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Dresdnerin will Sachsens ersten verpackungsfreien Lebensmittelladen eröffnen

Dresdnerin will Sachsens ersten verpackungsfreien Lebensmittelladen eröffnen

Schon Tim Bendzko sang 2011, dass er „nur mal kurz die Welt retten muss.“ Doch während der deutsche Sänger nur scheinheilige Erklärungen suchte, um mehr Freizeit zu haben, will eine ambitionierte Dresdnerin tatsächlich die Welt retten.

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Berit Heller ist die künftige Inhaberin des Dresdner Geschäfts "Lose"

Quelle: Privat

Wie? Ganz einfach: Indem Berit Heller sie jeden Tag ein bisschen besser macht.

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Kunden des Geschäfts "Lose" können sich ihre Waren in mitgebrachte Dosen und Flaschen abfüllen.

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14 Jahre lang hat die 46-Jährige im kaufmännischen Bereich eines großen Dresdner Unternehmens gearbeitet. Doch nach so vielen Jahren hatte sie sprichwörtlich die Nase voll von ihrem Job und steht nun kurz davor, ihren ersten eigenen Lebensmittelladen, der den Namen „Lose“ trägt, zu eröffnen. Das Besondere daran: Das Geschäft soll komplett ohne Verpackungen auskommen. Sprich: Keine Nudeln in der Plastehülle, keine Reistüten, die in Pappe eingepackt sind und auch die Milch muss ohne ihren Karton auskommen.

Stattdessen lagert Berit Heller sämtliche Lebensmittel in insgesamt 90 an Wänden angebrachten Röhren. Die Kunden können sich ihre gewünschte Menge dann in mitgebrachten Dosen abfüllen. „Wer diese vergessen hat, kann sich auch bei mir im Laden welche kaufen oder gegen einen Pfand ausleihen“, erklärt die Dresdnerin. Somit will sie auch einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leisten. Flüssigkeiten wie Milch, Essig oder Wein werden dagegen in Weinballons aufbewahrt. Auch hier braucht der Kunde einfach nur eine eigene Flasche mitbringen und sich die gewünschte Menge abfüllen.

Im Angebot stehen bei ihr vor allem regionale Produkte, die nach eigenen Angaben möglichst aus der Region Sachsen aber unbedingt aus Deutschland stammen sollten. Das Sortiment erstreckt sich von Trockenfrüchten, Reis, Pasta, Kaffee, Tiernahrung, Essig, Öl, Haushaltreinigungsmittel, Getreide, Gewürze, Naschwerk über frische Waren wie Käse, Quark, Antipasti, Obst und Gemüse. Und es wird eine Kaffeeecke zum Verweilen geben.

Damit ihre Idee nicht nur ein Traum bleibt, sondern Realität wird, hat Berit Heller ihr Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Startnext vorgestellt. Die benötigten 25.000 Euro, die vor allem in die Einrichtung des Geschäftes und den Erstbedarf der Waren fließen, sind bereits einige Tage vor dem Ablauf der Kampagne zusammengekommen. „Es ist unglaublich wie viele Menschen in den vergangenen Tagen meine Idee unterstütz haben“, erzählt die 46-Jährige stolz. „Lose“ wäre übrigens der erste Lebensmittelladen in Sachsen der komplett auf Verpackungen verzichten würde. Der Gedanke ist aber grundsätzlich nicht neu. „Solch ein Geschäft gibt es bereits in Berlin. So bin auch ich auf die Idee gekommen, dieses Konzept in Dresden einzuführen“, erklärt Berit Heller.

Einen Reservierungsvertrag für die Böhmische Straße 14 im Stadtteil Neustadt hat die engagierte Dresdnerin bereits unterschrieben. Am 1. März soll die offizielle Eröffnung stattfinden. Doch bis dahin bleibt noch viel zu tun. Bereits im Februar darf Berit Heller das Geschäft einrichten. Dabei erhält sie tatkräftige Unterstützung von ihrem Mann, den sie gerne auch mal „Bob der Baumeister“ nennt. Denn er wird die 90 Röhren, in denen die Lebensmittel aufbewahrt werden, selbst bauen. „Grundsätzlich ist es mein Ziel, nichts Neues zu kaufen. Also auch die Tiefkühltheken oder die Kassen möchte ich gebraucht erwerben“, erklärt die Dresdnerin.

Sprich: ein rundum umweltbewusstes Konzept. Bereits in ihrem Alltag versucht die Dresdnerin nach diesem Prinzip auch zu leben. So habe sie beispielsweise immer ihren Stoffbeutel dabei. Wenn nicht, würde sie lieber noch mal nach Hause laufen, als im Supermarkt eine Plastiktüte zu kaufen.

Hier der Link zur Startnext-Seite.

Nadine Steinmann

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