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Dresdner Zoo wartet weiter auf ein Koala-Weibchen

Dresdner Zoo wartet weiter auf ein Koala-Weibchen

Mullaya hat es sich auf einem Ast gemütlich gemacht. Die Augen halb geschlossen, döst das zweijährige Kerlchen in seinem Gehege im Prof. Brandes-Haus vor sich hin.

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Koala Mullaya können die Besucher im Prof. Brandes-Haus anschauen. Sein ein Jahr älterer Artgenosse Iraga lebt hinter den Kulissen. Mit einem Weibchen vertragen sich die beiden nur während der Paarung. Anschließend müssen sie sofort getrennt werden.

Quelle: Carola Fritzsche

Den Baumstamm hält es dabei fest umklammert. Dann und wann stellt der Koala seine plüschigen Ohren ein wenig auf, dreht den Kopf in Richtung Besucher, um kurze Zeit später wieder in seine schläfrige Ausgangsposition zu verfallen.

Kein Wunder: Weder Mullaya noch sein hinter den Kulissen lebender Artgenosse Iraga haben im Moment Veranlassung, aktiv zu werden. Ein Weibchen ist derzeit nicht in Sicht für die beiden drolligen Geschöpfe. Und bis es so weit ist, werden wohl noch Monate ins Land gehen. Davon jedenfalls geht Duisburgs Zoodirektor Achim Winkler aus, der zugleich über die Zucht der Koalas in Europa wacht.

Was das Weibchen angeht, hat Mullaya noch ein wenig Zeit. Mit seinen zwei Jahren ist er noch nicht ganz ausgewachsen. Um die sechs Kilogramm wiegt er jetzt. "Mullaya ist ein bisschen mobiler als Iraga und öfter unterwegs", berichtet Tierpfleger Olaf Lohnitz. Der Kleine sei ein freundlicher Koala und auch mal bereit, sich auf den Arm nehmen zu lassen. Der ein Jahr ältere Iraga ist ein wenig größer als Mullaya und bringt jetzt sechseinhalb Kilo auf die Waage. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Koala wiegt etwa acht Kilogramm. Iraga sei nicht nur deutlich ruhiger als Mullaya, sondern auch sensibler, weiß Lohnitz. "Bis Mai haben die beiden Koalas Gehege an Gehege gelebt und sich dauernd gesehen", sagt der Pfleger. Das sei zuviel gewesen für Iraga. "Über eine Kamera können wir die Tiere ja auch nachts beobachten, wir haben gesehen, dass Iraga nervös war, oft herumgelaufen und deshalb wenig zum Fressen gekommen ist." 400 Gramm habe er abgenommen. "Er hat uns angezeigt, dass er Mullaya nicht mehr sehen will", resümiert Lohnitz. Seitdem der Artgenosse außer Sichtweite ist, gehe es Iraga hinter den Kulissen besser.

Wenn das Weibchen über kurz oder lang eintrifft, wird es die etwas größere Schauanlage auf der rechten Seite beziehen, in der jetzt Mullaya sitzt. Mullaya werde dann in das jetzt leer ste- hende Gehege umquartiert. Was die Fortpflanzung angeht, sind Koalas sehr speziell: Wenn das Weibchen im Frühling paarungsbereit ist, sucht es die Nähe des Männchens und lockt es mit einem tiefen Grunzen an. Der Koala-Mann antwortet auf ähnliche Weise und so laut, dass man ihn in freier Natur mehrere Kilometer weit hört. "Wir müssen die beiden sofort nach der Paarung trennen, weil sie sich beißen", erklärt Lohnitz. Er selbst habe im Duisburger Zoo beobachtet, wie das zierliche Weibchen unmittelbar nach dem Akt anfing zu kreischen, weil es genau wusste, was ihm bevor stand. Sollte es geklappt haben mit der Befruchtung, dauert es dann noch einmal 35 Tage, bis ein nur zwei Zentimeter großes, nacktes und blindes Koalababy geboren wird. "Es klettert sofort in den Beutel der Mutter und saugt sich an einer Zitze fest", blickt Lohnitz schon mal in die Zukunft. Bis das Kleine dann aus dem Beutel schaut, vergehe noch einmal ein halbes Jahr. "Das ist dann der Anblick, bei dem die Leute dahinschmelzen", meint Lohnitz und lächelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.11.2014

Katrin Richter

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