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Ebola: Dresdner Uniklinik schult noch mal Personal im Umgang mit Schutzkleidung

Ebola: Dresdner Uniklinik schult noch mal Personal im Umgang mit Schutzkleidung

"Das Risiko, dass Reisende Ebolafieber aus den von der Epidemie betroffenen Staaten mit nach Deutschland bringen, ist gegenwärtig gering. Von 100 Flugreisenden aus Westafrika hat nur etwa eine Person Deutschland als Ziel .

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Mitarbeiterin des Uniklinikums im Schutzanzug. "Diese Kleidung wird nur bei Kontakt mit Verdachtsfällen getragen, nicht aber im Fall von erwiesenermaßen Ebola-infizierten Patienten. Da sieht die Schutzkleidung anders aus", so Konrad Kästner, Sprecher der Medizinischen Fakultät der TU.

Quelle: UKD

.. Eine Weiterverbreitung des Ebolavirus in der Bevölkerung ist ... praktisch auszuschließen, auch für den Fall, dass es zu einer Einschleppung des Virus nach Deutschland kommen sollte. Eine Gefährdung für die Bevölkerung besteht daher nicht", heißt es aus dem Robert-Koch-Institut (RKI), der zentralen Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Zu dem Schluss kommt das RKI, weil "in Deutschland mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst Strukturen existieren, die diese Aufgaben übernehmen und die erforderlichen Maßnahmen anordnen". Zudem würden Ebolaviren durch direkten Kontakt mit Erkrankten und Körperflüssigkeiten und nicht durch die Luft übertragen.

So richtig beruhigend ist das nicht. Denn offensichtlich haben in Spanien und in den USA mangelnde Schutzvorkehrungen dazu geführt, dass sich Pflegepersonal mit Ebola anstecken konnte. In Ländern also, wo man von einem hohen medizinischen Standart ausgeht. Eine Zeitung berichtete von einem Fall in Aachen, wo ein fiebriger Mann, der Besuch aus Afrika hatte, 40 Minuten mit etwa 25 weiteren Patienten in der Notaufnahme warten musste. Panikmache ist fehl am Platze, Sorglosigkeit ebenso. Wie ist das medizinische Personal in Dresden auf Ebola vorbereitet?

Im Dresdner Uniklinikum setzt man sich seit Juli intensiv mit dem Thema Ebola auseinander und bereitet sich für den Fall vor, dass plötzlich ein Patient mit Ebola-Verdacht vor der Tür steht, erfuhren wir von Prof. Lutz Jatzwauk, Leiter der Krankenhaushygiene. Ein ebolaverdächtiger Patient würde in der Notaufnahme der Inneren Medizin in einem "separaten Bereich isoliert". "Für das medizinische Personal haben wir die entsprechende Schutzausrüstung - also Overalls, Brillen und Masken vorrätig." Bestünde ein begründeter Ebola-Verdacht, seien die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten im Klinikum sowie die weitere Verfahrensweise genau geklärt. "Das Gesundheitsamt wird das weitere Vorgehen planen. Seine Aufgabe ist es auch, Kontaktpersonen des Patienten zu finden und zu isolieren."

In den vergangenen Wochen sei zudem das medizinische Personal geschult worden, so habe man das Anlegen der Schutzkleidung trainiert. Dass sich die Pflegekraft in Spanien wahrscheinlich beim Ablegen der Schutzkleidung infizierte, ist für die Uniklinik Anlass, jetzt weitere Schulungen durchzuführen, um das Ablegen der Schutzkleidung zu trainieren. "Dafür werden wir eine Mitarbeiterin aus dem Leipziger St. Georg-Krankenhaus bei uns haben", so Prof. Jatzwauk gegenüber DNN.

Das Klinikum St. Georg ist eines von sieben Behandlungszentren in Deutschland, die mit einer speziellen Sonderisolierstation für hochinfektiöse Krankheiten ausgestattet sind. Dem Dresdner Uniklinikum fehlen die baulichen und technischen Möglichkeiten, Ebolakranke stationär aufzunehmen und zu behandeln, sagt Prof. Jatzwauk. Auch Victor Franke, Pressereferent der Diakonissenanstalt, antwortet auf eine Anfrage der DNN: "Der Verdachtsfall wird umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet und das Kompetenzzentrum in Leipzig informiert. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt erfolgt eine sofortige Verlegung in das Kompetenzzentrum. Eine stationäre Aufnahme im Diakonissenkrankenhaus ist definitiv nicht vorgesehen." Und Viviane Piffczyk, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit im Städtischen Klinikum Dresden: "Unser medizinisches Personal der Notaufnahmen ist umfassend auf die Vorstellung von Patienten mit Verdacht auf ein importiertes virales hämorrhagisches Fieber bzw. infektiöse Fiebererkrankung geschult. Eine stationäre Behandlung dieser Patienten erfolgt ausschließlich in den vom RKI benannten Kompetenzzentren."

Der Transport eines Ebola-Patienten von Dresden nach Leipzig unterliegt ebenfalls besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Das einzige Fahrzeug, das in Sachsen dafür zur Verfügung steht, ist bei der Leipziger Feuerwehr stationiert. Seit 2001 gibt es dort einen speziell ausgerüsteten Infektionsrettungswagen (IRTW). "Wir haben auch Infektionsrettungswagen, aber nicht mit solchen Raffinessen ausgestattet wie das Fahrzeug der Leipziger Kollegen", erklärt der Dresdner Feuerwehrsprecher Jürgen Rickelt.

"Die Information der niedergelassenen Ärzte erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung", gibt Jens Heimann, Leiter des Gesundheitsamtes Dresden, Auskunft. "Die Information durch die Kassenärztliche Vereinigung besteht vorerst in einer Verlinkung zu Informationen und Handlungsanweisungen auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes. Bislang gab es keine Anfragen von Ärzten. Deswegen sahen wir aktuell noch keinen weiteren Handlungsbedarf", so Dr. Mohn, Sprecher der KVS. Das Gesundheitsamt dagegen bekommt laut Heimann Anfragen von Ärzten, die Informationsbedarf haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.10.2014

Catrin Steinbach

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