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Ein Jahr nach dem Hochwasser in Dresden – von den Schäden ist kaum noch etwas zu sehen

Ein Jahr nach dem Hochwasser in Dresden – von den Schäden ist kaum noch etwas zu sehen

8,76 Meter – so hoch stand die Elbe am 6. Juni 2013. Die Stadt war im Ausnahmezustand, Stadtteile wie Laubegast und Gohlis standen unter Wasser, an vielen anderen Orten kämpften tausende Helfer mit aller Kraft um ihre eilig errichteten Sandsack-Dämme und gegen die Fluten.

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Dresden am 7. Juni 2013 - damals stand die Elbe bei mehr als 8 Metern.

Quelle: Stephan Lohse

Ein Jahr später ist vom Hochwasser in weiten Teilen der Stadt nichts mehr zu erahnen. Die meisten Häuser sind saniert, die Elbe steht mit einem Wasserstand von 2,09 Metern deutlich unter den Werten für die erste Warnstufe. Im Schillergarten genießen Dresdner und Touristen wieder die Sonne, am Fährgarten Johannstadt können Kinder wieder auf dem Spielplatz umher tollen und im Ostragehege treten die Fußballer längst auf sanierten oder neu gebauten Plätzen gegen den Ball.

Ganz ausgestanden ist die das Hochwasser jedoch nicht. In den Häusern, die vor einem Jahr unter Wasser standen, ist die Feuchtigkeit oft noch im Mauerwerk. Hilfsorganisationen wie Diakonie, Caritas und Deutsches Rotes Kreuz kritisierten am Dienstag die Bürokratie bei der Unterstützung Betroffener. Viele Flutopfer stellten aus Angst vor späteren Rückforderungen gar keine Anträge auf finanzielle Hilfe, teilten Vertreter am Dienstag in Dresden mit. Manche könnten das Verwaltungsdeutsch in den Anträgen nicht verstehen. Vor allem ältere Menschen kämen mangels Internet gar nicht an Förderanträge der Aufbaubank heran.

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) wollte nicht prinzipiell ausschließen, dass es in Einzelfällen auch einen Verzicht auf Rückforderungen geben kann. Eine pauschale Lösung sei aber nicht möglich, sagte er mit Blick auf das sächsische Haushaltsrecht. Zudem warb er um Verständnis für das Antragsverfahren zum Hochwasser von 2013. Die Anträge seien so einfach wie möglich gemacht worden. Da die Hilfen aus Steuermitteln stammen, könne man das Geld nicht einfach freihändig verteilen. Das jetzige Verfahren nach der Vorgabe „Erst Prüfung, dann Auszahlung“ verhindere spätere Rückforderungen.

Kupfer zufolge wird Sachsen nach heutigem Stand 200 Millionen Euro mehr aus dem Aufbauhilfefonds des Bundes und der Länder für das Hochwasser von 2013 benötigen als bislang vorgesehen. Bis dato hatte Sachsen 1,8 Milliarden veranschlagt, nun sollen es fast zwei Milliarden sein. Der Minister sieht darin aber kein Problem, da andere von der Hochwasser betroffene Länder ihre Schäden inzwischen geringer ansetzen als anfangs geschätzt. Eine dritten Finanz-Tranche soll erst im März 2016 verteilt werden.

Zudem wird nicht nur in Dresden diskutiert, welche Lehren die Stadt aus dem Hochwasser ziehen soll. Prominentestes Beispiel ist die Dresdner Hafencity. Während Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) trotz Überschwemmungsgebiet keine Hindernisse für einen Bebauungsplan sieht, dürfte der künftige Stadtrat mehrheitlich gegen eine Bebauung der Flächen am Neustädter Hafen sein.

sl / dpa

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