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Ein guter Winter für Pfennigfuchser - Bis zu 25 Prozent niedrigere Heizkosten in Dresden

Ein guter Winter für Pfennigfuchser - Bis zu 25 Prozent niedrigere Heizkosten in Dresden

Wenn der Winter weitestgehend ausbleibt und keine Kälte durch die Fensterritzen dringt, können die Heizungen abgedreht und viel Geld gespart werden. Dass sich viele diese Tugend zu Herzen genommen und ihr Heizverhalten angepasst haben, zeigt sich in der Nachwinterbilanz der Versorger.

Wie die Drewag - Stadtwerke Dresden GmbH mitteilt, ist sowohl der Gas- als auch der Fernwärmeverbrauch in Dresden deutlich niedriger gewesen als im Winter 2012/ 2013.

"Wir konnten im Vergleich zum Vorjahr teilweise Rückgänge von über 20 Prozent feststellen", sagt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann und fügt hinzu: "Dieser Effekt ist ganz normal, wenn man bedenkt, dass im März 2013 eine durchschnittliche Außentemperatur von 0,6 Grad Celsius gemessen wurde - in diesem Jahr waren es 8,3 Grad." Die hohen Temperaturen gerade zum Ende des Winters sorgten deshalb auch dafür, dass im März der Gasverbrauch um 35,1 Prozent zurückging. Bereits im Februar wurde ein Rückgang von 19,2 Prozent verzeichnet, aber auch in den restlichen Wintermonaten wurden im Schnitt zehn Prozent weniger Gas benötigt.

Der Rückgang kann auch bei der Versorgung mit Fernwärme nachvollzogen werden. So wurde im Dresdner Fernwärmenetz im Dezember eine Höchstleistung von 462 Megawatt gemessen. Im Vorjahr waren es 551 Megawatt und damit fast ein Fünftel mehr.

Trotz des schlechten Starts in das Jahr macht man sich bei der Drewag noch keine Sorgen um die Bilanzen. "Aus den Verbrauchszahlen lassen sich keine konkreten Umsatzzahlen ableiten. Darüber hinaus liegt noch ein komplettes Jahr mit Herbst und Winter vor uns. Unsere Kunden können sich jetzt erst einmal über die niedrigen Kosten freuen", sagt Ostmann.

Ähnlich entspannt sieht Jürgen Thauer die Situation, der auf der Königsbrücker Straße einen Mineralölhandel betreibt. "Die Nachfrage nach Heizöl nimmt ohnehin seit Jahren ab. Immer mehr Hausbesitzer erwerben Holzöfen oder Sonnenkollektoren", sagt Thauer. "Dennoch haben wir gerade im Januar und Februar nochmal einen Rückgang der Nachfrage bemerkt. Dass in diesen Tagen nur noch wenig Bestellungen eingehen, ist ganz normal. Wieviel Öl in diesem Winter wirklich verbraucht worden ist, zeigt sich erst, wenn ab August neues ausgeliefert wird und die Tanks noch halbvoll sind."

Die EEG-Umlage macht die Einsparungen hinfällig

Roland Pause von der Verbraucherschutzzentrale Sachsen bestätigt die kostensenkende Wirkung der warmen Temperaturen. "In diesem Winter war es im Schnitt 4,8 Grad wärmer. Eine Faustregel besagt, dass pro Grad 6 bis 7 Prozent Energie eingespart werden können. So sind in diesem Winter theoretisch Einsparungen von bis zu 25 Prozent möglich gewesen", erklärt Pause. Die Brieftaschen der Endverbraucher seien trotzdem nicht praller gefüllt. Was die Leute bei den Heizkosten gespart haben, sei durch die EEG-Umlage auf die Stromkosten wieder verloren gegangen, rechnet Pause.

Genauso wichtig wie das Abdrehen der Heizung sei aber auch die Wahl des richtigen Anbieters. Teilweise würden sich Preisunterschiede von 200 Euro bei einem angesetzten Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden im Jahr ergeben, so Pause. Der Experte empfiehlt den Preisvergleich im Internet. Darüber hinaus sollten die Verbraucher darauf achten, keinen ganz neuen Anbieter zu wählen, der vielleicht bald seine Preise anhebt und sich stattdessen eher für kommunale Energieversorger entscheiden.

Betrachtet man die Marktentwicklung der Gaspreise an der Leipziger Energiebörse EEX, fragt man sich, ob die Drohungen Russlands, den Gashahn zuzudrehen, ernst genommen werden. Mit rund 2,5 Cent für eine Kilowattstunde ist ein Dreijahrestief erreicht - die Gasspeicher sind auch nach dem Winter noch voll. Der Endkunde bezahlt mit rund sieben Cent pro Kilowattstunde jedoch fast das Dreifache.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.04.2014

Hauke Heuer

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