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Dresdner wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht

Silvesterknallerei mit bösen Folgen Dresdner wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht

Die Bewohner des Hochhauses Albert-Wolf-Platz 2 in Prohlis feierten am 31. Dezember 2013 fröhlich Silvester – kurz nach Mitternacht war Schluss mit lustig. Gegen 0.30 Uhr stand eine Wohnung in der zehnten Etage des 17-Geschossers in Flammen und brannte komplett aus. Jetzt stand der mutmaßliche Verursacher vor Gericht.

Eine Rakete war Auslöser für den Brand in einem Hochhaus in Prohlis.

Quelle: Roland Halkasch

Dresden. Die Bewohner des Hochhauses Albert-Wolf-Platz 2 in Prohlis feierten am 31. Dezember 2013 fröhlich Silvester – kurz nach Mitternacht war Schluss mit lustig. Gegen 0.30 Uhr stand eine Wohnung in der zehnten Etage des 17-Geschossers in Flammen und brannte komplett aus, der Mieter der Wohnung war glücklicherweise nicht zu Hause. Der Hausflur wurde total verrußt und alle Wohnungen auf der Etage unbewohnbar, durch Löscharbeiten auch eine Wohnung darunter. Die Bewohner wurden evakuiert und vorübergehend in Bussen der DVB untergebracht. Fünf Mieter mussten mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht werden. Eine Frau und einen Mann, die im Aufzug fuhren, erwischte es besonders schlimm. Durch die Verrußung wurde ein Zwangsstopp in der 10. Etage ausgelöst. Als sich die Tür des Aufzugs öffnete, kam es zu einer Verpuffung. Beide erlitten schwere Verbrennungen und mussten in eine Spezialklinik gebracht werden. Die junge Frau leidet noch heute extrem unter den Folgen. Den Mietern entstand ein Schaden von 15000 Euro, dem Vermieter von einer halben Million. Ein böser Start ins neue Jahr.

Grund für das Feuer, so Experten der Kripo , war eine Rakete, die auf dem Balkon der Wohnung gelandet war und dort Reisig und Pappe entzündet hatte. Marcel Z. soll den Feuerwerkskörper Richtung Haus gezündet haben. Wegen besonders schwerer Brandstiftung und Körperverletzung steht der 29-Jährige derzeit vor dem Amtsgericht. Er wollte sich am Mittwoch nicht äußern und zog es vor zu schweigen. Auch sein Bruder Alexander , der damals in dem Haus wohnte und mit anderen Mietern in einem Partyraum im Erdgeschoss gefeiert hatte, schwieg und machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

„Wir feierten mit Alexander und anderen im Partykeller, Marcel kam später. Er hatte abgebrannte Raketen in der Hand und sagte so etwas wie, hier werden heute alle brennen“, erzählte Tino E. „Nach Mitternacht sind wir raus auf den Wäscheplatz und haben Raketen abgefeuert. Ich bin dann noch mal rein und dann schrie eine Frau: ,da oben brennt es’.“ Tino E. , der bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, griff sich einen Feuerlöscher, fuhr nach oben, klingelte die Nachbarn raus und versuchte den Brand zu löschen. Dabei wurde er selbst verletzt.

Alle Zeugen waren sich einig, dass Marcel und Alexander Z. die Feuerwerkskörper nicht wie die anderen aus einem Bierkasten, sondern in der Hand zündeten – ansonsten gingen die Meinungen in der Gruppe auseinander. Alle waren mit Alexander Z. befreundet – taten sie sich deshalb so schwer. Es gibt auch Vermutungen, dass er und nicht sein Bruder Marcel die Rakete auf den Balkon gedonnert hat. „Da standen welche und schossen Raketen direkt auf das Haus. Eine knallte rein und dann brannte es“, erzählte ein Zeuge, der etwas weiter weg stand und nicht zur Clique gehörte. Wer die gezündet hatte, konnte er nicht sehen. Eine verfahrene Kiste und nicht einfach für das Gericht. Es war Silvester, alle hatten getrunken und nach Mitternacht wurden überall auf der Straße Böller gezündet – war es wirklich Marcel Z. der die Rakete gezielt auf den Balkon richtete. Urteil folgt.

Von Monika Löffler

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