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Ein Stolperstein für ehemaligen DNN-Chefredakteur Julius Wollf

Denksteine an NS-Opfer Ein Stolperstein für ehemaligen DNN-Chefredakteur Julius Wollf

An Julius Wollf, den früheren Chefredakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten, und seine Frau erinnern seit Mittwoch zwei Stolpersteine. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat die beiden zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten in Dresden verlegt.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte die Stolpersteine zu Ehren von Julius Ferdinand Wollf und seiner Frau.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  An Julius Ferdinand Wollf, den früheren Chefredakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten, und seine Frau Johanna Sophie erinnern seit Mittwoch zwei Stolpersteine. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat die beiden zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten auf dem Fußweg an der Ecke Franz-Liszt-Straße / Ecke Wiener Straße verlegt – dem letzten selbst gewählten Wohnort der Eheleute. Julius Ferdinand Wollf hatte die DNN von 1903 bis 1933 geleitet. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste er, der Christ jüdischer Abstammung war, Abschied nehmen von der DNN und alle öffentlichen Ämter niederlegen. Am 27. Februar 1942 nahmen Wollf und seine Frau sich das Leben.

Die DNN haben die Patenschaft über den Gedenkstein für Julius Ferdinand Wollf übernommen. „Wollf war ein weltoffener, engagierter Mensch, ein Journalist aus Leidenschaft“, betonte Bernd Hempelmann, stellvertretender DNN-Chefredakteur, während der Verlegung. „Ich finde es würdig und eine schöne Idee, auf diese Weise Menschen wie der Wollfs zu gedenken, an die sonst nichts mehr erinnert“, erklärte Rafi Siano, der extra aus Haifa in Israel angereist war. Der 75-Jährige, dessen Großeltern gleichfalls ermordet worden sind, ist Wollfs Nachlassverwalter und weitläufig verwandt mit dem Schriftsteller Felix Salten, der wiederum mit Wollf befreundet war. Die Wollfs, selbst kinderlos, hatten Saltens Tochter als Erbin benannt.

Gunter Demnig hat am Mittwoch nicht nur die beiden Steine für das Ehepaar Wollf, sondern 19 weitere Messingplatten verlegt. 200 Stolpersteine gibt es in ganz Dresden, europaweit sind es 56 000. Die mit wenigen Worten versehenen Gedenksteine sollen an jene Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, in den Selbstmord getrieben oder ermordet wurden. Am Mittwochabend fand im Kulturrathaus eine Feierstunde für die 21 Dresdner Opfer statt.

Von Katrin Richter

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