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Dresdner Uniklinikum präsentiert Flüchtlingslotsen

Entlastung für Ärzte Dresdner Uniklinikum präsentiert Flüchtlingslotsen

Das Uniklinikum Dresden hat einen neuen Posten auf der Lohnliste: Robert Bitterlich ist ab Januar kommenden Jahres als Flüchtlingslotse tätig und kümmert sich in dieser Funktion um die besonderen Belange, die die Behandlung Asylsuchender mit sich bringen.

Quelle: dpa

Dresden. Dass es die neue Stelle gibt, ist dem Engagement von Ärzten und Angestellten der Uniklinik zu verdanken. Die taten sich im Oktober zusammen und riefen den "Run and Roll"-Spendenlauf ins Leben: "Wir wollten gemeinsam mit den Dresdnern ein Zeichen für Menschlichkeit und Solidarität setzen und einen Beitrag leisten, den Zugang zu spezialärztlicher Versorgung für Flüchtlinge zu erleichtern", erklärt Luise Mundhenke aus dem Organisationsteam. Knapp 75 000 Euro kamen dabei zusammen. Geld, das für die Anstellung des so genannten Flüchtlingslotsen genutzt wurde.

Mit dem Spendenlauf „run&roll“ haben die Dresdner am Sonntag 40.000 Euro für den Aufbau einer Notfallambulanz für Flüchtlinge zusammengetragen.

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Geworden ist es Robert Bitterlich. Künftig nimmt er sich als Fallmanager der behördlichen und organisatorischen Belange bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen an. Seine Arbeit soll die Stationen und Ambulanzen entlasten. Der gelernte Krankenpfleger und studierte Gesundheitsmanager arbeitet seit mehr als zehn Jahren für das Uniklinikum. In Zukunft wird er sich sowohl um die Kostenerstattung bei den zuständigen Sozial- und Jugendämtern kümmern als auch Zusagen zur Kostenübernahme einholen.

Das befreit die Ärzte von bürokratischen Aufgaben. Entspanntere Ärzte - davon profitieren auch die deutschen Patienten. Darüber hinaus wird Bitterlich Untersuchungs- und Therapietermine für die Flüchtlinge sowie den Einsatz von Dolmetschern koordinieren. Auch nach dem Arztbesuch wird der Flüchtlingslotse als zentraler Ansprechpartner für die Ämter und Behörden dienen. Dadurch werden Asylbewerber schneller an Fachärzte vermittelt, ihre Behandlung vereinfacht.

Die überschaubare Anzahl von bisher ungefähr 2000 ambulant und zusätzlich knapp 600 stationär behandelten Flüchtlingen dürften das Klinikum nicht an seine Kapazitätsgrenzen bringen - bei jährlich mehr als 60 000 stationär und 270 000 ambulant behandelten Patienten. Doch der bürokratische Aufwand nach der Behandlung eines Asylbewerbers ist durch gesetzliche Hürden und Regelungen enorm. Ein standardisiertes Verfahren zur Kostenübernahme gibt es bislang in Sachsen nicht.

Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) versprach gestern, sich in der Koalition weiterhin für eine solche Regelung für den Freistaat einzusetzen. Bisher mussten sich die behandelnden Ärzte selbst um die Rückerstattung kümmern.

Paul Felix Michaelis

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Mit dem Spendenlauf „run&roll“ haben die Dresdner am Sonntag 40.000 Euro für den Aufbau einer Notfallambulanz für Flüchtlinge zusammengetragen. Mehr als 3000 Menschen beteiligten sich an der Aktion, die von Dresden für alle“ organisiert wurde.

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