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Dunkles Kapitel wird aufgehellt

Dunkles Kapitel wird aufgehellt

Bisher wurden 225 Gräber von Säuglingen und Kleinkindern auf dem St.-Pauli-Friedhof nur ganz unscheinbar wahrgenommen. In den letzten beiden Jahren haben sich viele Dresdner, vor allem Schüler, für eine neugestaltete Grabanlage eingesetzt.

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225 individuell gestaltete Grabsteine würdigen die Toten und zeigen erstmals das ganze Ausmaß der Grabanlage.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Bisher wurden 225 Gräber von Säuglingen und Kleinkindern auf dem St.-Pauli-Friedhof nur ganz unscheinbar wahrgenommen. Weder Grabsteine noch Hinweise auf die Geschichte der Verstorbenen sorgten für ein würdevolles Andenken. Bisher wies nur ein Stein mit der Inschrift "Hier ruhen Kinder der Bürger der polnischen Republik und Kinder der Bürger der U.d.S.S.R 1939 - 1945" auf die Grabstätte hin.

Auf dem Friedhof liegen die Gebeine von 225 Säuglingen und Kindern ausländischer Gefangener, die auf Grund von mangelnder Ernährung und unzureichender Pflege in den "Ausländerkinder-Pflegestätten" des NS-Regimes zu Tode gekommen waren. In den letzten beiden Jahren haben sich viele Dresdner, vor allem Schüler, für eine neugestaltete Grabanlage eingesetzt.

Gestern wurde das Areal nun von den Verantwortlichen übergeben. Vor etwa 300 Anwesenden bedankte sich Bürgermeisterin Eva Jähningen (Die Grünen)bei den Akteuren, die "mit Ideen, Kreativität, Zeit, Engagement und finanzieller Unterstützung ein besonderes Zeichen gesetzt haben". Schüler hatten sich zunächst mit den Einzelschicksalen der verstorbenen Kinder befasst und fertigten individuelle Grabsteine, auf denen Name und Lebensdaten der verstorbenen Kinder festgehalten sind.

Diese Tafeln erstrecken sich auf einer Länge von etwa 90 Metern. Damit sieht man zum ersten Mal die Dimension der Grabstätte, welche das Ausmaß der Geschehnisse verdeutlicht. Eine aus Elementen in Kartonform errichtete Skulptur soll daran erinnern, dass die Kinder vom damaligen Regime lediglich in Pappkartons beerdigt wurden. Ein Schriftzug auf der Plastik soll nun an die Greueltaten in der Nazizeit erinnern.

"Die Tatsache, dass den verletzlichsten und in ihrer Abhängigkeit vollkommen wehrlosen Mitglieder der menschlichen Gesellschaft die Fürsorge verweigert wurde, verdeutlicht die Grausamkeit der Nazi-Gewaltherrschaft", sagte Dr. Solveig Bude, Geschäftsführerin des Vereins Jugend - Arbeit - Bildung. Zum Abschluss wurde symbolisch ein Apfelbaum gepflanzt.

Sebastian Burkhardt

Sebastian Burkhardt

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