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Dresdner überwachen innere Uhr der Erdmutter

TU Dresden Dresdner überwachen innere Uhr der Erdmutter

Die ESA hat erste Daten der Raumsonde Gaia veröffentlicht, die unsere Milchstraße vermisst. Auch die TU Dresden ist am bahnbrechenden Projekt beteiligt.

Visualisierung des Gaia-Starts

Quelle: ESA

Dresden. Seit fast drei Jahren umkreist die Weltraumsonde „Gaia“ nun schon im Schlepptau der Erde die Sonne und kartografiert unsere Galaxis. Von den Daten erhoffen sich die Astronomen neue Erkenntnisse darüber, wie die Milchstraße, wie unsere Sonne und all die anderen Sterne entstanden sind – und welches galaktische Schicksal sie und uns erwartet.

Die Sonde wird zwar „nur“ eine Stichprobe von etwa einer Milliarde sichtbarer Sterne vermessen, dies allerdings weit präziser und umfangreicher tun als alle anderen Missionen der Vergangenheit. Schon dieser kleine Ausschnitt produziert große Datenmengen: über eine Billion Messdaten über die Position, Bewegungen und Helligkeiten der vielen Sonnen in unserer Milchstraße.

Die europäische Weltraumagentur ESA und das Missions-Team haben nun die ersten Daten von Gaia veröffentlicht. „In der gesamten Astronomie wird das Ereignis als revolutionär angesehen“, betonte Astronomie-Professor Sergei Klioner von der TU Dresden, der zum Leitungskomitee der Mission gehört.

Klioner selbst ist seit dem Jahr 2000 an der Mission beteiligt. Zudem finanzieren die ESA und weitere Partner seit 2006 eine Gaia-Gruppe im Lohrmann-Observatorium der TU Dresden. Diese sächsischen Wissenschaftler haben sich unter anderem darauf spezialisiert, die Atomuhr der Sonde zu überwachen und Fehler in den Berechnungsmodellen zu finden, mit denen die galaktische Weltkarte zusammengesetzt wird. Auch modellieren sie, inwieweit besondere Effekte, die Einstein einst in seiner Relativitätstheorie beschrieb, die Beobachtungsdaten verzerren.

Prof. Sergei Klioner wird heute ab 17 Uhr im Raum E 023 des Andreas-Pfitzmann-Baus, Nöthnitzer Straße 46, in einem öffentlichen Vortrag die Gaia-Mission für Laien verständlich erklären und die ersten veröffentlichen Daten der Sonde vorstellen. Auch will er die Dresdner Beiträge dazu erläutern. Bereits ab 16 Uhr können die Besucher in der Informatik-Fakultät eine Gaia-Ausstellung besichtigen und mit dem Gaia-Team der Uni plaudern.

Eine russische Sojus-Rakete hatte die europäische Sonde im Dezember 2013 ins All gebracht. Die zwei Tonnen schwere Gaia positionierte sich dann auf einen Punkt zwischen Erde und Sonne, wo sich die Schwerkraft beider Himmelskörper ausgleichen. Dieser sogenannte „Lagrange-Punkt 2“ befindet sich etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Der Sonden-Name Gaia ist einerseits eine Abkürzung für „Globales Astrometrisches Interferometer für die Astrophysik“, leitet sich aber auch von der Erdmutter Gaia der altgriechischen Mythologie ab.

Von Heiko Weckbrodt

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