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Drewag bohrt Tausende Meter nach Erdwärme - Dresden ist Gastgeber für Stadtwerke-Kongress

Drewag bohrt Tausende Meter nach Erdwärme - Dresden ist Gastgeber für Stadtwerke-Kongress

Die Drewag will in Dresden kilometertiefe Löcher bohren, um mit der Wärme aus dem Erdinnern den Dresdner Energiemix ökologischer zu machen. "Wir bemühen uns derzeit, Fördermittel für solch ein Geothermieprojekt zu akquirieren", sagte Drewag-Chef Reiner Zieschank im Vorfeld des deutschen Stadtwerkekongress, der heute in Dresden beginnt.

Von Heiko Weckbrodt

Für eine Stromerzeugung seien die geologischen Verhältnisse unter dem Stadtgebiet zwar wohl zu ungünstig, da hier die richtig heißen Erdschichten zu tief liegen. "Aber für eine Wärmeversorgung sehe ich gute Chancen."

Zieschank: Stadtwerke schlagen Brücke in postatomare Zukunft

Derzeit erzeugt und bezieht die Drewag 7,9 Prozent ihrer Energie aus Kernkraft, 20,2 Prozent aus erneuerbaren Quellen, den großen Rest durch fossile Energieträger wie Erdgas. Um den Öko-Anteil zu erhöhen, hatte die Drewag in den vergangenen Jahren Anteile an Windkraftparks mit einer Gesamtleistung von 30 Megawatt gekauft, sich an mehreren Solaranlagen beteiligt und Biogasanlagen in Dresden-Klotzsche und in Haßlau gebaut - letztere Anlage ist noch nicht ganz fertig.

"Die Stadtwerke in Deutschland werden die Brücke zur postatomaren Energiezukunft schlagen", zeigte sich Zieschank überzeugt. "Nehmen Sie das Beispiel Vattenfall: Die haben in der Lausitz große und zentrale Energieerzeugungsanlagen wie das Braunkohle-Kraftwerk Boxdorf. Was neben dem Strom als Wärme entsteht, wandert dort per Kühlturm in die Atmosphäre", argumentiert der Drewag-Chef. "Mit unserem Konzept der Kraft-Wärme-Kopplung dagegen nutzen wir die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme für das Fernwärmenetz. Dadurch kommen 85 bis 90 Prozent der im Gas enthaltenen Energie beim Kunden an."

Diese Wärmenutzung sei nur in Städten möglich, durch lokale Energieversorger, meint der Drewag-Chef. Er zeigte sich aber überzeugt, dass perspektivisch nur größere Stadtwerke wie die Dresdner wettbewerbsfähig agieren und überleben können. Der Aufbau teurer Offshore-Windparks im Meer werde sicher die Domäne der großen Energiekonzerne bleiben, so Zieschank. "Aber andere Projekte, die für die Energiewende notwendig sind, können Stadtwerkeverbünde sehr wohl stemmen." Und durch den Dresdner Rekommunalisierungs-Kurs sei man in diese Liga nun aufgestiegen, die Drewag gehöre jetzt zu den Schwergewichten unter den Stadtwerken in Deutschland.

Prognose: Kleinere Stadtwerke werden nicht überleben

Gemeint ist damit der Rückkauf der privaten Drewag-Anteile durch die Stadt (DNN berichteten) und die Mehrheitsbeteiligung an der Dachgesellschaft ENSO, an der die Dresdner inzwischen 71 Prozent der Anteile halten - und damit auch an Stadtwerken in ganz Ostsachsen.

"Wir genießen mit diesem Energieverbund-Modell einige Wertschätzung", betonte Zieschank. Auch deshalb habe der "Verband kommunaler Unternehmen" (VKU) diesmal Dresden als Gastgeber für den deutschen Stadtwerkekongress gewählt, der heute beginnt. Während der zweitägigen Veranstaltung unter dem Motto "Stadtwerke - Motor für Wettbewerb und Innovation" wollen rund 300 Teilnehmer - größtenteils Geschäftsführer von Stadtwerken und Zulieferern aus ganz Deutschland - über die Rolle der kommunalen Versorger bei der deutschen Energiewende diskutieren. Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses werde auf den schwierigen, weil ständig wechselnden politischen Rahmenbedingungen für die kommunalen Versorger liegen, sagte Zieschank. "Wir sind in einer kapitalintensiven Branche tätig und brauchen für unsere Investitionen einen stabilen politischen Rahmen", forderte er. Das ständige "Rein und Raus der Bundesregierung", etwa bei der Atomkraft, der Einspeisevergütung für Ökostrom oder beim Bio-Kraftstoff sei da "wenig hilfreich".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.11.2011

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