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Dresdner Verein will Heim für homosexuelle Flüchtlinge

Noch kein Bauantrag Dresdner Verein will Heim für homosexuelle Flüchtlinge

Engagement gegen Diskriminierung: Ein Dresdner Verein will homosexuellen Flüchtlingen ein eigenes Heim bauen. Für sein Vorhaben hat er ein Grundstück in einem Gewerbegebiet ausgesucht. Doch bisher liegt keine Baugenehmigung vor.

Engagement für Homosexuelle: Im Sommer 2015 hisste Ronald Zenker die CSD-Regenbogen-Fahne vor der Semperoper.

Quelle: Julia Vollmer

Dresden . Engagement gegen Diskriminierung: Ein Dresdner Verein will homosexuellen Flüchtlingen ein eigenes Heim bauen. Für sein Vorhaben hat er ein Grundstück in einem Gewerbegebiet ausgesucht. Doch bisher liegt keine Baugenehmigung vor. Der Verein Christopher Street Day Dresden (CSD) will homosexuellen Flüchtlingen in der Landeshauptstadt eine eigene Unterkunft schaffen. Geplant sei ein Heim in einem Gewerbegebiet für etwa 120 Personen, sagte Vereinssprecher Ronald Zenker gestern dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. Das Heim für „von Diskriminierung betroffene Flüchtlinge“ soll mit einem privaten Investor betrieben werden.

Der Verein CSD engagiert sich seit Monaten für homosexuelle Flüchtlinge, die in den Aufnahmeeinrichtungen diskriminiert werden. Zenker hatte sich in Abstimmung mit den Behörden um eine separate Betreuung von jungen Männern gekümmert. Nun will er offenbar Deutschlands erstes Flüchtlingsheim für Homosexuelle bauen. In der Einrichtung soll es außerdem in einer kleinen Sozialstation Platz für bis zu zehn alleinreisende schwangere Frauen geben.

Die Stadt Dresden stehe dem Projekt des CSD offen gegenüber, sagte Stadtsprecher Kai Schulz auf epd-Anfrage. Bisher läge jedoch noch kein Bauantrag vor, der geprüft werden könnte. Zudem gebe es für das vom Verein ausgesuchte Grundstück bereits einen Bauplan, sagte Schulz. Das sei eine etwas „komplizierte Situation“.

Zenker hatte beklagt, dass eine Genehmigung der Stadt für den Bau des Heimes noch ausstehe. „Das gesamte Konzept steht, nur die Verwaltung kommt nicht aus dem Knick“, sagte er den DNN. Die Banken wären bereits unruhig, weil sie das Finanzierungsmodell endlich umsetzen wollen. Auf einer Grundstücksbesichtigung habe Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain jedoch Besserung in Aussicht gestellt. Das geplante Heim kann laut Zenker in modularer Bauweise innerhalb von sechs Monaten errichtet werden: „Alle stehen bereits in den Startlöchern, wir brauchen endlich das Signal damit es losgeht.“ Nach seinen Aussagen leben in den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen derzeit rund 600 homosexuelle Flüchtlinge. Das gehe aus Schätzungen der jeweils Verantwortlichen an den Standorten hervor, sagte er. Die meisten würden sich jedoch nicht öffentlich outen. In der Vergangenheit kam es laut Zenker immer wieder zu Übergriffen gegen schwule und lesbische Flüchtlinge in den Heimen – Beleidigungen, körperliche Attacke, Steinwürfe. Vor allem Pärchen seien betroffen, weil sie ihre Sexualität nicht lange verheimlichen können, so der Vereinsleiter. Seit August 2015 habe der CSD einige von ihnen privat untergebracht, berichtete Zenker.

Von Katharina Rögner und Paul Felix Michaelis

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