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Eigentümer will Pieschner Hufewiesen verkaufen - Immobilienunternehmen stellt Konzept vor

Eigentümer will Pieschner Hufewiesen verkaufen - Immobilienunternehmen stellt Konzept vor

Was hat die kreative Online-Plattform „Dawanda" mit den Hufewiesen zu tun? Der Eigentümer des 13 Hektar großen Wald- und Wiesenfläche „Hufewiesen" in Pieschen und die von ihm beauftrage Unternehmenberatung Thomsen Group gaben sich am Dienstag zur einberufenen Pressekonferenz im Steigenberger Hotel redlich Mühe ihre Zuhörer in Watte zu hüllen.

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Beliebtes Refugium im dicht bebauten Pieschen: die Trachauer Hufewiesen.

Quelle: Tanja Tröger

Familienbilder, glückliche Kinder, viel Grün, zartes Sonnenlicht und ein astreine Präsentation mit schönen Visionen – der Bogen wurde weit gespannt. Die Gesellschaft, die Zukunft und natürlich die Individualisierung am Beispiel „Dawanda".

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Drachen, Kinder und dann doch wieder Regen: das Trachenfest auf den Hufewiesen.

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Irgendwann ging es endlich um die Hufewiesen. Ist ja auch nicht so einfach in Pieschen. Schließlich sind viele Einwohner von der Enttäuschung über die zu Elfgeschossern gewachsenen (Hoch)häuser der geplanten Hafencity gebeutelt. Planung ohne die Bürger – diesen Fehler will der Eigentümer der Fläche, die Adler Estate AG, nicht machen. Um den Rückhalt der Einwohner zu untermauern hat es bei der Unternehmensberatung eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben. Demnach befürworten 67 Prozent aller Dresdner eine Bebauung auf den Hufewiesen. Dies dürfe jedoch nur unter bestimmten Bedingungen geschehen. Und zwar müsse unbedingt Grün erhalten bleiben und billiger Wohnraum geschaffen werden.

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So will der Investor das Hufewiesen-Gelände aufteilen. Grafik_Thomsen.

Quelle: PR

„Uns schwebt eine grüne, offene und gemischte Nutzung vor", sagte Bernd Thomsen, Chef der Thomsen Group. Ein Teil des Geländes solle für den genossenschaftlichen Wohnungsbau entwickelt, der andere Bereich an Baugemeinschaften vergeben werden. Die Mitte bleibt Grünfläche und soll an eine Stiftung überführt werden. Details wollte Thomsen allerdings nicht nennen. „Uns geht es erst einmal um das Konzept", sagte er. „Wir wollen einen Konsens mit der Stadt finden."

Auf eben jenen sind die Immobilienunternehmer auch angewiesen. Denn die große Freifläche liegt nicht nur im Hochwasserschutzgebiet, sondern auch in der Einflugschneise des Flughafens und direkt an der S-Bahn-Trasse. Bislang besteht für das Grundstück kein Baurecht. Dies soll sich in Zukunft ändern. Immerhin erhöht sich dadurch der Wert der Fläche, welche die Adler Real Estate für nur etwa 1,2 Millionen Euro aus Insolvenzmasse erworben hat. Am Dienstag hat das Unternehmen seine Pläne auch der Stadt Dresden vorgestellt. „Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Bau ist mit dem Investor im Gespräch. Nach Abschluss können wir informieren", sagte Stadtsprecher Karl Schuricht. Dem Verein „Hufewiesen" schwebt indes eine ganz andere Nutzung vor. „Wir haben hier eine Oase mitten in der Stadt", sagte Anja Osiander, Vorsitzende des Vereins. „Warum sollen wir diese nicht erhalten?" Die Fläche sei die letzte große Grünfläche im Ortsamtes Pieschen. Zudem sei das Ensemble von Dorfkern und bäuerlicher Kulturlandschaft „besonders erhaltenswert".

Der Verein „Hufewiesen Trachau" hat sich im Januar 2012 zur Rettung der Wald- und Wiesenfläche im Januar 2012 gegründet. Die Vereinsmitglieder haben die Idee, ein „bäuerliches Grün mitten in der Stadt" mit Waldflächen, Streuobstwiesen, Bienenweiden und bäuerlichen Gärten zu etablieren. Dieses solle von Bürgern selbst konzipiert und gepflegt werden. „So könnten wir die Fläche als öffentliches Grün erhalten, ohne Aufwand für die Stadt", sagt Osiander. Sie sieht die Pläne der Adler Real Estate skeptisch: "Es ist keine planungsrechtliche Dimension erkennbar". Die zentrale Qualität der Fläche als grüne Lunge würde für den Stadtteil verloren gehen. Daran könne auch der verbliebene Grünstreifen nichts ändern.

Pieschen und Trachau gehört zu den Stadtteilen mit den wenigsten Grünflächen und den meisten Kindern in Dresden. In einer vom Verein Hufewiesen initiierten lokalen Befragung von 1200 Menschen sprach sich - entgegen der Umfrage der Immobilienunternehmer - die Mehrheit der Bürger für den Erhalt der Grünfläche aus. Derzeit arbeiten die Vereinsmitglieder an einem Konzept für die gesamte Fläche. "Wir suchen den Dialog mit allen Beteiligten und arbeiten gerne mit bei der Suche nach einer möglichst einvernehmlichen Lösung. In diesem Sinne hoffen wir, daß das hier vorgelegte Konzept als Anregung und Diskussionsgrundlage hilfreich sein möge", sagte Osiander.

Katrin Tominski

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