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Dresdner Uniklinik-Chef fordert sächsisches Transplantationszentrum

Dresdner Uniklinik-Chef fordert sächsisches Transplantationszentrum

Der Dresdner Uniklinik-Chef Michael Albrecht plädiert für ein landesweites sächsisches Transplantationszentrum. „Mit einer solchen Dachkonstruktion wird die Organspende in Sachsen transparenter“, sagte der Medizinische Vorstand den DNN.

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Transplantations-OP am Leipziger Uniklinikum.

Quelle: Andreas Döring

„Dadurch entstünde eine extreme Kontrolle der Standorte untereinander.“

Albrecht stellt sich eine Dachgesellschaft vor, welche die Transplantationszentren am Uniklinikum Dresden und am Uniklinikum Leipzig vereint. „Mit einem aktiven Außenauftritt und vielen vertrauensbildenden Maßnahmen könnten wir die schwierige Situation in der Organspende ändern“, erklärt der Uniklinik-Vorstand seine Forderung. Die bundesweite Spendenbereitschaft sei nach den Skandalen in Leipzig, Göttingen und München enorm gesunken. „Das Vertrauen ist erschüttert, sowohl bei potenziellen Spendern als auch Empfängern“, sagte Albrecht. „Leider hält dieser Trend bis heute an.“ Es sei Zeit, aktiv zu werden.

Der Dresdner Uniklinik-Chef erhofft sich mit dem landesweiten Transplantationszentrum eine Wende in der stark sinkenden Organspende-Bereitschaft. Die Uniklinik Leipzig setzt allerdings dagegen. Sie will die im Haus vorhandenen Strukturen „effizient und optimal nutzen“, ohne kostenintensive neue zu schaffen. „Die Einrichtung weiterer Transplantationszentren wird weder zusätzlichen Patientennutzen erbringen noch eine Steigerung der Spender– und Transplantationszahlen bewirken“, sagte Wolfgang E. Fleig, medizinische Vorstand in Leipzig. Ein erfolgversprechender Ansatz sei die Bildung eines Netzwerkes. Die Konkurrenz zwischen den Zentren müsse reduziert und die Vernetzung mit anderen Krankenhäusern gestärkt werden.

Im Dezember 2012 war ein Skandal um Organspenden am Uniklinikum Leipzig publik geworden. Drei Ärzten des dortigen Transplantationszentrums wurde vorgeworfen, in 76 Fällen bei Lebertransplantationen Patientendaten gefälscht zu haben, damit diese eher an ein Spenderorgan kommen. Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Bereits Mitte 2012 waren auch Manipulationen an vier anderen Unikliniken bekannt geworden. Danach war die Zahl der Organspender deutschlandweit gravierend gesunken.

Die Entscheidung allerdings liegt beim sächsischen Sozialministerium. „Zu dieser Thematik ist das Sozialministerium mit beiden Kliniken im Gespräch“, sagte Sprecher Ralph Schreiber. „Diese sollten einen gemeinsamen Vorschlag unterbreiten. Bisher liegt jedoch noch kein konkreter Vorschlag vor.“

Katrin Tominski und Romy Richter

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