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Dresdner organisieren Hilfskonvoi zu Flüchtlingslager an ungarischer Grenze – Spenden benötigt

Dresdner organisieren Hilfskonvoi zu Flüchtlingslager an ungarischer Grenze – Spenden benötigt

„Die Leute sitzen da bei Wind und Wetter auf dem Feld und haben nichts, kein Dach über dem Kopf, keine Decken oder Schlafsäcke, nichts.“

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Flüchtlinge an der serbisch-ungarischen Grenze.

Quelle: dpa

Als Christopher Jöhren am Sonntagabend in den „Tagesthemen“ den Bericht über das völlig überfüllte Flüchtlingslager in Roeszke an der ungarisch-serbischen Grenze sah, war er schockiert. Kurzerhand beschloss er: Ich fahre dorthin und helfe. Die Zeit drängt angesichts der menschenunwürdigen Zustände: „Wenn wir nicht sofort fahren, bringt es wahrscheinlich nichts mehr.“

Nun sucht Jöhren dringend Menschen, die Zelte, Isomatten, Decken und Schlafsäcke, Winter- und Regenbekleidung, Babynahrung und -artikel, haltbares Essen und Medikamente spenden können. Die Hilfsgüter werden im Hof an der Hamburger Straße 59 entgegengenommen. „Dort am Glaspavillon ist eine Klingel, auf der Warenannahme steht. Da sammeln wir alle Spenden“, so der Inhaber einer IT-Firma. Seine Arbeitskollegen unterstützen ihren Chef, drei von ihnen werden ihn nach Roeszke begleiten. Die Männer setzen auf die Hilfsbereitschaft der Dresdner und sehen eine schlaflose Nacht auf sich zukommen: „Wir stellen uns auf Action an der Sammelstelle ein.“

Im Lauf des Dienstag soll es losgehen – mit zwei Firmenwagen und zwei geliehenen Anhängern – einer davon stammt vom Abenteuerspielplatz Panama in der Dresdner Neustadt. Die Männer rechnen mit rund zehn Stunden Fahrzeit. Am Flüchtlingslager angekommen, wollen sie erst einmal zu Fuß die Lage sondieren, Kontakte zu Ärzten und Hilfsorganisationen im Lager knüpfen und schauen, wie sie ihre Spenden am günstigsten verteilen können. „Da kann etwas Chaos auf uns zukommen“, weiß Jöhren aus Erfahrung.

 Der 40-jährige Dresdner hat seine Entscheidung für den privaten Hilfskonvoi nicht blauäugig getroffen. Bereits zwei Mal hat er einen Konvoi nach Odessa begleitet. Die deutschlandweit tätige karitative Organisation „Round Table“, der junge Männer bis 40 Jahre angehören – wie Christopher Jöhren –, fährt jedes Jahr mit drei Trucks in die Ukraine und verteilt Weihnachtspäckchen an bedürftige Kinder. „Das ist immer kompliziert an den Grenzen, aber diesmal fahren wir ja durch die EU, da erwarten wir keine Schwierigkeiten.“

Was genau die Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze am dringendsten benötigen, hat sich der ITler aus sozialen Netzwerken zusammengesucht. Über Twitter und Facebook hat er Kontakt zu Privatpersonen und Journalisten, die aus dem Krisengebiet berichten. Sollten in der Kürze der Zeit nicht genügend Spenden zusammenkommen, werden die Männer zukaufen: Brot, Milch, Bananen, Wasser. „Wir wollen den Platz in den Autos und Hängern voll ausnutzen“, sagt Jöhren. Für diese Einkaufskosten kommt der Dresdner Round Table auf, das Benzin zahlt Jöhren selbst.

„Uns ist wichtig, dass aus der als fremdenfeindlich verschrienen Stadt Dresden auch positive Signale kommen“, sagt Jöhren, der selbst 2003 aus beruflichen Gründen an die Elbe gezogen ist und sich in die Stadt verliebt hat.

Spenden-Anlieferung an: datom GmbH, Hamburger Str. 59, 01157 Dresden

Ansprechpartner bei Fragen: Christopher Jöhren, Telefon (0176) 140 35 433

  https://www.facebook.com/datom.de

 

ttr

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