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Dresdner hoffen auf EU-Förderung - Kommissarin sieht gute Chancen für Sachsen

Dresdner hoffen auf EU-Förderung - Kommissarin sieht gute Chancen für Sachsen

EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn sieht gute Chancen für den Mikroelektronik-Standort Dresden, Hightech-Fördergelder aus dem neuen EU-Programm "Horizon 2020" zu erhalten.

Dresden . Das erklärte die Kommissarin nach einem Besuch von Dresdner Instituten und Technologie-Unternehmen. Sachsens Forschungsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) hofft insbesondere auf Brüsseler Subventionen für innovative Pilotlinien.

Von Heiko Weckbrodt

Die Kommissarin hatte zuvor das Forschungszentrum Rossendorf, die Organiksolarzellen-Firma Heliatek sowie die Chipwerke von Globalfoundries und Infineon in Dresden besichtigt. Dies sei ihr erster Besuch in Sachsen gewesen, erzählte sie - und sie sei beeindruckt. "Sachsens Anstrengungen, sich an die Spitze der modernen Materialwissenschaften und Chip-Fertigung zu setzen, haben sich ausgezahlt", betonte Geoghegan-Quinn, die aus Irland stammt und damit aus einem "keltischen Tigerstaat", der mit aktiver Ansiedlungspolitik solche Hightech-Riesen wie Intel an Land ziehen konnte. Sie lobte die hohen Forschungsausgaben in Sachsen, die sechs Prozent der öffentlichen Etats ausmachen, fast doppelt soviel wie im EU-Schnitt.

Hier sei ein europaweit führendes Mikroelektronik-Cluster entstanden, das auch weltweit konkurrenzfähig sei. Sie könne sich eine wichtige Rolle von "Silicon Saxony" und vor allem der Dresdner Standorte von Globalfoundries und Infineon vorstellen, wenn die EU demnächst ein strategisches Mikroelektronik-Förderprogramm auflege. Eine Voraussetzung dafür sei aber, dass die Mitgliedsländer den EU-Haushalt in der geplanten Höhe finanzieren.

Damit dürfte die Kommissarin einen Grund für ihre Visite angerissen haben: Brüssel ringt um eben diesen Punkt mit den EU-Mitgliedern und rührt nun vor Ort die Werbetrommel. Auch passt Geoghegan-Quinns Hightech-Besichtigungsprogramm in die neue Förderstrategie der Kommission. Diese will künftig Schlüsseltechnologien ("Key Enabling Technologies" = KET), die für Europas Weltmarktpositionen entscheidend sind, stärker fördern. Selbst Pilotlinien für innovative Mikroelektronik haben künftig Förderchancen im mit 6,7 Milliarden Euro dotierten "Horizon 2020"-Programm.

Auf diesen neuen Fördertopf macht sich in Dresden zum Beispiel das Fraunhofer-Photonikinstitut Hoffnung (DNN berichteten). Zudem steht ein noch größeres Branchenprojekt auf der Agenda: Der Umstieg von 300 auf 450 Millimeter große Siliziumscheiben. Die dafür nötigen enormen Investitionen wollen Intel in den USA und TSMC in Taiwan stemmen - und Europas Halbleiterbranche fürchtet, den Anschluss zu verlieren, wenn nicht Subventionen in ein 450-mm-Werk auf europäischem Boden fließen. Dabei könnte Dresden zu den ersten Standortkandidaten gehören.

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Neue Infineon-Fabrik 2013 voll betriebsbereit

Dresden (DNN/hw). Die 351 Millionen Euro teure Dresdner Infineon-Fabrik für Leistungshalbleiter wird Anfang 2013 voll betriebsbereit sein. Dann verlassen die ersten Serien-lose das innovative Chipwerk, kündigte Infineon-Chef Reinhard Ploss gestern bei einem Besuch in Dresden an.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten den ehemaligen Reinraum von Qimonda im Dresdner Norden so umgerüstet, dass dort Leistungselektronik auf sehr dünnen, 300 Millimeter großen Siliziumscheiben gefertigt werden können. Damit ist Infineon der erste Mikroelektronik-Konzern weltweit, der diese Technologie zur Massenproduktions-Reife geführt hat. Infineon rechnet wegen der "Energiewende" damit, dass sich eine Großfertigung von Hochspannungs- und Starkstromchips auf 300-mm-Wafern bald lohnen wird.

Ganz soweit ist es indes noch nicht: derzeit sei die Nachfrage noch nicht groß genug, man werde die Dresdner Fab daher je nach Kundenwünschen -sprich langsamer als zunächst geplant - auf ihre Maximalkapazität hochfahren, sagte Ploss.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.12.2012

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