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Ein Hauch von Sibirien in Dresden: Worauf bei Mensch und Tier zu achten ist

Ein Hauch von Sibirien in Dresden: Worauf bei Mensch und Tier zu achten ist

Temperaturen unter Minus 15 Grad stellen für Mensch und Tier immer eine besondere Belastungsprobe dar. Nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Geldbeutel kann es bei Fehlverhalten schnell brenzlig werden.

Worauf müssen gesundheitlich vorbelastete Menschen achten? Wie vermeide ich hohe Heizkosten? Was muss bei Haustieren beachtet werden? DNN-Online hat Antworten auf die drängendsten Fragen rund um das Thema Kälte zusammengetragen.

Wie kalt wird es in Dresden?

Die kältesten Tage messen Meteorologen in der Regel im Januar. Im vergangenen Jahr fiel die Quecksilbersäule jedoch erst am 23. Februar auf die tiefste Jahrestemperatur von minus 14,8 Grad. Der kälteste Tag seit zehn Jahren war der 7. Januar 2009 mit minus 20,4 Grad. Der niedrigste Temperatur, die in Dresden seit 1961 je gemessen wurden, lag bei minus 25,3 Grad im berüchtigten Winter 1987.

Wie gefährlich sind die Minusgrade für die Dresdner?

Für manche Menschen bedeutet starke Kälte ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Denn niedrige Temperaturen stellen insbesondere für ein krankes Herz eine gefährliche Zusatzbelastung dar. Minusgrade belasten die Herzkranzgefäße, indem sich die Gefäße verengen, sodass das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen muss. „Bei großer Kälte kann es bei Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße zu Brustschmerzen kommen, vor allem bei körperlichen Anstrengungen wie Schnee schippen", erklärt Professorin Ruth Strasser, Direktorin des Herzzentrums Dresden. Das könne zu einem Angina-pectoris-Anfall oder einem Herzinfarkt führen und müsse unbedingt sofort untersucht werden. Auch Patienten mit Durchblutungsstörungen, vor allem an den Beinen, müssten bei Minusgraden aufpassen, dass sie keine kalten oder nassen Füße bekommen und nicht auskühlen, weil sich die Gefäße dann zusätzlich verengen. Und für alle, also auch gesunde Menschen, gilt: Wer lieber in der Wohnung bleibt, sollte die Räume regelmäßig lüften.

Ist die Kälte wirklich so schädlich für die Autobatterie?

Der ADAC rät Autofahrern, angesichts der strengen Frostperiode in der Werkstatt die Autobatterie prüfen zu lassen. „Ältere Batterien versagen bei starkem Frost häufig, insbesondere dann, wenn sie älter als vier Jahre sind", teilte der Automobilclub mit. Tückisch sei dabei, dass bei Temperaturen über null Grad auch ältere Batterien scheinbar tadellos funktionierten, weil dann nur ein Bruchteil ihrer Leistung gefordert sei. Probleme mit der Autobatterie seien einer der häufigsten Gründe für die Einsätze der Pannenhelfer des Clubs.

Wie heizt man richtig bei Eiseskälte?

Die Faustregel lautet: die Wohnung oder auch einzelne Räume nie unbeheizt lassen. „Heizt man gar nicht, kühlen Wände, Böden und Möbel aus, und die sind später schwerer wieder warm zu bekommen als Luft", erläutert Mathias Wagner, Sprecher des Mietervereins Dresden. Unbeheizte Zimmer sorgen für erhöhten Heizaufwand, um angrenzende Wohnräume warm zu bekommen und die Nachbarn zahlen drauf. Denn: „Die individuellen Heizkosten berechnen sich nicht nur nach dem eigenen Verbrauch, sondern werden ins Verhältnis zum Gesamtverbrauch des Hauses und den tatsächlich entstandenen Gesamtheizkosten gesetzt. Besser sei es, permanent für eine gewisse Grundwärme in der Wohnung zu sorgen, auch wenn man nicht zu Hause ist.

„Mieter haben sogar eine vertragliche Pflicht, die Wohnung so zu beheizen, dass keine Kälteschäden wie etwa Schimmel entstehen“, betont Mathias Wagner. Bei Anwesenheit gilt hingegen: Angenehme 21 bis 22 Grad Raumtemperatur lassen sich in der Regel bei Heizstufe 2 bis drei erreichen, danach schaltet sich die Anlage über das Thermostat aus. Nicht zu hohe Raumtemperaturen sind nicht nur der Gesundheit förderlicher als überheizte Räume, sie helfen auch, Heizkosten zu reduzieren. Schon bei einem Grad weniger lassen sich fünf bis sechs Prozent der Kosten einsparen, bei einer Drei- oder Vierraumwohnung sind das bis zu 200 Euro im Jahr.

Wie verträgt Waldi den Frost?

Während man große Hunde oder an Freigang gewöhnte Katzen auch bei größeren Minusgraden problemlos Gassi führen oder draußen herumstreunen lassen kann, sieht das bei kleineren Artgenossen und Stubentigern anders aus. „Kleinen Hunden sollte man bei Minusgraden ein Cape anlegen, auch wenn das komisch aussieht. Yorkshire Terrier etwa können viel weniger Wärme speichern als ein Schäferhund und haben ein dünneres Fell und weniger Unterwolle", verrät DNN-Veterinär-Experte Dr. Markus Geyer.

Tiere die es gewohnt sind, draußen zu sein, haben ein ausgeprägteres Winterfell", so Geyer. Diese Tiere kommen auch bei strengem Frost gut zurecht. Bei großen Hunden sollte man Kontakt mit Wasser im Freien vermeiden, sonst droht eine Erkältung. Ebenso wichtig: Hunde sollten keinen Schnee fressen. Durch Schmutz und Bakterien im Schnee kann es zu einer gefährlichen Magenentzündung kommen.

Doch auch in der Wohnung lauern Gefahren. „Gehege und Käfige mit Vögeln oder Kleintieren sollten gerade im Winter nie in Fensternähe stehen“, erklärt Tierarzt Markus Geyer. „Dort kühlt sich die Luft gerade bei Frost besonders schnell ab.“ Generell gilt: Auch Tiere können sich verkühlen und Erkältungen bekommen. Wer sein Kaninchen im Winter draußen lassen möchte, kann das durchaus tun. Aber nur, wenn das Tier bereits den Herbst draußen verbracht hat und somit ein dichtes Winterfell entwickeln konnte. Man sollte jedoch darauf achten, dass genügend Streu und Heu zum Nestbau vorhanden ist. Für Reptilien, Kleinnager und Vögel hingegen gilt: Im Winter unbedingt im Haus lassen.

Jane Jannke und Katrin Tominski

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