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Ein Mensch mit Haltung und Sachverstand - Ein Nachruf auf Wolfgang Donsbach

Ein Mensch mit Haltung und Sachverstand - Ein Nachruf auf Wolfgang Donsbach

Seit März 2015 war er emeritiert - Professor Wolfgang Donsbach, Lehrstuhlinhaber für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden. Bei seinem jungenhaften, frischen Auftreten hätte kaum jemand vermutet, dass er dieses Alter schon erreicht hatte.

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Wolfgang Donsbach (65 †)

Quelle: Arno Burgi

Der 65-Jährige war eines der Gesichter der TU, bekannt weit über deren Grenzen hinaus, international renommiert und ausgezeichnet.

Am Sonntag ist Donsbach völlig überraschend gestorben. Bei einem Rollhockeyspiel brach er zusammen, im Krankenhaus erlag er einem heftigen Herzinfarkt. Fassungslos äußerten zahlreiche Freunde, Kollegen und Weggefährten ihre Trauer. Die TU Dresden "traf die Nachricht wie ein Schock", hieß es in einer Erklärung. Sie trauere um einen ihrer profiliertesten Professoren und gesellschaftlich engagierten Wissenschaftler. Die TU kündigte eine akademische Trauerfeier an. Donsbach hinterlässt seine Ehefrau Eva und einen vierzehnjährigen Sohn.

Donsbach wurde 1949 in Bad Kreuznach geboren. Er studierte an der Universität Mainz bei Elisabeth Noelle-Neumann, eine der prägendsten Figuren der Kommunikationsforschung in Deutschland. 1981 promovierte er, 1989 folgte die Habilitation. 1993 wurde er Gründungsprofessor am Institut für Kommunikationsforschung (IfK) der TU Dresden, nach seiner Emeritierung blieb er als Seniorprofessor dort.

Donsbach forschte vor allem über Medien und öffentliche Meinung. Schon in seiner Promotion hatte er "Gesellschaftliche Aufgaben der Massenmedien und berufliche Einstellungen von Journalisten" zu seinem Thema gemacht und mit Auszeichnung bestanden. In Dresden beschäftigte er sich noch in jüngster Zeit mit der Flüchtlings- und Asylproblematik sowie der Pegida-Bewegung. Donsbach war ein gern gesehener, eloquenter und streitbarer Gast in Talkshows und bei Diskussionen.

Auch mit den Dresdner Neuesten Nachrichten war er persönlich und beruflich seit Langem verbunden. Sein Institut hat seit Jahren für das "DNN-Barometer" die Dresdner immer wieder befragt, zu lokalen, regionalen und allgemeinen Themen von Politik über Kultur bis Sport und Gesellschaft. Im Dresden Fernsehen hatte er zudem eine eigene Interview-Sendung.

Donsbachs Tod löste auch in der Landesregierung gestern Bestürzung aus. "Wolfgang Donsbach hat als Gründungsdirektor 'seines' Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Dresden Großes geleistet", würdigte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). "Nicht zuletzt durch seine Arbeit hat er dazu beigetragen, den guten Ruf der TU Dresden zu mehren. Seine wissenschaftliche Strahlkraft und Expertise werden wir schmerzlich vermissen. Professor Donsbach wird mir und uns allen fehlen: als exzellenter Wissenschaftler von internationalem Ruf, als besonnener Berater und vor allem als Mensch."

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) würdigte sein wissenschaftliches und gesellschaftliches Format: "Wir verlieren einen international anerkannten Kommunikationswissenschaftler. Wolfgang Donsbach war nicht nur ein exzellenter Forscher auf den Gebieten Kommunikation, Medien und öffentliche Meinung. Er war ein Mensch mit Haltung, der sich gesellschaftlich engagierte, sich immer wieder in die Debatten über die Willkommenskultur und die Rolle der Medien einmischte."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.07.2015

Bernd Hempelmann

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