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Dresdner protestieren vor Kik-Filiale gegen Produktionsbedingungen

Dresdner protestieren vor Kik-Filiale gegen Produktionsbedingungen

Etwa ein Dutzend Aktive der Clean-Clothes-Kampagne haben am Mittwochnachmittag in Dresden gegen die Produktionsbedingungen des Textilunternehmens Kik demonstriert.

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Aktivisten der Clean-Clothes-Kampagne haben vor der Dresdner Kik-Filiale protestiert.

Quelle: Tanja Tröger

Vor der Filiale an der Prager Straße verlasen sie im Chor ihre Forderungen und verteilten etwa eine Stunde lang Informationszettel an Kunden und Passanten. Mit Kerzen gedachten sie zudem der Toten des Fabrikeinsturzes Ende April in Bangladesch.

„Unser Ziel ist es, Druck auf Kik auszuüben. Der Einsturz der Rana-Plaza-Fabrik ist jetzt schon der dritte Unfall in drei Monaten“, so Bettina Musiolek von der Kampagne für saubere Kleidung. „Kik ist mitverantwortlich für den Tod von über tausend Menschen – nur sind die in Pakistan und Bangladesch gestorben. Was wäre passiert, wenn die in Deutschland gestorben wären?“ Besonders die Textilfabriken in Bangladesch seien Todesfallen, das wüssten alle aus der Branche. „Für die Preise, zu denen Kik da produziert, ist auch kein vernünftiger Brand- und Gebäudeschutz zu finanzieren.“

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Aktivisten der Clean-Clothes-Kampagne haben vor der Dresdner Kik-Filiale gegen die Produktionsbedingungen der Firma protestiert.

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Die Clean-Clothes-Kampagne fordert das Unternehmen daher auf, das Gebäudesicherheitsabkommen zu unterzeichnen, über das derzeit verhandelt wird. Bis zum 15. Mai sitzen Vertreter der Clean-Clothes-Kampagne, internationaler Gewerkschaftsverbände und allen Auftraggebern, die in Bangladesch produzieren lassen, an einem Tisch und ringen um Brandschutzmaßnahmen, Gebäudeinspektionen und regelmäßige Sicherheitskontrollen. „Bis jetzt haben schon Tchibo und der amerikanische Konzern PVH unterschrieben, zu dem unter anderem die Marken Tommy Hilfiger und Calvin Klein gehören“, so Musiolek. „Damit das Abkommen in Kraft tritt, müssen aber mindestens drei Textilunternehmen mitmachen.“ Da die Kik-Konzernleitung in Deutschland sitzt, lege man bei den Aktionen in Deutschland besonderes Augenmerk auf dieses Unternehmen. In Spanien werde die Firma Mango unter Druck gesetzt, so Musiolek.

Außerdem forderten die Mitglieder der Kampagne für saubere Kleidung, dass sich Kik um die Opfer der Unglücksfälle kümmern und Entschädigungen zahlen solle. Auch sollten Arbeiter existenzsichernd bezahlt und Gewerkschaften akzeptiert werden.

Die Mitarbeiter der Dresdner Filiale äußerten sich nicht zur Mahnwache vor ihrem Gebäude. Ein Mitarbeiter des Einkaufszentrums „Prager Spitze“ verwies die Aktivisten des Hauses, als sie in der Filiale Flugzettel an Kunden verteilten, und drohte mit der Polizei. „Er hat gesagt, er müsse seine Mieter und die Kunden seiner Mieter vor Belästigung schützen“, berichtete Frank Spiller von der Grünen Liga Sachsen. Dabei hätte sich die Mehrzahl der Angesprochenen offensichtlich gar nicht belästigt gefühlt, sondern sei interessiert gewesen. „Die haben gesagt: ’Ja, davon hab ich gehört, ich find es gut, was Sie hier machen’“, so Spiller.

ttr

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