Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Google+
Dresdner Wissenschaftler: Blitz-Tsunamis steuern Supraleitung

Dresdner Wissenschaftler: Blitz-Tsunamis steuern Supraleitung

Tsunamis aus Terahertz-Blitzen können in bestimmten Materialien gezielt Supraleitung ein- oder ausschalten, also an gewünschten Stellen dafür sorgen, dass Strom widerstandslos geleitet wird.

Dies konnte nun der Hamburger Planck-Forscher Prof. Andrea Cavalleri in einer Großforschungsanlage am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) nachweisen. Die Entdeckung könnte den Schlüssel zu neuartigen Supraleit-Computern liefern, die deutlich effektiver arbeiten als heutige Großrechner.

Cavalleri, der eigentlich am Hamburger Max-Planck Institut für die Struktur und Dynamik der Materie tätig ist, war nach Dresden gekommen, um dort die Terahertz-Laser zu nutzen, die am kürzlich aufgerüsteten Elektronenbeschleuniger ELBE installiert wurden. Mit dem Laser erzeugte er in Paa-re entgegengesetzter Wirbel in stapelartig aufgebauten Supraleitern. Die Wirbel rasten dann als Soliton-Welle durch die Probe und öffneten oder schlossen an den Zielorten kleine Tunnel, durch die der Strom dann supraleitend von Schicht zu Schicht springen konnte.

"Soliton-Wellen" werden dem einen oder anderen vielleicht noch aus einer Folge der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" in Erinnerung sein, wo sie als Superantrieb genutzt werden soll. Dabei handelt es sich um Wellenpakete, die sehr weit reisen können, ohne ihre Form zu verlieren. Die zerstörerischen Megawellen, die Tsunamis, auf dem Meer sind ein Beispiel dafür. Entdeckt wurden sie 1834 von dem Ingenieur John Scott Russell, der an einem schottischen Kanal kilometerweit neben einer einzelnen Wasserwelle her ritt, ohne dass sie abebbte.

Einen ähnlichen Effekt nutzten nun Prof. Cavalleri und seine Kollegen aus Dresden, Großbritannien und Japan. Nur dass ihre Solitons eben nicht von Wasser erzeugt wurden, sondern von wenige Billionstel Sekunden (Picosekunden) kurzen Wellenpaketen aus hochfrequenter Strahlung. Denkt man die Möglichkeit weiter, widerstandsfreien Stromfluss an gewünschten Stellen mit solchen Licht-Tsunamis ein- und ausschalten zu können, so entspricht das den Informationswerten "0" und "1", also den Basiswerten binärer Informationsverarbeitung in Computerchips.

Derzeit sind die Rossendorfer Forscher nun dabei, ihre Terahertz-Quellen auszubauen: Mit "TELBE" wollen sie eine "Superradianz"-Anlage installieren, die noch intensivere Impulse im gesamten Bereich von Terahertz-Strahlung bis hin zu drei Millimetern Wellenlänge erzeugen kann. TELBE soll in den kommenden Jahren schrittweise in Betrieb gehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2013

hw

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.