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Dresdner Zoo zeigt Entwurf für neues Pinguin-Café

Bis Spätsommer muss Konzept für alten Pavillon her Dresdner Zoo zeigt Entwurf für neues Pinguin-Café

„Baumstammoptik“ in Holz und Pinguinfarben, dazu eine geschwungene Grundform: Das neue Pinguin-Café im Zoo Dresden wird sich deutlich mehr an den Themen Natur und Tiere orientieren als sein quadratischer Stahl-Glas-Vorgängerbau. Die Zukunft des Altbaus ist hingegen noch völlig unklar.

So soll das neue Pinguin-Cafe aussehen.
 

Quelle: Heinle, Wischer und Partner

Dresden.  „Baumstammoptik“ in Holz und Pinguinfarben, dazu eine geschwungene Grundform: Das neue Pinguin-Café im Zoo Dresden wird sich deutlich mehr an den Themen Natur und Tiere orientieren als sein quadratischer Stahl-Glas-Vorgängerbau. „Die Fassade betont die Vertikale und besteht aus Holz“, erläutert Architekt Jens Krauße vom Dresdner Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner, das auch das Giraffenhaus des Zoos entworfen hat. Wie Baumstämme solle das wirken, passend zum angrenzenden Großen Garten. „Die Farbgestaltung der Fassade stimmen wir auf das Gefieder der Pinguine ab und lasieren die Holzlamellen hell und dunkel.“ Hinter den Holzlamellen ist die dem Zoo zugewandte Seite des neuen Pinguin-Cafés verglast. Die rückwärtige Front, an der Funktionsräume wie Küche und Toiletten angeordnet sind, wird massiv gebaut.

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Das neue Pinguin-Café im Zoo Dresden wird sich deutlich mehr an den Themen Natur und Tiere orientieren als sein quadratischer Stahl-Glas-Vorgängerbau.

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Bei der Planung des Daches habe er sich am alten Pavillon orientiert, sagt Krauße, und in Anlehnung an die markanten „Zacken“ wieder etwas Besonderes entworfen: Auf den „Stämmen“ der Fassade ruht eine Art „Felsplatte“, die wie beim alten Café über die Außenwände hinausragt und die Besucher auf der Terrasse vor der prallen Sonne schützt. Das neue Dach wird allerdings eine massive Stahlbetonkonstruktion, damit es im Sommer im Gebäude-Innern nicht mehr so warm wird.

Neues Cafe wird deutlich größer

Mit reichlich 100 Plätzen fasst das neue Pinguin-Café doppelt so viele Besucher wie bisher. „Das soll unsere Haupt-Gastronomie-Einrichtung werden“, plant Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena. Es werden also künftig nicht nur Kaffee, Eis und Bockwurst, sondern auch warme Mahlzeiten im Angebot sein. Als Betreiber stehe bereits die ElbeZeit GmbH fest, die sich auch um die Gastronomie auf den Elbdampfern und am Flughafen kümmert.

Wie genau der Gastraum gestaltet und möbliert wird, könne die ElbeZeit GmbH bestimmen. Aber auch innen werde es ein „zoologisches Thema geben“, verspricht Architekt Krauße. „Holz wird eine Rolle spielen.“ In der dem Kinderspielplatz zugewandten Pavillon-Spitze ist ein Eisstand geplant. Um die kalte Schleckerei zu bekommen, müssen Besucher nicht mal das Café betreten: Durch große Schiebefenster wird auch nach draußen verkauft.

Von der Terrasse aus wird man künftig direkt ins Pinguin-Gehege blicken können, so Krauße. Außerdem hat der Architekt auf Wunsch des Pächters einen runden „Food Point“ auf dem Freisitz eingeplant. Das ist ein feststehender, überdachter Tresen, an dem eilige Gäste beispielsweise Getränke und Bratwurst kaufen können.

Rund eine Million Euro wird das neue Pinguin-Café kosten, plant Zoo-Chef Ukena. Allerdings sei die Finanzierung noch nicht endgültig geklärt. Dennoch hofft der Geschäftsführer, dass die Bauarbeiten im Herbst beginnen können – schließlich soll das neue Café 2017 eröffnen. „Wir haben den Bauantrag im Frühjahr eingereicht, und die Bearbeitung dauert durchschnittlich drei bis fünf Monate.“ Das wäre zwischen Juli und September.

Wie weiter wird mit dem alten Café-Pavillon?

Bis dahin allerdings muss die Stadt eine Lösung parat haben, was aus dem alten Pinguin-Café werden soll. Die Verantwortlichen im Kultur- und Denkmalamt möchten das 1969 errichtete Gebäude gern erhalten, obwohl es nicht unter Denkmalschutz steht. Einen ähnlichen Pavillon gibt es weder in Dresden noch in der näheren Umgebung. Zudem war der Gastraum mit einem 20 Meter langen Pinguin-Wandfries des Dresdner Grafikers Gerhard Papstein und einem Aluminium-Raumteiler von Helmut Schmitt gestaltet. Deshalb soll das bauliche Zeugnis der 1960er Jahre geordnet abgebaut und zunächst im Lapidarium in der Zionskirch-Ruine eingelagert werden. Wie das substanzschonend passieren kann und was das Unterfangen kosten würde, untersucht derzeit eine studentische Projektarbeit am Dresdner TU-Institut für Baukonstruktion. Mit einer fünfstelligen Summe müsse man rechnen, schätzt Zoo-Chef Ukena. Zum Vergleich: Der simple Abriss per Bagger würde mit 10.000 bis 15.000 Euro zu Buche schlagen.

Der alte Pavillon im Zoo soll weg

Der alte Pavillon im Zoo soll weg.

Quelle: S. Lohse

Erst, wenn konkrete Zahlen vorlägen, „wird die Stadt entsprechende Überlegungen in Richtung Finanzierung anstellen“, teilte das Amt für Kultur und Denkmalschutz mit. „Es besteht seitens der Stadt große Zuversicht, dass bis zum Spätsommer die hierfür erforderlichen Erkenntnisse vorliegen.“

Finanzierung noch unklar

Zumindest für die Übernahme des Pavillons müsste das Rathaus nichts zahlen: „Wir würden der Stadt das Café schenken und uns freuen, wenn es wieder aufgebaut würde“, sagt der Zoo-Chef.

Pläne, wo das alte Pinguin-Café weiterleben könnte, gibt es laut Stadt noch nicht. „Anregungen sind willkommen.“ Das Dresdner Netzwerk Ostmodern.org hat da schon einige Ideen, etwa die Erweiterung des Alaunparks, die Flächen an der Lingnerallee, das Areal um das Kulturkraftwerk Mitte oder nebenan auf dem Wettiner Platz. „Eine erneute Nutzung als Café wäre aus Sicht des Netzwerks ideal, aber auch andere Inhalte wie zum Beispiel Kunst- oder Architekturausstellungen wären denkbar“, sagt Geograf und Stadtplaner Matthias Hahndorf.

Der Knackpunkt aber bleibt: die Kosten. „Der städtische Rettungsplan ist zwar äußerst lobenswert, aber realistisch betrachtet wird die Stadt nicht das Geld aufbringen können, den Pavillon auch in Eigenregie sanieren und einer neuen öffentlichen Nutzung zuführen zu können.“ Deshalb wünschen sich Hahndorf und seine Mitstreiter, dass sich „recht bald ein Investor fände, der den Wert und Charme des kleinen Pavillons besser durchschaut als die bisher Verantwortlichen – und den Mut hat, das Haus zu sanieren und an einem neuen Standort mit frischem Konzept den Dresdnern zurückzugeben.“

Der Umzug ins Lapidarium oder an einen anderen Standort wäre nicht der erste für das Pinguin-Café. Der Dresdner Zoo hatte den Flachbau Anfang der 1970er Jahre aus Berlin übernommen. Zuvor diente der quadratische Pavillon dort als Boulevardcafé für die Leistungsschau „Kämpfer und Sieger“ zum 20. DDR-Geburtstag. „Im Zoo war damals die erste Idee, den Pavillon als Warmhaus für Tiere zu verwenden. Das ging aber nicht“, erzählt Zoo-Chef Ukena. Der verglaste Stahlskelettbau hat nämlich keine Heizung.

Deshalb nutzte der Zoo das vom Architekten Erich Lippmann entworfene Häuschen ab Juli 1973 erneut als Café – allerdings immer nur von Ostern bis Oktober. Als im vergangenen Jahr die beiden Café-Betreiberinnen – „unsere Pinguin-Damen“, wie sie Ukena nennt – ihren wohlverdienten Ruhestand antraten, ließ der Zoo den Pavillon von Statikern und Architekten auf Sanierbarkeit überprüfen. Ergebnis: nicht sinnvoll. Zu verrostet die Stahlträger, zu verfault die Holzwerkstoffe, zu verschlissen die Elektrik, zählt Architekt Jens Krauße auf. Die Küchen- und Lagerräume waren für heutige Verhältnisse zu groß, der Gastraum zu klein.

„Eine Sanierung hätte ein Mehrfaches des Neubaus gekostet – das wäre Verbrennung öffentlicher Gelder gewesen“, so Krauße. „Außerdem finde ich persönlich, dass der eckige Pavillon mit dem Zackendach städtebaulich nicht an diese Stelle passte.“

Von Tanja Tröger

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