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Ein Mord, begangen aus Fremdenhass und Islamfeindlichkeit

Ein Mord, begangen aus Fremdenhass und Islamfeindlichkeit

Er blieb am Rande stehen und war schnell wieder verschwunden. Aber er war da. CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzender Georg Böhme-Korn, in den vergangenen Tagen durch höchst umstrittene Äußerungen zu Straßennamen aufgefallen (DNN berichteten), legte gestern Abend vor dem Landgericht eine Blume zum Gedenken an die ermordete Ägypterin Marwa El-Sherbini nieder.

Bei einer vom Ausländerrat initiierten Gedenkveranstaltung. Böhme-Korn musste es ertragen, dass Marianne Thum vom Opferverband RAA die Äußerungen als "höchst unentschuldbar" bezeichnete. Rund 80 Dresdner erinnerten vor dem Gerichtsgebäude an die Muslima.

Im Landgericht hatten am Mittag rund 30 Mitarbeiter der Justiz, Vertreter des Ausländerrats und von Opferverbänden Marwa El-Sherbini gedacht. Die schwangere Frau sei vor drei Jahren Opfer einer unfassbaren Tat geworden, die aus dumpfem Fremdenhass und Islamfeindlickeit heraus begangen wurde, sagte Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP). Dieser Ungeist stünde der freiheitlichen Gesellschaft diametral entgegen. "Deshalb ist es so wichtig, für Freiheit, Toleranz und Gleichheit einzutreten, gerade an einem Gericht."

Die Anwesenden, darunter Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), der Landes-Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU), Dresdens Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) und Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, legten an der Gedenktafel für Marwa El-Sherbini im Foyer des Gerichts weiße Rosen nieder. Anwalt Hans-Eberhard Schultz, der die Angehörigen der Getöteten vertritt, erklärte, die ägyptische Familie kämpfe weiter dafür, dass die Verantwortlichen in der Justiz für den Tod der jungen Frau zur Verantwortung gezogen würden. Die Familie erwarte auch eine offizielle Entschuldigung der Regierung.

Marwa El-Sherbini war am 1. Juli 2009 von einem in Russland geborenen Arbeitslosen im Landgericht mit zahlreichen Messerstichen ermordet worden. Sie hatte als Zeugin in einem Prozess gegen den Mann ausgesagt, der sie 2008 auf einem Spielplatz in der Johannstadt rassistisch beleidigt hatte. Der Täter wurde im November 2009 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

mehr unter www.dnn-online.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2012

Thomas Baumann-Hartwig

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