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Ein Leben für die Dresdner Frauenkirche

Fördergesellschaft Ein Leben für die Dresdner Frauenkirche

Er ist einer, der der Frauenkirche geradezu mit Herzblut verbunden ist. Und obwohl er von Anfang an den Wiederaufbau in verantwortlicher Position der Bürgerinitiative begleitete, wirkte er eher im Hintergrund.

Hans-Joachim Jäger

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Er ist einer, der der Frauenkirche geradezu mit Herzblut verbunden ist. Und obwohl er von Anfang an den Wiederaufbau in verantwortlicher Position der Bürgerinitiative begleitete, wirkte er – im Gegensatz zu Baudirektor Eberhard Burger, Fördergesellschaftsvorsitzendem Ludwig Güttler und Finanzdirektor Heinz Wissenbach, die immer im Licht der Öffentlichkeit standen, – eher im Hintergrund. Er sah seine Rolle darin, Verbindungen zu knüpfen: Dr. Hans-Joachim Jäger.

Der einstige Forschungsingenieur an der Bauakademie war von 1991 an Geschäftsführer der Wiederaufbau-Fördergesellschaft. 2005 wurde der wiederentstandene markante Bau im Herzen der Stadt geweiht. Seitdem steht Dr. Jäger als einer von zwei Geschäftsführern der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche vor. Am 20. März feiert er seinen 70. Geburtstag.

Andere genießen da ihren Ruhestand. Bei Hans-Joachim Jäger ruft dieses Thema eher Irritation hervor. „Dass unsere sächsische Kulturlandschaft bewahrt, gestaltet, weiterentwickelt und mit Neuem ergänzt wird, das bedarf vielfältiger Unterstützung, Anregungen, Initiativen und großen Engagements. Da mir noch Kraft und Gesundheit geschenkt ist und mich meine Frau sehr unterstützt, habe ich die Möglichkeit, mich in diesem Umfang zu engagieren. Und es ist mir sehr angelegen, das zu tun.“

Durch seinen Großvater und seinen Vater, die in Meißen den Baubetrieb „Baumeister Ernst Rühle“ leiteten, sei er schon frühzeitig mit dem Thema Bauen konfrontiert worden.

Der große Freundeskreis der Familie, zu dem namhafte Architekten gehörten, die große Affinität vor allem seines Großvaters zu Kultur, Kunst und Geschichte und Begegnungen u.a. mit dem Kunsthistoriker Johannes Jahn prägten ihn früh, wie er erzählt. Die Schilderungen seines Vaters und seiner Großmutter, die die Frauenkirche noch kannten, sind ihm noch heute gegenwärtig.

Im Studium sei verschiedentlich an George Bähr, dem Baumeister der Frauenkirche, kein gutes Haar gelassen worden, weil dieser Bauteile der Frauenkirche wie die Steinkuppel falsch bemessen hätte und deshalb kein guter Baumeister gewesen sei. Das habe in ihm, da er baumeisterliches Engagement von Kindesbeinen an erlebt habe, krassen Widerspruch erzeugt. Recht zeitig habe er deshalb begonnen, sich mit der Person und dem Wirken George Bährs sowie mit der Frage, ob die Frauenkirche wieder aufgebaut werden soll oder nicht, auseinanderzusetzen.

Hans-Joachim Jäger ist einer der Mitbegründer der Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Frauenkirche und Unterzeichner des „Rufes aus Dresden“ vom 13. Februar 1990, in dem weltweit um Unterstützung für das Projekt geworben wurde. Heute steht die 1945 zerstörte Frauenkirche wieder als ein Zeugnis der Überwindung von Feindschaft und ein Zeichen der Hoffnung und Versöhnung. Auch für Hans-Joachim Jäger ist damit ein Traum wahrgeworden.

Dass der Wiederaufbau nicht nur Freunde hatte, vergisst er nicht. „Der Widerstand war zum Teil so groß, dass es Momente gab, wo ich aufgeben wollte.“ Prof. Güttler sei es gewesen, der ihm Mut gemacht und das Bewusstsein für das notwendige Engagement geschärft habe. „Es war für mich eine Schlüsselerfahrung, dass es möglich ist, durch Kommunikation Zweifler zu Sympathisanten und Unterstützern zu machen.“

Nicht nur die Person Bährs, der für Dresden viel geleistet habe, beschäftigt Hans-Joachim Jäger weiter. Die Auseinandersetzung mit ihm habe immer mehr Faszination mit sich gebracht und inspiriert, sich vielfältig ehrenamtlich zu engagieren. Der promovierte Hochbauingenieur ist nicht nur Autor bauhistorischer Beiträge und gefragter Referent von Vorträgen. Er setzt sich als Vorsitzender des Fachbereiches Heimatgeschichte und Denkmalpflege des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. sowie als Mitglied des Sächsischen Denkmalrates für viele andere Denkmalprojekte ein.

Von Catrin Steinbach

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