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Dresdner zahlen am meisten für Kindergärten

Dresdner zahlen am meisten für Kindergärten

Kindergärten sind für Eltern in Dresden am teuersten, wenn man die Beiträge mit anderen kreisfreien Städten und Landkreisen in Sachsen vergleicht.

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Die Archivaufnahme zeigt Lara im Kindergarten an der Paul-Gerhardt-Straße. Die Stadt investiert viel ins Kita-Netz, bittet die Eltern aber auch ordentlich zur Kasse.

Quelle: DNN-Archiv

Von heiko weckbrodt

Das geht aus einer Auflistung der Landesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Dirk Panter hervor. Demnach mussten im Jahr 2010 Dresdner Eltern im Schnitt 130,08 Euro für einen Neun-Stunden-Platz im Kindergarten bezahlen, ein Drittel mehr als in den meisten anderen Kreisen und Großstädten.

In Chemnitz zum Beispiel lagen die Elternbeiträge im Kindergarten im Vergleichsjahr nur bei durchschnittlich 110,50 Euro pro Monat, in Leipzig waren es 95,34 Euro, in Mittelsachsen gar nur 91,84 Euro.

Hinter den hohen Beiträgen in Dresden stecken letztlich politische Entscheidungen, räumte Kita-Eigenbetriebs-Chefin Sabine Bibas auf DNN-Anfrage ein. Einerseits schöpfe man hier auf Geheiß des Stadtrates die gesetzlich fixierten Obergrenzen für Elternbeiträge aus. Andererseits habe sich das Gremium "im Sinne der Haushalts-Klarheit" entschlossen, keinerlei Kita-Kosten in anderen Verwaltungsposten abzufangen, sondern diese voll in die Betriebskostenrechnung des Eigenbetriebs einfließen zu lassen. "Das halten andere Städte nicht unbedingt so", erklärte Bibas.

Hintergründe: Laut Paragraph 15 des sächsischen Kita-Gesetzes dürfen die Kommunen und Kreise die Eltern zu 20 bis 23 Prozent an den Krippenkosten beteiligen, in den Kindergärten und Horten liegt dieser Ermessensspielraum zwischen 20 und 30 Prozent. Um die alljährlichen Diskussionen um die Höhe der Elternbeiträge zu vermeiden, wie sie noch in den 1990er Jahren üblich waren, hatte sich der Dresdner Stadtrat schließlich für einen Automatismus entschieden: Die Beiträge werden jährlich nach den realen Betriebskosten und dem zulässigen Maximalsatz berechnet und treten ohne Extrabeschluss von selbst in Kraft.

Immerhin investiere die Stadt erhebliche Summen in die laufenden Kosten und den Ausbau des Kita-Netzes, betonte Betriebsleiterin Bibas. Daher habe man sich entschieden, die Eltern, die das finanziell leisten können, auch entsprechend an den Kosten zu beteiligen - für Bedürftige gebe es dafür ermäßigte Beiträge.

Auch die strikte Eigenbetriebsstruktur in Dresden verteuert die Elternbeiträge: Ähnlich wie ein Privatunternehmen muss der Eigenbetrieb auch alle Nebenkosten selbst begleichen, von der Lohnabrechnung durch das Personalamt über die Straßenreinigungsbeiträge bis hin zu Grundsteuern und Hausmeisterdiensten. Dies hatte in der Vergangenheit wiederholt zu scharfer Kritik von Elternvertretern geführt (DNN berichteten). Denn in anderen Kommunen und Kreisen, in denen die Kitas beispielsweise ins Sozial- oder Jugendamt integriert sind, werden diese Nebenkosten oft über den allgemeinen Haushalt abgerechnet. Hinzu kommen die allgemein höheren Lebenshaltungskosten in Großstädten.

Ein jüngerer Sachsenvergleich liegt noch nicht für alle Städte und Landkreise vor. Aber Dresden dürfte wohl "Spitzenreiter" geblieben sein. So hat sich der Kindergartenplatz in der Landeshauptstadt inzwischen auf 132,13 Euro verteuert, in Leipzig auf 109,55 und in Chemnitz auf 116,75 Euro.

Vergleichstabelle im Netz: tinyurl.com/7vktecj

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.01.2012

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