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Drewag-Geschäftsführer Reiner Zieschank kritisiert Energiewende: "Wir verschwenden Unmengen an Geld"

Drewag-Geschäftsführer Reiner Zieschank kritisiert Energiewende: "Wir verschwenden Unmengen an Geld"

So stark wie kein anderes Land subventioniert Deutschland seit 2008 den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Kosten dafür tragen in erster Linie die Stromkunden, auch die Dresdner.

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Drewag-Geschäftsführer Reiner Zieschank kritisiert die Energiewende.

Quelle: DNN Archiv

Der Geschäftsführer der Drewag, Reiner Zieschank, lässt im Interview mit dieser Zeitung kein gutes Haar an der politisch verordneten Energiewende.

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Peter Altmaier und NRW-Umweltminister Johannes Remmel (l.) haben unterschiedliche Vorstellungen von der Strompreisbremse. Bis März wollen Bund und Ländern sich einigen. Foto: Kay Nietfeld/Archiv

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Frage: Herr Zieschank, beim Neujahrsempfang der Drewag vor einer Woche erklärten Sie in aller Öffentlichkeit, dass Sie sich beim Thema Energiewende wie in einem Tollhaus vorkommen. Was „stinkt“ Ihnen denn an den erneuerbaren Energien?

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Offshore-Windpark vor Borkum. (Archiv)

Quelle: dpa

Reiner Zieschank: Ganz grundsätzlich habe ich überhaupt nichts gegen einen energiepolitischen Kurswechsel hin zu mehr Windkraftanlagen, Solarparks und Wasserkraftwerken. Allerdings packt die Bundesregierung das komplexe Thema Energiewende meiner Meinung nach viel zu schnell und volkswirtschaftlich unvernünftig an. Dieses Schnellzugtempo führt dazu, dass wir Unmengen an Geld verschwenden und das Geld letztlich fehlt, um sinnvollen Klimaschutz zu betreiben.

Am meisten schmerzen dürften Sie als Drewag-Chef aber doch die hohen Abgaben über das Erneuerbare-Energien-Gesetz, oder?

Das ist richtig, aber die schmerzen mich weniger als Chef der Dresdner Stadtwerke, sondern mit Blick auf unsere Kunden, die sich die wegen der Abgaben gestiegenen Preise immer weniger leisten können. Denn die Drewag ist leider, wie jedes andere Energieunternehmen, gesetzlich verpflichtet, sämtliche Netzentgelte und staatlichen Abgaben 1:1 von den Kunden einzusammeln. Dieses Feld, auf das wir keinen Einfluss haben, macht mittlerweile über die Hälfte unserer Strompreise aus. Und wenn ich Ihnen jetzt sage, dass sich die EEG-Umlage seit 2008 um fast 500 Prozent erhöht hat – von 1,05 Cent je Kilowattstunde auf 6,24 Cent – während gleichzeitig unsere eigenen Stromproduktionskosten um 13 Prozent gesunken sind, wird deutlich, wo das Problem liegt.

Wie teuer kommt die Energiewende jeden einzelnen Dresdner zu stehen?

Mit konkreten Zahlen für die sächsische Landeshauptstadt kann ich ihnen leider nicht dienen, aber ich denke wir bewegen uns in etwa im Bundesschnitt. Und in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ konnte man erst vor wenigen Tagen lesen, dass jeder Deutsche im vorigen Jahr 240 Euro an Ökostromumlage bezahlt hat. Das sind 20 Euro pro Monat. Dieses Geld kommt bei uns Stadtwerken faktisch überhaupt nicht an, da es direkt weitergeleitet wird.

Was würden Sie in Sachen Energiewende anders machen?

Wenn ich was fürs Klima tun und Co2-Emissionen reduzieren will, muss ich zunächst einmal schauen, wie viel Kohle, Öl und Gas in Deutschland überhaupt verbrannt werden und welche Anteile der jeweiligen Energien in welche Bereiche fließen. Im deutschen Endenergieverbrauch sind das am Ende nur 21 Prozent für das Thema Strom, 28 Prozent für Verkehr und satte 51 Prozent für Wärme. Die Energiewende mit ihren enormen Vergütungen für Photovoltaik- und Windkraftanlagen umfasst bald 25 Milliarden Euro pro Jahr, fördert jedoch nur das kleinste dieser drei Felder, nämlich den Strom. Ich glaube, mit Investitionen in bessere Wärmetechnik, etwa ökologisch sinnvolle Fernwärmenetze mit Kraft-Wärme-Kopplung, wie wir sie in Dresden schon haben und weiter ausbauen, ist der Umwelt mehr geholfen. Oder wenn wir beispielsweise nur einen Bruchteil dieser 25 Milliarden Euro für einen raschen Ausbau der Zugstrecke Dresden-Berlin verwenden würden, damit sich weniger Leute dafür ins eigene Auto setzen und damit die Umwelt belasten.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14. Januar 2014 oder bei DNN-Exclusiv.

Christoph Stephan

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