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Ehepaar spendet Hochzeitsgaben für Kita-Spielzeug

Ehepaar spendet Hochzeitsgaben für Kita-Spielzeug

32 Paar runde Kinderaugen strahlten den beiden langjährigen DNN-Lesern Manfred und Grete Müller aus Bühlau gestern in der Kita "Mobile" an der Eschdorfer Straße entgegen.

32 Kita-Kinder, die das Ehepaar mit einer selten gewordenen Selbstverständlichkeit glücklich machte.

Am 22. März hatten Grete und Manfred Müller diamantene Hochzeit gefeiert, 60 Jahre ihres Lebens haben sie gemeinsam verbracht. Jahre, die - wie beide augenzwinkernd gestehen - nicht immer rosenrot waren, aber sechs gemeinsame Kinder, zehn Enkel und fünf Urenkel schweißten zusammen: "Da schmeißt man die Flinte nicht so schnell ins Korn", so der gelernte Bäcker. "Und wir haben in der eigenen Familie gesehen, was Scheidungen anrichten können."

Kennengelernt hatten sich beide 1951 in Löbau. "Damals war mein Manfred noch Soldat", erinnert sich Grete Müller. 1952 kam der erste Sohn zur Welt. Das Geheimnis für die glücklichen Jahre: aushalten, nicht gleich weglaufen, dann hält auch die Liebe. Noch heute schreibe ihr Mann ihr beinahe täglich einen kleinen Brief, erzählt die 79-Jährige.

An ihrem 60. Ehrentag wollten beide etwas anders machen: "Wir haben alles, was wir brauchen, sind glücklich miteinander", sagt der 80-jährige Manfred Müller. "Deshalb haben wir in die Einladungen geschrieben, dass wir keine Geschenke, sondern Geldspenden für den guten Zweck wollen", ergänzt Grete. Und den sah Tochter Antje Pohl-Umlauft bei den Kindern der Kita "Mobile". Schnell waren für 500 Euro sechs nagelneue Puppenwagen, Kipper, Bagger, Puppen und andere Spielzeuge erstanden. Bei der Übergabe gestern glänzten nicht nur die Augen der Kinder, auch Kita-Leiterin Liane Symalla war völlig aus dem Häuschen: "Das ist wie Weihnachten, einfach unglaublich. Wir freuen uns ungemein. Umso mehr, als dass unsere alten Puppenwagen schon nicht mehr anbietbar waren, die kommen jetzt auf den Müll." In den neun Jahren, die Symalla die Kita leitet, sei ihr nie eine derartige Großzügigkeit begegnet.

Die hochgelobten Spender geben sich bescheiden: Die Freude der Kinder sei ein ganz besonderes Geschenk und viel mehr wert als irgendein Gegenstand. Dass das nicht nur so dahergesagt ist, sieht man ihnen an: Die geübten Großeltern sitzen strahlend inmitten der Brandung spielbegeisterter Kindergartenkinder. "Die Kleinen heute sind so ungekünstelt fröhlich, die lachen viel mehr als wir damals", sagt Manfred Müller. Die Müllers, Jahrgang 31 und 32, waren beide Kriegskinder. "Für uns gab es nur den Krieg: Wir spielten Krieg und wir redeten über Krieg. Unsere Spielzeuge waren Granatsplitter", erinnert sich der 80-Jährige, der im pommerschen Stettin aufwuchs und 1945 mit seiner Familie nach Anklam floh.

"Zur Eisernen Hochzeit in fünf Jahren machen wir alles wieder genauso", versprechen Müllers.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2012

Jane Jannke

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