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Dresdner trinken über den bundesweiten Durst

Themenjahr Sucht 2016 Dresdner trinken über den bundesweiten Durst

Fortschritte für die Suchtbeauftragte der Stadt: Zur Reduzierung von Tabak- und Alkoholwerbung in der Stadt und einem Verzicht auf Reklame für Suchtmittel auf kommunalen Flächen hat die Verwaltung jetzt die ersten Schritte eingeleitet.

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Dresden. Fortschritte für die Suchtbeauftragte der Stadt: Zur Reduzierung von Tabak- und Alkoholwerbung in der Stadt und einem Verzicht auf Reklame für Suchtmittel auf kommunalen Flächen hat die Verwaltung jetzt die ersten Schritte eingeleitet. Die Stadt ermittelt gerade die aktuelle rechtliche und finanzielle Situation – welche bestehenden Verträge gibt es und wie hoch ist der Anteil von Zigaretten- oder Alkoholwerbung am Gesamtwerbevolumen. „Im ersten Quartal wird innerhalb der Verwaltung das weitere Vorgehen beraten“, erklärte  Dominic Heyn, persönlicher Referent von Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) auf DNN-Anfrage.

Die Aktivitäten gehören zum Kampf gegen verschiedenste Suchterscheinungen in der Stadt. Dazu hatte der Stadtrat Mitte des vergangenen Jahres eine auf zehn Jahre angelegte Strategie beschlossen. Kristin Ferse, Suchtbeauftragte der Stadt, will das Thema aus der Tabuzone holen und neben Änderungen im Verhalten der Menschen auch die Verhältnisse ändern.
Zum Hintergrund gehören die bedenklichen Erkenntnisse aus der letzten Bürgerbefragung. Demnach liegt der riskante Alkoholkonsum Dresdner Einwohner über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Fast jeder Drogenkonsument beginne mit Alkohol oder Tabak. Wenn Menschen in der Stadt infolge des Drogenkonsums an psychischen oder Verhaltensstörungen leiden und ins Krankenhaus müssen, dann ist das in erster Linie mit Alkohol verbunden. Deshalb sei der verantwortungsvolle Umgang mit den legalen Suchtmitteln die beste Prävention, um den Konsum illegaler Drogen zu verhindern, ist sich Kristin Ferse sicher.

Sie stellt sich mit einer Mitarbeiterin einer Mammutaufgabe. In den vergangenen Monaten stand vor allem die Suche nach kommunalen Partnern auf dem Programm. Dazu gehört auch das Themenjahr Sucht, dass die Stadt für 2016 ausgerufen hat. Den Auftakt bilden die Eröffnung der interaktiven Ausstellung „Frauen und Alkohol“ sowie eine offene Diskussionsrunde am Montag, 13 Uhr, im Erdgeschoss der Centrum Galerie Dresden (Prager Straße 15). Auf dem Podium sitzen dabei neben einem Professor der Uniklinik, einem Personalmanager und Sozialarbeitern auch der Sportdirektor von Dynamo Dresden, Ralf Minge, und der Dresdner Künstler Michael Riesner, der auch die Ausstellung gestaltet hat.
„Sucht ist keine Schande, sondern eine Krankheit. Eine Krankheit, die nicht nur die Person allein, sondern das ganze private und berufliche Umfeld betrifft“, erklärte Sozialbürgermeisterin Kaufmann das Anliegen des Themenjahres.

„Ob es nun der minütliche Blick auf das Smartphone, das regelmäßige Feierabendbier, Medikamente zur Leistungssteigerung, die Entspannungszigarette oder ein Spiel ist, was zu Glück und Zufriedenheit führen soll – keiner ist vor der Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung geschützt“, hob auch die Dresdner Gleichstellungsbeauftragte, Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah hervor. Es könne jeden treffen, egal ob Mann oder Frau.

Im Lauf des Jahres soll die Suchtprävention an Schulen und in der Jugendhilfe mit Partnern wie Rotary, Lion, Suchtberatungsstellen, AOK oder Sächsische Landesstelle gegen Suchtgefahren verstärkt werden. Außerdem will die Suchtbeauftragte Gespräche aufnehmen, um bei Bädern, Sportstätten, Verkehrsbetrieben und Zoo dafür zu werben, Alkohol und Nikotin aus öffentlichen Räumen zu verdrängen. Teilweise gibt es schon entsprechende Verbote, die stärker bekannt gemacht werden sollen. Dazu haben Stadt und DVB bereits mit Abstimmungen begonnen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Großstädten wie Hamburg soll verstärkt werden – in der Hansestadt gebe es gute Erfahrungen mit dem Alkoholverbot in Bussen und Bahnen.
Kristin Ferses Bilanz des ersten halben Jahres ist „verhalten optimistisch“. Die Auseinandersetzung mit Suchtmittelgebrauch, -missbrauch und -abhängigkeit sei ein mühseliger Prozess. „Die Vision der vom Dresdner Stadtrat beschlossenen Präventionsstrategie ist nicht der Kampf gegen Süchtige. Es geht ganz einfach darum, gesunde Verhältnisse zu schaffen, die es überflüssig machen, süchtig zu werden.“

www.dresden.de/sucht

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