Der Bund habe seitdem mehr als 250 000 Euro zur Verfügung gestellt. "Mit diesen und weiteren Maßnahmen werden bis Ende 2014 mehr als eine Million Euro in die Toleranz- und Demokratieförderung geflossen sein."

Mehr als 150 Projekte verschiedener Initiativen seien seitdem gefördert worden. So sei es gelungen, in Leuben und Laubegast Bürgernetzwerke zu etablieren, die sich aktiv für eine weltoffene Stadtgesellschaft einsetzen würden. "Es fanden wissenschaftliche Untersuchungen über ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer statt. An Dresdner Schulen gibt es Courage- und Demokratietage zum Abbau von Ängsten mit 'Anderen' - gleich ob Ausländer oder Menschen mit Behinderungen", nennt die OB-Büroleiterin einige Projekte.

Eine eigene Veranstaltung am 1. Juli plane die Landeshauptstadt aber nicht. Die Oberbürgermeisterin werde gemeinsam mit Hiba Omari an der Gedenkveranstaltung des Justizministeriums im Landgericht teilnehmen, so Doris Schmidt-Krech.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.06.2014

tbh

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