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Durchgezählt: Dresdner Studenten tüfteln bei Pegida an Schätzverfahren für Menschenmengen

Durchgezählt: Dresdner Studenten tüfteln bei Pegida an Schätzverfahren für Menschenmengen

Monatelang wurde in Dresden um die Teilnehmerzahlen der Pegida-Demos gestritten. Seit Ende April bringen nun Dresdner Studenten Licht ins Dunkle. Unter dem Stichwort „durchgezählt“ versuchen sie die Teilnehmerzahlen wissenschaftlich zu ermitteln und sorgten gleich bei ihrem ersten Einsatz für ein Aha-Erlebnis.

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Was aus der Ferne nach Menschenmassen aussieht...

Quelle: DNNOnline

Denn ihre Zahlen lagen um 50 Prozent unter den Angaben der Polizei. DNN-Online sprach am Montagabend mit einem der Macher über das Projekt.

Seit vier Wochen zählen Sie und ihre Mitstreiter die Pegida-Teilnehmer. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Mathias Schuh: Wir saßen abends zusammen, Pegida war Stadtgespräch und es gab eine breite Debatte über die Teilnehmerzahlen. Verschiedene Institutionen haben sich ja schon am Zählen oder Schätzen versucht. Und da ist bei uns die Idee entstanden, es mal genau zu machen. Als wir erfahren haben, dass der Demonstrationszug erstmals an der Brühlschen Terrasse vorbeiführen wird und so eine gute Kameraposition möglich war, haben wir uns spontan entschlossen und das Video gemacht.

Wie viele Menschen stecken hinter dem Projekt?

Wir sind zu dritt.

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... kann aus der Nähe ganz anders wirken. Eine Gruppe von Studenten zählt daher genau nach.

Quelle: DNNOnline

Für ihre Zählmethode benötigt man einen gewissen wissenschaftlichen Hintergrund. Woher kommt der bei Ihnen?

Ich studiere Forstwissenschaften. Daher kommt bei mir schon ein gewisses Interesse am Bestimmen von Messwerten und Zahlengrößen. Ob ich jetzt Bäume zähle oder Menschen, das ist schon was anderes, aber das Interesse ist das Gleiche.

Wie wird denn gezählt?

Wir machen ein Video. Daraus werden dann Einzelbilder ausgewählt und zwar so, dass auf den ausgewählten Bildern jeder Teilnehmer zu sehen ist. Die Bilder überlappen sich also ein bisschen, so dass auf jedem Bild noch Personen vom vorherigen Bild zu sehen sind. Dann werden auf den Bildern alle Personen mit einem grünen Punkt markiert. Diejenigen, die schon auf dem vorherigen Bild markiert wurden, bekommen einen roten Punkt. Und dann zählt ein Computerprogramm die grünen Punkte für uns aus, so dass wir die Werte der einzelnen Bilder addieren können. Damit erhalten wir einen sehr genauen Schätzwert.

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Eindrücke der Dresdner Pegida-Demo am 18. Mai.

Zur Bildergalerie

Wie viel Arbeit steckt dahinter?

Bei der Auszählung vergangene Woche hat es ungefähr drei Stunden gedauert, bis ein Ergebnis vorlag. Am Anfang war es noch ein bisschen mehr.

Wie sind die Reaktionen auf das Projekt?

Die sind ganz interessant und kommen von verschiedenen Seiten. Zum Beispiel hat ein Verkehrswissenschafter sich dafür interessiert. Er würde mit der Methode gern Fahrgastzahlen schätzen, die in U-Bahnen einsteigen.

Wie wird es weitergehen, wie lange wollen sie noch zählen?

Wir sind inzwischen bei verschiedenen Veranstaltungen vor Ort. Wir waren zum Beispiel bei der Parade der Integration, das Video ist leider noch nicht ausgewertet. Wir werden mal gucken, was die Freizeit hergibt. Prinzipiell ist es uns ein Anliegen, ein einfaches und schnelles Schätzverfahren zu entwickeln. Wir haben da heute auch etwas ausprobiert, um möglichst genau und schnell Zahlen angeben und den Leuten dafür auch ein Handwerkszeug mitgeben zu können.

Stephan Lohse

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Wie viele sind es denn?

Ein Jahr Pegida, das heißt auch: ein Jahr Streit um die Zahl der Teilnehmer. Von Beginn an wurde darüber gestritten, wie viele Menschen sich an den wöchentlichen Demonstrationen und Kundgebungen beteiligen. Der Streit hält bis heute an.

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