Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresdner haben Angst vor Terror und religiösen Konflikten

DNN-Barometer Dresdner haben Angst vor Terror und religiösen Konflikten

Das Boot ist noch lange nicht voll. Das ist das Ergebnis des 95. DNN-Barometers, bei dem unter anderem eine Rolle spielte, ob die Zuwanderung zum Problem werden kann. Doch die Antworten zeigen auch: Es gibt große Ängste.

Mehr Nationalstolz ist bei der Durchsetzung deutscher Interessen in Europa nicht nötig, sind die Dresdner überzeugt.
 

Quelle: Hendrik Schmidt

Dresden.  Paris, Istanbul und Ankara – die Namen dieser Städte stehen für Anschläge, die Islamisten zugeschrieben werden oder wenigstens im Zusammenhang mit der Syrienkrise stehen. Fast 30 Menschen sind bei dem Attentat in Ankara gestorben, zehn Mitte Januar in Istanbul und weit mehr als 100 im November in Paris. In den Nachrichten sind Terror und Anschläge allgegenwärtig. Das lässt auch die Dresdner nicht kalt, zeigt das 95. DNN-Barometer. In einem Fragenkomplex, der sich Ängsten und Sorgen widmet, die im Zusammenhang stehen mit der Syrienkrise, der aktuellen Zuwanderung und dem EU-Streit um den Umgang mit den Flüchtlingen, geht es auch um Terrorsorgen. Fast zwei Drittel der knapp 500 Befragten gaben an, dass sie große oder sehr große Sorgen vor islamistischem Terrorismus haben. Diese Zahl entspricht genau dem Ergebnis, das die Umfrage auch vor Jahresfrist zutage förderte. Gar keine solchen Sorgen machen sich dagegen zur Zeit nur sieben Prozent der Dresdner. Das ist nur noch die Hälfte der Dresdner, die sich noch vor Jahresfrist in absoluter Sicherheit wägten. Diese Zahl ist geschrumpft zugunsten der Zahl der Dresdner, deren Terrorsorge zunimmt.

Damit einher gehen die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Sorge, religiöse Konflikte könnten hierzulande ausgetragen werden. Danach haben die Mitarbeiter des DNN-Barometers gefragt, ohne sich ausdrücklich auf den Islam zu beziehen. Das Ergebnis: Die Sorge vor solchen Konflikten in Deutschland ist deutlich gestiegen. Vor Jahresfrist äußerten 46 Prozent der Befragten große und sehr große Sorge, jetzt waren es 54 Prozent. Auffällig ist dabei, dass vor allem die Zahl der Menschen mit „sehr großen Sorgen“ zugenommen hat. Sie kletterte von 25 Prozent im Februar 2015 auf 34 Prozent im Februar 2016.

Auch Parolen, die regelmäßig bei Pegida eine Rolle spielen, haben die TU-Mitarbeiter, die das DNN-Barometer erstellen, den Dresdnern vorgehalten. Im Vergleich zum Februar 2015 unverändert waren dabei die Reaktionen auf die Feststellung, die Ausländer kämen nur nach Deutschland, um unseren Sozialstaat auszunutzen. Etwa ein Drittel hatte dazu keine klare Meinung. Die Hälfte der Befragten stimmte dieser Aussage nicht zu. Der Rest, insgesamt 16 Prozent, teilte diese Ansicht. Nahezu unverändert war auch die Zahl der Dresdner, die der Ansicht sind, es brauche heute „ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber der Ausland“. Ein Drittel der Dresdner ist aktuell dieser Meinung, 35 Prozent waren es vor Jahresfrist. 40 Prozent unterstützen diese Aussage nicht. Im Februar 2015 waren es 42 Prozent.

Die Zustimmung zu einem „starken Nationalgefühl“ ist trotz der Zuwanderung im vergangenen Jahr weder gestiegen, noch gefallen. Etwa 40 Prozent plädierten in beiden Umfragen für Mut zu diesem Gefühl. Ein reichliches Fünftel der Befragten hatte dazu keine klare Meinung und die restlichen 40 Prozent sprachen sich bei der aktuellen Umfrage gegen diesen Mut aus (2015 waren das 36 Prozent).

Dass in Deutschland zu viele Ausländer leben und vor allem Muslimen die Zuwanderung untersagt werden sollte, glaubt nur die Minderheit. 24 Prozent glauben, aktuell lebten zu viele Ausländer in Deutschland und gerade mal 15 Prozent würden aktuell Muslimen den Zuzug verweigern (2015: 22 Prozent und zehn Prozent). Mehr als die Hälfte der Dresdner, genau 53 Prozent, glauben dagegen nicht, dass zu viele Ausländer in Deutschland leben und mehr als zwei Drittel sind gegen ein Einwanderungsverbot für Muslime (2015: 56 Prozent und 67 Prozent).

Die Antworten auf die Frage nach den Zuwanderungsrechten für Muslime geben damit wieder, was auch die Bundesstatistik und die Sachsen-Zahlen zeigen: Muslime sind in Deutschland eine Minderheit. Rund 5,5 Prozent aller Deutschen sind Muslime so die offizielle Bundesstatistik. Das entspricht vier bis 4,5 Millionen Menschen. In Sachsen bekennen sich nur 0,1 Prozent aller Einwohner zum Islam. Das entspricht etwa 4000 Menschen, kann man auf der Internetseite asylfakten.de nachlesen, die vom sächsischen Innenministerium unterstützt wird.

Von Christoph Springer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.