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Drewag: Kreative können im Kulturkraftwerk nicht auf symbolische Mieten hoffen

Drewag: Kreative können im Kulturkraftwerk nicht auf symbolische Mieten hoffen

Mit der Staatsoperette und dem Theater Junge Generation habe das Areal des Kulturkraftwerks Mitte zwei große Ankermieter, sagte gestern Reiner Zieschank, Geschäftsführer der Dresdner Stadtwerke (Drewag).

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Symbiose zwischen Stadt und Stadtwerken: Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Drewag-Chef Reiner Zieschank in der Ausstellung.

Quelle: Dietrich Flechtner

"Es gibt aber auch noch große Flächen, die weiter entwickelt werden müssen." Die Büros und Ateliers, die in den zahlreichen Gebäuden auf dem weitläufigen Gelände entstehen könnten, sollten der Kreativwirtschaft angeboten werden, so Zieschank. Dabei habe es aber einige Irritationen gegeben. "Die Vorstellungen zu den Mieten klaffen weit auseinander", erklärte der Drewag-Geschäftsführer.

Problem: Die früheren Kraftwerksgebäude müssten aufwendig saniert werden. "Das waren mal Hallen, in denen riesige Maschinen und Trafos standen. Da gab es keine Fenster und keine Öffnungen." Dieses Industriegelände umzufunktionieren, koste eine Stange Geld. Deshalb könne die Drewag keine symbolischen Mieten einfordern, sondern müsse mit Quadratmeterpreisen um die acht Euro kalkulieren. "Das kann nicht jeder Kreative zahlen", weiß Zieschank. Die Drewag könnten aber auch nicht mit dem Geld der Dresdner Energiekunden die Mieten subventionieren. "Wir müssen noch große Anstrengungen unternehmen, um das Gelände zu entwickeln", so der Drewag-Chef.

Eine kleinere Anstrengung - nämlich 20 000 Euro - kostete es, gestern eine informative Ausstellung zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Kraftwerkes Mitte im Wohnhaus auf der Ehrlichstraße 2 in Betrieb zu nehmen. Mit dem Geld wurde das Erdgeschoss des Gebäudes, das nach den Plänen der Stadt einmal die Verwaltung der beiden Theater beherbergen soll, für die Ausstellung hergerichtet. Die Schau erklärt, wie sich das Gelände vom Gas- über ein Lichtwerk hin zum Heizkraftwerk verwandelte, das Kohle verfeuerte und mit vier riesigen Schornsteinen die Luft verpestete.

Nach der Wende ging die Dreckschleuder vom Netz, nun soll das Areal in einen "Ansiedlungscluster für Kultur und Kreativwirtschaft" verwandelt werden, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Dresden liege damit voll im Trend, erklärte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU): "Industriebrachen werden zunehmend kulturell genutzt." Neubauten müssten sich ihr Flair erst erarbeiten, umgebaute Brachen hätten es da einfacher. "Dieser Komplex liegt mitten im Herzen der Stadtgesellschaft." In der Innenstadt entstehe ein weiteres Schmuckstück, eine faszinierende Idee werde zur Realität.

Zieschank betonte, die Drewag würden in keinem Fall große Windkraftanlagen auf dem Areal planen, sondern allenfalls kleinere Anlagen zu Demonstrationszwecken. "Wir wollen einen Energieparcours einrichten, mit dem den Besuchern die Wirkungsweise von regenerativen Energien demonstriert wird." In einem ersten Projektentwurf der Drewag hatte es noch geheißen, die geplanten Windräder würden einen Beitrag zur energieautarken Versorgung des Geländes leisten (DNN berichteten).

Die Ausstellung zum Kulturkraftwerk ist bis zum 31. Oktober geöffnet - dienstags bis freitags von 13 bis 20 Uhr und sonnabends von 13 bis 18 Uhr. Dann muss die Exposition schließen, weil die Räume nicht beheizt werden können. Außerdem beginnt die Sanierung des Gebäudes.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.07.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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